Leitlinien zur Entwicklung der Opel-Flächen - OB Scholz: „Wir haben eine große Chance“

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(Foto: Molatta)
 
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Opel-Gelände (Foto: Stadt)

„Wir haben mit der Neuentwicklung der Areale der Opelwerke eine große Chance zur weiteren Profilierung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Mit der vorgelegten Positionierung machen wir deutlich, dass wir den Herausforderungen mit einem nachhaltigen Konzept begegnen wollen.", so Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz.

Mit der Bochumer Position konnten „Begabungen und Nutzungsoptionen“ für die Opelflächen erarbeitet und Umsetzungsempfehlungen gegeben werden.

So soll der Standort Opel I durch das Zusammenwirken von Dienstleistungsbetrieben, Forschung, Entwicklung und Produktion geprägt werden. Er kann neue Nutzungsoptionen für die Kooperation der Bochumer Hochschulen sowie für die regionale Universitäts- und Hochschulallianz bieten. Dafür muss ein zukunftsfähiges, ganzheitliches Quartier mit ergänzenden städtischen Nutzungen entwickelt werden. Die Standorte Opel II und Opel III eignen sich aus Sicht der Stadt Bochum für zukunftsfähige und innovative Produktion.

Die angekündigte Standortaufgabe der Opelwerke I bis III führt voraussichtlich zu einem Wegfall von mehr als 4000 Arbeitsplätzen. Eine der wichtigsten Aufgaben der Stadt ist es, die Nachnutzung der insgesamt rund 1,7 Millionen qm großen Opelflächen vorzubereiten.

Aus diesem Grund hatte Bochums Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz wichtige Akteure aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und städtischen Gesellschaften zu einem ganztägigen Workshop ins Bochumer Rathaus eingeladen.

Die Ergebnisse des Workshops liegen vor und münden in einer Bochumer Position, die die Stadt Bochum in die weiteren Arbeitsschritte mit Opel und dem Land einbringen wird. Diese Vorlage wird im September in den Ausschüssen und im Rat diskutiert.

Leitlinien der Stadt Bochum zur Entwicklung der Opel Flächen Ergebnisse des Workshops und weitere Vorgehen. Die Beschlussvorlage: 20131863 legten die Fraktionen von SPD, Grüne und CDU dem Rat zur Beratung vor, die einstimmig beschlossen wurde.

Die Stadt Bochum sieht die Neuentwicklung der Areale der Opelwerke als Chance und entwickelt eine neue Vorstellung für die Zukunft der Flächen der drei Bochumer Opel-Standorte als integrierte Bestandteile von Gesamtstadt und Region und zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen.

Aufgrund der überregionalen Bedeutung der drei Standorte ist ein weit gedachtes und langfristiges Gesamtkonzept mit großer Strahlkraft und Vernetzung mit Stadt und Region aufzustellen. Die bestmöglichen Nutzungsoptionen sind aus den Begabungen der Flächen heraus und ihrer Bedeutung sowohl aus Bochumer und nachbarstädtischer als auch regionaler und nationaler Sicht heraus zu entwickeln. Hierbei ergeben sich für die drei Flächen aufgrund ihrer Größe, Lage und Anbindung unterschiedliche Perspektiven.

Die Entwicklung der drei Opel-Standorte muss im Kontext und in enger Verbindung mit der angrenzenden stadträumlichen und funktionalen Umgebung erfolgen. Die Entwicklung der Standorte ist als interaktiver Prozess zu gestalten, der über einen längeren Zeitraum hinweg zukunftsoffen und konstant verfolgt werden kann.

Der Standort Opel I soll durch das Zusammenwirken von Dienstleistungsbetrieben, Forschung, Entwicklung und Produktion geprägt werden. Er kann neue Nutzungsop- tionen für die Kooperation der Bochumer Hochschulen sowie für die regionale Uni- versitäts- und Hochschulallianz bieten. Es muss ein zukunftsfähiges, ganzheitliches Quartier mit ergänzenden städtischen Nutzungen entwickelt werden.

Die Standorte Opel II und Opel III eignen sich für zukunftsfähige und innovative Pro- duktion, primär für die wünschenswerte Fortführung der derzeitigen Nutzung (Opel-Zentrallager), ggf. auch für wertschöpfungsintensive Logistik.

Alle drei Standorte benötigen ein flexibles neues Erschließungsraster, das Unter- nehmen in unterschiedlichen Größen eine Ansiedlung ermöglicht. Die Vermarktung einzelner Flächen oder Teilflächen der drei Opel-Standorte darf erst dann erfolgen, wenn ein abgestimmtes Nutzungs- und Erschließungskonzept für alle drei Standorte als Ergebnis des Werkstattprozesses NRW.URBAN als Vorgabe vorliegt und be- schlossen wurde.

Mit dieser Zielvorstellung sind unabgestimmte Vorab-Vermarktungen von Teil- flächen (Filettierung) grundsätzlich nicht vereinbar.

Die Branchen und Nutzergruppen für die Standorte müssen aus den spezifischen Potenzialen der Flächen und in Hinblick auf die Nachfrage regionaler und internatio- naler Märkte hin entwickelt werden. Es ist zudem ein Kommunikations- und Marke- tingkonzept aufzustellen, das die Vermarktung entsprechend der Vorgaben der Nut- zungen und Flächenqualitäten unterstützt. Das Marketing muss proaktiv erfolgen. Dabei soll direkt, auch im internationalen Kontext, auf die identifizierten Zielgruppen zugegangen werden.

Der Standort Opel I muss vorrangig und unter Qualitätsgesichtspunkten entwickelt werden. Im Vordergrund steht die Wirkung auf die Gesamtstadt, die Nachbarschaft sowie die positive Anstoßwirkung für die Entwicklung der Standorte Opel II und III.

Für die Entwicklung aller drei Opel-Standorte ist ein Regiebuch zu schreiben, wel- ches die Entwicklungen zeitlich priorisiert und miteinander abstimmt. Ein Baustein des Regiebuchs sind städtebauliche Masterpläne für alle drei Opel-Standorte, die auch der Vorbereitung der Bauleitplanung dienen. In dem Regiebuchprozess müssen die unterschiedlichen Akteure und Fördermöglichkeiten identifiziert, zeitlich getaktet und zusammengebracht werden.

Die Entwicklung der Flächen kann nur in einem intensiven und offenen Dialog zwi- schen der Stadt Bochum, der Adam Opel AG, dem Land Nordrhein-Westfalen, der Bürgerschaft und der Fachöffentlichkeit gelingen.

Die Verwaltung wird aufgefordert, die Bauleitplanung für alle drei Opel-Standorte vo- ranzutreiben und notwendige Vorarbeiten weiterzuführen. Die Sicherung der Pla- nungsziele ist durch entsprechende rechtliche Instrumente vorzunehmen.
Der Rat der Stadt Bochum erwartet die kurzfristige einvernehmliche Bewertung der Grundstücksflächen, sowie die Klärung der Eigentumsfrage für die Opel- flächen und die darauf gerichtete Gründung der angekündigten Gesellschaft. Es muss sichergestellt werden, dass das Handeln aller beteiligten Akteure aus einer Hand gesteuert und auf effiziente Zielverfolgung ausgerichtet wird.
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