Montagsdemo verurteilte Luftangriff der USA auf Syrien aufs Schärfste

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Die vergangene Montagskundgebung war sehr gut besucht. Viele Passanten beteiligten sich an der interessanten und langen Diskussion. Das Hauptthema: Der Angriff der USA auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt.

Einer der Moderatoren leitete die Debatte ein: "Herzlich willkommen zu unserer Kundgebung. Ich begrüße auch die Montagsdemonstranten aus Witten und Hattingen, die heute nach Bochum gekommen sind. In den Medien steht die Berichterstattung vom Angriff vom Trump auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt an erster Stelle. Es ist zwar richtig, dass der syrische Diktator Assad über Giftgaswaffen verfügt. Der Angriff der USA hatte jedoch nicht den Sinn, die Bevölkerung vor weiteren Giftgasangriffen zu schützen. Das war nur ein Vorwand, um den Einfluss der USA in dieser Region vor Russland, China und auch der EU zu stärken".

Ein Redner meldete sich: "Wenn es Trump tatsächlich um die Rechte von Bevölkerungsgruppen ging, hätte er an der Grenze der USA zu Mexiko nicht eine Mauer errichten lassen bzw. will diese Mauer errichten. Damit ist Trump das Schicksal von tausenden Menschen (auch zahlreichen Kindern) egal, die als Flüchtlinge die USA erreichen wollen. Das gilt nicht nur für Mexiko, sondern für alle Staaten in der Welt".

Eine Rednerin ging auf das Giftgas ein: "Die Regime in Syrien, dem Irak, Iran und anderen Staaten des Orients haben das Giftgas aus westlichen Staaten bezogen. Ich habe beim Aufbau des Gesundheitszentrum in Kobane/Syrien vor Ort mitgewirkt. Von der kurdischen Bevölkerung in dieser Region Rojava erfuhr ich, dass es bereits 1988 Giftgasangriffe auf die Kurden gegeben hatte. Im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen dem Irak und Iran ließ Saddam Hussein Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. In Halabdscha, einer überwiegend von Kurden bewohnten Stadt von 70.000 Einwohnern im Irak erstickten etwa 5000 Menschen am 16. März vor 25 Jahren qualvoll, fast ausschließlich Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder. Es war der massivste Einsatz von Giftgas seit dem Ersten Weltkrieg, und dieses Giftgas stammte nachweislich aus deutscher Produktion!"

"Die Regierung Merkel unterstützt diesen Luftangriff der USA auf Syrien und damit die Politik Trumps für eine Weltherrschaft der USA. Während die USA den Giftgasangriff in Syrien als Verstoß gegen die Menschenrechts Konvention ansieht, beliefert die USA gleichzeitig Unrechtregime wie z.B. Saudi-Arabien mit Waffen, die auch an die IS weitergeleitet werden", hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

"Im Gegensatz zu Trump sehen viele Putin dafür an, dass er sich für eine friedliche Lösung in Syrien einsetzt. Genauso wie Trump für die USA will Putin ebenfalls den Einfluss in Syrien nicht verlieren und unterstützt deshalb Assad", meinte ein weiterer Redner.

In diesem Zusammenhang diskutierten die Montagsdemonstranten über den Ostermarsch. "Wir rufen zur Teilnahme auf und beteiligen uns selber an dieser traditionellen Protestbewegung, die in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts aufgrund der atomaren Aufrüstung ihren Ursprung hatte. Wir setzen uns nachdrücklich für einen weltweiten Frieden ein. Zugleich kritisieren wir, dass einige Initiativen des Ostermarschs fordern, auch mit den IS Friedensgespräche zu führen. Mit dieser Terrormiliz ist das nicht möglich, wir erinnern nur an den jüngsten Terroranschlag in Schweden, wofür die IS verantwortlich war".

Eine Rednerin rief daraufhin zu einer Schweigeminute für die Opfer in Stockholm auf, die auch abgehalten wurde.

Die Montagsdemonstranten waren sich einig, dass alle Waffenlieferungen an Unrechtregime sofort einzustellen sind. Notwendig sind jedoch Waffenlieferungen an Befreiungskämpfer, die reinen Notwehrcharakter haben, z.B. die Kurden. Diese nach einem eigenen Staat strebende Nation wird insbesondere von einem Mitgliedsstaat der NATO, der Türkei, massiv bekämpft und muss sich wehren können.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung. Bei der nächsten Montagsdemo, 24.04.17, gibt es ein gemeinsames Interview verschiedener Kandidaten von Parteien zur Landtagswahl, den Montagsdemonstranten und dem Publikum. Es wird eine spannende Diskussion erwartet.

P.S.: Wieder einmal hat es vermutlich einen Anschlag der IS in Deutschland gegeben. Wie die Medien berichteten, wurde in der Nähe eines Mannschaftsbusses des Fußballvereins BSV Borussia in Dortmund ein Sprengsatz gezündet, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden.

Ulrich Achenbach
Moderator
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3 Kommentare
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Christoph Nitsch aus Bochum | 14.04.2017 | 01:00  
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Christoph Nitsch aus Bochum | 14.04.2017 | 03:01  
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Harald Martens aus Bochum | 14.04.2017 | 15:39  
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