Integration im SkF-Tandem: Flüchtlinge in Ausbildung vermittelt

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Für Unterhaltung ist mit Live-Acts aus der Umgebung gesorgt. Kinder können sich auf der Festivalkirmes vergnügen. (Foto: Veranstalter)

„Für die beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) begleiteten Flüchtlinge zählt jetzt über diese Unterstützung hinaus deren Integration.“ Michaela Wiedemhöver, Bochumer SkF-Geschäftsführerin, bringt es auf den Punkt.


Gut zwei Jahre nach dem Start der Arbeit mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) lassen sich Erfolge in Sachen Integration durchaus mit ersten Zahlen belegen. Zwölf junge Flüchtlinge, die vom SkF begleitet werden, haben kurz vor den deutschen Sommerferien ihren Ausbildungsvertrag erhalten. Sie werden in unterschiedlichen Berufen ab August überwiegend bei Großfirmen in den Beruf starten.
Was sich so perfekt anhört, ist aber für Wiedemhöver keineswegs eine Erfolgsbilanz, auf der sich die Flüchtlinge, der SkF und auch die Betriebe ausruhen können. „Die zwölf jungen Menschen haben im Deutschunterricht wie in anderen Fächern richtig geschwitzt und mit ihren Ehrenamtsbegleitern hart dafür gearbeitet. Auf sie müssen aber weitere junge Leute folgen.“
Firmen und Handwerksbetriebe, die sich vorstellen können, einen jungen Flüchtling als Praktikant oder/und Auszubildenden einzustellen, können sich an den SkF wenden. Der SkF will weiter mit seinem auch landesweit führenden Tandem-Modell arbeiten. Dabei sind gleichzeitig 35 Freiwillige zusammen mit den hauptamtlichen SkF-Vormünderinnen Birgit Carduck und Gerlinde Kühlem für 67 minderjährige Flüchtlinge zuständig.
Zum unterstützenden Programm für SkF-Ehrenamtliche gehören alle drei Monate der Erfahrungsaustausch mit den gesetzlichen Vormündern sowie themenorientierte Abende zum Lebensalltag und/ oder die Integration betreffend. Alle hören anfangs aus dem Mund erfahrener Begleiter auch von Alltagsproblemen der Flüchtlinge und feiern gemeinsame Feste.
Erfreut berichtet Carduck vom Computerprojekt des SkF. „Im Rahmen vom Ruhrdax haben wir als Teilnehmer gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation Labdoo unsere künftigen Auszubildenden aus aller Welt mit PCs und Laptops ausstatten können.“ Die Leute von Labdoo überholen gebrauchte Rechner und stellen sie dann für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung. Carduck lacht: „Jetzt haben sie nur noch eine Bitte. Rechner könnten, wenn sie denn dem SkF gespendet werden, von Labdoo wieder für einen guten Zweck aufgearbeitet werden.“
Neben der Arbeit für die Minderjährigen sieht Geschäftsführerin Michaela Wiedemhöver gleichzeitig neue Herausforderungen. „Wir müssten Familien mit jungen Kindern ebenfalls Patinnen und Paten zur Seite stellen. Sie brauchen nun Hilfe, wenn sie sich auf den Weg machen, die für sie unzureichenden Gemeinschaftsunterkünfte zu verlassen.“ Ähnliches gelte ganz anders für sehr junge Erwachsene, die als Volljährige aus der Obhut der Vormundschaft herausgefallen sind. Auf den Kampf mit Behörden und das komplizierte Asylverfahren seien sie kaum ausreichend vorbereitet. So bleibt trotz zurückgehender Zahlen von Neuankömmlingen in Deutschland für den SkF und das „Tandem-Modell“ mehr als ausreichend zu tun.
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