Opel Bochum: Nachtschicht auf der Kippe?

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Der Vorstand verlangt das Aus für die Nachtschicht im Bochumer Opel-Werk. (Foto: Stadt)

Die Nachricht schlug doch wie eine Bombe ein. Am Rand der Vorstellung des Programms des großen Opel-Solidaritätsfestes am 3. März in der Bochumer Innenstadt erklärte Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel, dass die Nachtschicht schon zur zweiten Jahreshälfte 2013 abgebaut werden soll. „Der Betriebsrat soll zustimmen, dass 700 Opelaner mit einer Abfindung nach Hause geschickt werden. Falls nicht, droht der Opel-Vorstand mit betriebsbedingten Kündigungen und dem Abbruch der Gespräche.“ Montag wird Betriebsratschef Rainer Einekel die Belegschaft über die laufenden Verhandlungen auf einer Belegschaftsversammlung näher informieren.

„Das sind schmerzhafte Zugeständnisse, die man uns abverlangen will“, so Rainer Einenkel. Das Ziel des Managements in den Verhandlungen sei klar zu erkennen: „Bochum abwickeln.“

„Es ist zwar keine ganz neue Forderung, die während der Tarifverhandlungen am Wochenende als Vorbedingung für die weiteren Gespräche von uns Bochumern gefordert wurde“, so Rainer Einenkel, der das Aus für die Nachtschicht nicht hinnehmen will, denn es gäbe andere Möglichkeiten, Überkapazitäten in der Produktion abzubauen, beispielsweise Kurzarbeit. Weitere Vorbedingung sei, dass die Opelaner auf alle Lohnerhöhungen verzichten sollen bis der Autobauer wieder in die Gewinnzone käme, voraussichtlich 2015 oder 2016. Dann könnte bis 2016 der Zafira vom Bochumer Band laufen. Außerdem soll der Betriebsrat dem Management vorschlagen, was man nach 2016 mit einer auf knapp 1.000 Personen reduzierten Belegschaft, die dann wohl eher im Niedriglohnsektor angesiedelt sei, außer Autos in Bochum bauen könne.

Es ist aber eine andere Frage, die Rainer Einenkel umtreibt. „Wo, wenn nicht in Bochum, will Opel den Zafira ab 2017 bauen? In welchem Werk und in welcher Stadt soll das Fahrzeug vom Band rollen?“ Dies seien die Fragen, auf die der Opel-Vorstand der Bochumer Belegschaft eine Antwort geben müsse.

„Es sind weitere 4.000 Gründe, warum man dieses Solidaritätsfest organisieren und realisieren muss“, so Rainer Einenkel.
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