Impressionen von der Gelsenkirchener Montagsdemo

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  Als einer der Moderatoren der Bochumer Montagsdemo besuchte ich gestern die Gelsenkirchener Montagsdemo, da die nächste Montagskundgebung erst am 18.07. in Bochum stattfindet.

Ich war beeindruckt von der Lebendigkeit dieser Veranstaltung am Preuteplatz und der großen Teilnehmeranzahl. Mindestens 40 Personen waren ständig anwesend und immer wieder blieben Passanten stehen. Es gab auch keine abfälligen Bemerkungen aus dem Publikum über diese Kundgebung wie es manchmal in Bochum der Fall ist.

Ein Redner äußerte sich zur Flüchtlingssituation und der solidarischen Zusammenarbeit mit der Gelsenkirchener Montagsdemo. In einer weiteren Wortmeldung einer Rednerin wurde in diesem Zusammenhang die Situation bei der Ausländerbehörde der Stadt Gelsenkirchen angeprangert. Die Flüchtlinge kommen bereits um 7.00 Uhr zu dieser Behörde und müssen dann stundenlang warten. Die Rednerin, die Ratsmitglied von AUF Gelsenkirchen ist, hat den unhaltbaren Zustand bereits in einer Ratsanfrage an die Stadtverwaltung gerügt. Es hat sich jedoch nichts geändert. Die Montagsdemo plant daher einen Protest vor der Ausländerbehörde.

Danach überbrachte ich Grüße der Bochumer Montagsdemo an die Gelsenkirchener Kollegen und sprach die Flüchtlingssituation, das Brexit Großbritanniens und die Rentenfrage an. Ebenfalls erwähnte ich die gemeinsame Herbstdemo aller bundesweiten Montagsdemos am 1. Oktober in Berlin.

Großen Raum nahm die Berichterstattung über ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht Bochum wegen Mobbings eines Betriebsratsmitglied ein. Hier ging es um eine Anzeige wegen Beleidigung einer Betriebsrätin (mit deren Foto) auf einer Internetplattform. Diese Beleidigung soll von einem anderen Betriebsratsmitglied ausgegangen sein, der über Daten der Kollegin verfügte. Kurioserweise wurde dieser Kollege noch vom einer DGB-Anwältin vertreten. In dem entsprechenden Betrieb hat es schon seit längerer Zeit Kontroversen innerhalb des Betriebsrats gegeben und die Klägerin wurde von ihren eigenen Kollegen immer wieder gemobbt, insbesondere, weil sie sich vehement für den Erhalt von vielen Arbeitsplätzen eingesetzt hatte und deswegen auch Flugblätter an die Belegschaft verteilt wurden. "Der Betriebsratsvorsitzende drohte mir sogar Schläge an", sagte die Klägerin.

Wie ich aus Gesprächen mit einigen Montagsdemonstranten erfuhr, stufte der Arbeitsrichter dieses Verfahren als Streit innerhalb des Betriebsrats ein und es kam nicht zu einer Verurteilung des Täters wegen Mobbing, die Klage wurde abgewiesen.
"Nach Erhalt der Begründung durch das Gericht in ca. 6 Wochen werden wir natürlich in Berufung gehen", sagte die Klägerin.

Ein außergewöhnliches Ereignis führte zum vorzeitigen Ende der Kundgebung. Eine ausländische Frau wandte sich in ihrer Verzweiflung an den Moderator, weil sie ihren behinderten 12jährigen Sohn in der Fußgängerzone verloren hatte. Dieser Junge ist allein völlig hilflos. Sofort machten sich alle Montagsdemonstranten auf die Suche nach diesem Kind, selbstverständlich beteiligte ich mich. Bereits nach kurzer Zeit wurde der Junge in der Nähe des Preuteplatzes gefunden und konnte von seiner Mutter glücklich in die Arme geschlossen werden.

Zum Abschluss bildeten alle Montagsdemonstranten einen Kreis und es wurde ein Lied über benachteiligte Kinder gesungen.
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