Gedenkstättendirektor erstattet Strafanzeige wegen Stasi-Denkmal in Massow Knabe: „Würde der Stasi-Opfer wird dadurch verletzt“

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"Gedenkstein" als "Provokation" und wohl auch Volksverhetzung? "Denkmal" in Massow.TPD-Foto-Quelle:Gedenkstätte Hohenschönhausen (Foto: Gedenkstätte Hohenschönhausen)
Berlin: Gedenkstätte |

Gedenkstättendirektor erstattet Strafanzeige wegen Stasi-Denkmal in Massow
Knabe: „Würde der Stasi-Opfer wird dadurch verletzt“


Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat am Mittwoch (21.11.) Strafanzeige gegen unbekannt wegen der Errichtung eines Gedenksteins in Massow (Brandenburg) erstattet, der an das Stasi-Wachregiment „Felix Dzierzynski“ erinnert.

In einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Potsdam weist Knabe darauf hin, dass das Wachregiment ein zentraler Teil des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gewesen sei, dessen Mit-glieder sich per Eid verpflichtet hätten, die „Feinde des Sozialismus“ auch unter Einsatz ihres Lebens zu bekämpfen.

„Das Wachregiment wurde geschaffen und systematisch ausgebaut, um Unruhen und Aufstände gegen die kommunistische Herrschaft in der DDR zu bekämpfen.
Bis 1989 war es vor allem für die Bewachung der wichtigsten Gebäude der SED-Diktatur zuständig. Darunter befand sich auch das zentrale Untersuchungsgefängnis des MfS in Berlin-Hohenschönhausen, wo das MfS insgesamt etwa 11.000 Personen inhaftierte, von denen mehrere in der Haft ums Leben kamen“, heißt es wörtlich in der Strafanzeige.
Das Gefängnis des MfS ,was Ministerium für Staatssicherheit bedeutet, war der berüchtigte "Stasi-Knast" für Untersuchungshäftlinge.
Die Häftlinge wussten selbst nicht wohin sie gebracht wurden und die Angehörigen wussten ebenfalls nicht den Standort der Haftanstalt!
Es war sozusagen auch die "Folterkammer zur Erpressung von Aussagen" durch Stasi-Ofiziere!

Knabe weist weiter darauf hin, dass der Namensgeber des Wachregiments, Felix E. Dzierzynski, Gründer der sowjetischen Geheimpolizei war. Diese habe allein in den Jahren 1918/19 mehr als 1,7 Millionen Menschen ermordet, darunter die gesamte Familie des russischen Zaren sowie zahllose andere Angehörige des Adels, des Bürgertums sowie politischer Parteien und Gewerkschaften in Russland.
„Die Errichtung des Gedenksteines verletzt damit die Würde und das Andenken der Opfer des DDR-Staatssicherheitsdienstes und der Opfer des Tscheka-Gründers Felix E. Dzierzynski.
Viele der Überlebenden leiden bis heute unter den psychischen und physischen Folgen ihrer Verfolgung durch die kommunistische Geheimpolizei. Der Gedenkstein fügt ihnen neue Wunden zu, die ihr Leiden vielfach verschlimmern wird. Ich bitte deshalb zu prüfen, ob der Tatbestand der Volksverhetzung bzw. der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener erfüllt ist“, so die Strafanzeige.
Der Text der Strafanzeige liegt dem Verfasser als pdf vor und kann gern angefordert werden.

Weiteres zur Gedenkstätte Hohenschönhausen siehe auch:
http://www.stiftung-hsh.de/
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1 Kommentar
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Volker Dau aus Bochum | 21.11.2012 | 18:15  
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