Heute um 20,15 Uhr (15.09.2015) im ZDF: ZDFzeit: Tödliche Grenze - Der Schütze und sein Opfer -- Dokumentation

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An der Grenze.... (Foto: Copyright: ZDF / Steffen Junghans)
Sorge: Zonengrenze | Heute um 20,15 Uhr (15.09.2015) im ZDF:
ZDFzeit:

Tödliche Grenze - Der Schütze und sein Opfer
Dokumentation

Im Dezember 1979 endet die Flucht von zwei fünfzehnjährigen Schülern aus der DDR zwischen den Grenzzäunen bei Sorge im Harz. Heiko Runge stirbt durch einen Schuss in den Rücken, Uwe Fleischhauer wird festgenommen. Die Stasi vertuscht den Zwischenfall. - Erstmals brechen ehemalige Grenzsoldaten ihr Schweigen und auch Uwe Fleischhauer hat sich entschlossen über die damaligen Ereignisse zu reden.

Vorbemerkung von Stefan Brauburger, Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte

Wir feiern in diesem Jahr 25 Jahre deutsche Einheit. Eine ganze Generation hat die Zeit nicht mehr erlebt, in der Deutschland geteilt war, und auf welche Weise: durch Stacheldraht und Todesstreifen. Auch daran gilt es zu erinnern, an die gemeinsame, aber auch die gespaltene Geschichte, die in Einzelschicksalen besonders spürbar zum Ausdruck kommt.


Inhalt
Am 8. Dezember 1979 beschließen zwei fünfzehnjährige Schüler aus Halle die Flucht aus der DDR. Heimlich verschwinden Heiko Runge und Uwe Fleischhauer von zu Hause, um sich in den Harz durchzuschlagen.

Dort wollen sie über die innerdeutsche Grenze flüchten. Doch anstatt die Bundesrepublik zu erreichen, endet ihre Flucht zwischen den Grenzzäunen. Zwei Soldaten nehmen die Jungen unter gezieltes Feuer, so wie es von ihrem Kompaniechef, einem berüchtigten Scharfmacher, immer wieder befohlen wurde. Heiko Runge stirbt durch einen Schuss in den Rücken, Uwe Fleischhauer überlebt unverletzt und wird festgenommen.
Als die vorgesetzten Offiziere am Tatort eintreffen, um die "Grenzverletzer" persönlich in Augenschein zu nehmen, wird ihnen sofort die Brisanz dieses Vorfalls klar: Nur um die Unverletzlichkeit der Grenze zu garantieren, hat man auf zwei Jugendliche geschossen. Um einen öffentlichen Skandal, der das internationale Ansehen der DDR weiter beschädigen würde, zu verhindern, übernimmt die Stasi die Regie. Ihr Auftrag lautet, die wahren Umstände von Heiko Runges tragischem Tod zu verschleiern. Doch dazu müssen nicht nur die beiden Grenzschützen zum Schweigen gebracht werden. Es folgt ein ganzer Maßnahmenplan, der von der Stasi akribisch vorbereitet worden ist: Urkunden werden gefälscht, Akten manipuliert und Zeugenaussagen frisiert.

Auch die Mutter des erschossenen Jungen wird eingeschüchtert und selbst Heikos Beerdigung muss geheim gehalten werden, um Mitschüler und Freunde auszuschließen.

Bis zum Ende der DDR kamen mindestens 13 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bei Fluchtversuchen an der innerdeutschen Grenze ums Leben. Heiko Runges Geschichte steht exemplarisch für diese Fälle.

Doch wie war es möglich, dass aus unbescholtenen jungen DDR-Bürgern, die ihren Grundwehrdienst an der Grenze verrichten mussten, Todesschützen wurden?

Neben der Rekonstruktion der damaligen Vorgänge erkundet der Film die psychologisch-menschliche Dimension, die hinter den tragischen Ereignissen an der Grenze im Harz steht. Dabei wird deutlich: Der "Schießbefehl" allein erklärt nicht, weshalb Heiko Runge sterben musste. Viele der ehemaligen DDR-Grenzsoldaten haben den Konflikt, in dem sie sich damals als zwanzigjährige junge Männer befanden, bis heute nicht auflösen können. Die Angst, selbst schießen zu müssen, begleitete sie ständig und wurde dennoch jeden Tag aufs Neue verdrängt. Doch was ging in ihnen vor, wenn sie tatsächlich auf Flüchtlinge trafen, die im Sprachjargon der DDR als gefährliche "Grenzverletzer" galten? Was passierte, wenn die ohnehin schon angespannte Situation in den einzelnen Grenzabschnitten durch verantwortungslose Vorgesetzte und politische Scharfmacher noch zusätzlich angeheizt wurde?

Erstmals brechen ehemalige Soldaten und Offiziere der 7. Grenzkompanie Sorge das Schweigen und berichten nicht nur über ihre eigene Dienstzeit, sondern auch über die Umstände, die aus ihrer Sicht zum Tod von Heiko Runge führten.

Zu den im Film zu Wort kommenden Zeitzeugen gehört auch ein Hauptfeldwebel, der – um die Flucht eines russischen Soldaten zu stoppen – wenig später selber zum Todesschützen wurde.

Auch Uwe Fleischhauer, der damals überlebende Jugendliche, hat sich entschlossen, noch einmal über die damaligen Ereignisse zu reden.

Das Trauma um den tragisch gescheiterten Fluchtversuch prägt ihn bis heute. Für den Film besuchte er erstmals wieder jenen Ort, an dem sein Freund Heiko vor über drei Jahrzehnten starb.


Den Film finden Zuschauer auch eine Zeit lang in der ZDF_Mediathek.. Von dort wohl auch kopierbar….?

Kommentar: Ich finde den Film sollten sich gerade junge Leute anschauen die nichts über die "DDR" und die mörderische Grenze wissen...

Vielleicht eine Gelegenheit fürs "Familien-Fernsehen" mit "Nachbesprechung"?

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Volker Dau aus Bochum | 15.09.2015 | 21:49  
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