Mord an Sharip MAKAEV :Bei Staatsanwaltschaft und Mordkommission Bochum wird ein gemeinsames Ermittlungsverfahren wegen Mordes geführt...

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Von Links: MK 1 Leiter, Staatsanwalt, EKHK Axel Pütter , Leiter der Pressestelle. TPD-Foto:Volker Dau
 
Das Opfer ... TPD-Foto:Volker Dau
Bochum: Polizeipräsidium Bochum | Tötungsdelikt zum Nachteil Sharip MAKAEV

Von Staatsanwaltschaft und Mordkommission Bochum wird ein gemeinsames Ermittlungsverfahren wegen Mordes z.N. eines zur Tatzeit 28 Jahre alt gewesenen Mannes aus Herne geführt. Der Mann war 2013 gemeinsam mit einem Freund aus der russischen Föderation nach Deutschland eingereist.

Das Ermittlungsverfahren entstand aus einer Vermisstensache, nachdem der 28-jährige Mann sich entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten nicht mehr bei seiner Familie gemeldet hatte und auch an seiner Wohnanschrift schon länger nicht mehr gesehen worden war.

Etwa zeitgleich meldete sich ein Hinweisgeber aus Tschetschenien und teilte mit, dass dem 28-jährigen Mann aus Herne etwas Schlimmes passiert wäre.


Im Rahmen der Vermisstensache und den eingeleiteten Maßnahmen erhielt die sachbearbeitende Kriminaldienststelle im Juni Kenntnis davon, dass der damals gemeinsam mit dem Vermissten nach Deutschland eingereiste Freund sich in seinem Heimatland Tschetschenien den Behörden offenbarte.

Dort habe der Mann angegeben, dass sein 28-jähriger Freund bereits im März umgebracht worden wäre. Er selbst sei Tatzeuge gewesen.


Laut Aussage des Tatzeugen aus Tschetschenien seien beide am Abend des 2. März von einer Bekannten unter dem Vorwand, man wolle gemeinsam zu einem Besuch fahren, in Herne abgeholt worden.

Tatsächlich habe diese Bekannte die beiden Männer zu einem Hinterhalt gefahren, wo eine 4-5 köpfige Tätergruppe mit einem angemieteten Kleintransporter lauerte. Die beiden Männer wurden von der bewaffneten Tätergruppe überwältigt, misshandelt, gefesselt und in einen Kleintransporter gesperrt. Hier kam es dann zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen Opfern und Tätern, im Rahmen derer der 28-jährige vorsätzlich getötet wurde. Sein Leichnam sei erst mehrere Tage später von den Tätern in einem Waldgebiet bei Bielefeld vergraben worden.


Der Tatzeuge sei zunächst an verschiedenen Orten gefangen gehalten und mit Substanzen ruhig gestellt worden.


Später sei er nach Straßburg verschleppt worden, wo er mehrere Tage in der Wohnung eines Täters festgehalten und bewacht wurde. Insgesamt war des überlebende Opfer, der Freund des Ermordeten, ganze zehn Tage in der Gewalt der Mörder!

Erst danach durfte der Tatzeuge unter der Drohung, dass man ihn umbringen würde, falls er sich an die Polizei wenden sollte oder wieder nach Deutschland zurückkommen würde, freigelassen und durfte von Polen aus über Weißrussland in sein Heimatland zurückkehren.


Bei den umfangreichen Ermittlungen konnte der angemietete Kleintransporter in Süddeutschland sichergestellt werden.

Obwohl das Fahrzeug zwischenzeitlich mehrmals neu vermietet worden war, konnten durch spezielle kriminaltechnische Untersuchungsmaßnahmen Hinweise auf Blutspuren im Transporter festgestellt und sichtbar gemacht werden.

Auch ein Leichenspürhund zeige im Transporter ein eindeutiges Anzeigeverhalten. Später konnte dann auch in der Rechtsmedizin die DNA des Getöteten im Transporter nachgewiesen werden.

Anhand akribischer Ermittlungsarbeit und Auswertung von Telekommunikationsdaten konnte der Bereich des mutmaßlichen Leichenablageortes im Raum Vlotho lokalisiert werden.

Durch mehrfache Kontaktaufnahmen zum Tatzeugen in Tschetschenien unter Zuhilfenahme von modernen Kommunikationsmitteln konnten ergänzende Angaben zum Leichenablageort erlangt werden.

Diese Maßnahmen führten letztlich nach einem entscheidenden Hinweis eines Forstbeamten zum Auffinden des Leichnams in einem Waldgebiet in Vlotho.


Im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen gelang es auch, das mutmaßliche Tatwerkzeug nach Trockenlegung eines kleinen Baches in Herne aufzufinden.


Das Opfer wurde durch stumpfe Gewalt gegen den Kopf getötet!
Die Ermittler gehen von Mord aus, da die Mordmerkmale
„niedere Beweggründe“ und „Habgier“ zutreffen, weil durch die Tätlichkeiten gegen das Opfer die Beute wieder in den „Besitz“ der Täter gebracht werden sollte!

Die Ermittlungen der Mordkommission führten zu einem konkreten Tatverdacht gegen 4 namentlich identifizierte Personen, gegen die Haftbefehl wegen Mordes beantragt und erlassen wurde.

Zwei der vier Tatverdächtigen konnten mittleiweile festgenommen werden und sitzen derzeit in Untersuchungshaft ein. Hierbei handelt es sich um eine 32-jährige Frau aus Herne und einen 26-jährigen Mann aus Essen.

Die beiden anderen mit Haftbefehl gesuchten Tatverdächtigen sind flüchtig und untergetaucht, möglicherweise im Ausland.


Bei den noch flüchtigen Tatverdächtigen handelt es sich um den 36-jährigen

Ullubiy ALIEV (mit Lichtbild !)
*25.06.1989 in der Russischen Föderation

und den 54-jährigen

Sirashutdin ISMAILOV (mit Lichtbild !)
*03.06.1961 in der Russischen Föderation,

der möglicherweise auch die Personalien Sirashutdin ALIEV benutzt und in der Vergangenheit unter den falschen Personalien Magomedtagir ABDULMANAROV in Frankreich gelebt hat.

Hintergrund der Tat ist ein Raubüberfall auf eine ältere Frau in Lüdenscheid Ende 2014, den der Tatverdächtige Ullubiy ALIEV verübte, der die Frau schon vorher kannte und wohl auch ausgeforscht hatte?


Die damalige Tatbeute wurde in der gemeinsamen Wohnung des späteren Mordopfers und des Tatzeugen aus Tschetschenien deponiert und kam unter noch nicht restlos aufgeklärten Umständen abhanden.

Hierüber gerieten die Täter mit den beiden späteren Opfern in Streit.

Letztlich kam es dann am 2. März zu dem geplanten Hinterhalt und der Ermordung des 28-jährigen Mannes.

Die Tatbeute etwa 100.000 €uro bleibt bis jetzt verschwunden...

Wer diese letztendlich in seinen "Besitz" brachte und ob damit der Getötete zu tun hatte ist bisher ungeklärt.


Alle Fotos: TPD-Foto:Volker Dau
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2 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 05.11.2015 | 22:08  
1.221
Brigitte Böhnisch aus Bochum | 06.11.2015 | 08:47  
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