RWE streicht Dividende - ein Schlag ins Bochumer Kontor

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Vier Millionen Euro kann die Stadt Bochum an Dividende abschreiben.

Der schlingernde Energiekonzern RWE schockte am Mittwoch seine Aktionäre, zu denen auch zahlreiche Ruhrgebietsstädte gehören. Der RWE-Vorstand schlug vor, für das Geschäftsjahr 2015 keine Dividende auszuschütten. Ein Schlag ins Kontor, für Bochum und seine Nachbarn.

Der Kämmerer der Stadt Bochum, Dr. Manfred Busch, zum Vorschlag des RWE-Vorstandes, keine Dividende auszuschütten: „Dieser Vorschlag trifft alle beteiligten Kommunen schwer. Für die Stadt Bochum würde dies eine Belastung von vier Millionen Euro bedeuten. Die Nachricht ist mehr als enttäuschend angesichts der Versprechungen des Vorstands, mit der Gründung einer neuen Tochtergesellschaft könnte sich RWE für die Zukunft neu aufstellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die kommunalen Vertreter im Aufsichtsrat diesen Vorschlag gutheißen können.“
Bochum hält aktuell rund 6,6 Millionen Aktien. „Das viel gerühmte
Tafelsilber wirft nichts mehr ab“, so Felix Haltt, Vorsitzender der
Fraktion FDP & DIE STADTGESTALTER.„Das direkt und indirekt gehaltene
Aktienpaket der Stadt Bochum bringt keinen einzigen Cent mehr ein.
Erhoffte Einnahmen für den städtischen Haushalt in Millionenhöhe sind
damit verpufft. Jetzt müssen wir sogar noch draufzahlen, weil der Kauf
der RWE-Aktien damals kreditfinanziert war.“
Die Dividenden-Streichung sorgte im gesamten Ruhrgebiet für Aufruhr. In der Nachbarstadt Essen wurde Kämmerer Lars Martin Klieve so zitiert, dass dies seine schlimmsten Albträume überträfe. Für Großaktionär Essen fallen damit gut 18 Millionen Euro an Einnahmen aus. Laut anderen Medienberichten werden sich die
kommunalen Aktionäre über die prekäre Situation und ihre Reaktion darauf abstimmen. Am 3. März tagt der RWE-Aufsichtsrat, in dem die Kommunen vertreten sind.
Im Jahr 2015 stand bei RWE ein Verlust von rund 200 Millionen Euro zu Buche. Satte 2,1 Milliarden Euro wurden an Abschreibungen auf die konventionellen Kraftwerke fällig, die in Zeiten der von politischer Seite erzwungenen Energiewende nicht mehr rentabel zu betreiben sind. Als Reaktion auf die Krise des Konzerns will RWE das Zukunftsgeschäft mit erneuerbaren Energien, den Netzen und dem Vertrieb in eine neue Tochter abspalten und diese bis zum Jahresende an die Börse bringen. Das soll frisches Geld in die Kassen spülen.
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8 Kommentare
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Rainer Bresslein aus Wattenscheid | 17.02.2016 | 19:24  
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Marion Kamerau aus Bochum | 18.02.2016 | 08:12  
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Dr. Volker Steude aus Bochum | 18.02.2016 | 14:13  
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Marion Kamerau aus Bochum | 18.02.2016 | 14:27  
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Dr. Volker Steude aus Bochum | 18.02.2016 | 14:41  
Marc Keiterling aus Bochum | 18.02.2016 | 14:50  
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Marion Kamerau aus Bochum | 18.02.2016 | 15:11  
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Dr. Volker Steude aus Bochum | 19.02.2016 | 01:16  
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