Solidarität für die Norgren-Belegschaft aus Großbettlingen

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Auf der heutigen Montagdemo ging es um die Auswertung der Herbstdemonstration in Berlin vom vergangenen Samstag. Dieses Thema interessierte viele Passanten, die stehenblieben und aufmerksam zuhörten.

Nach dem Lied "Montagsdemo angesagt" entwickelte sich schnell eine Diskussion über die Herbstdemo in Berlin. "Ich fand die Auftaktkundgebung mit den Redebeiträgen von vielen Montagsdemos aus ganz Deutschland hervorragend", meinte eine Rednerin", ich konnte aus Zeitgründen jedoch nicht meine Rede ganz zu Ende bringen. Es ging um den Einsatz von Drohnen, den ich vehement ablehne".

"Mich beeindruckten die Vielzahl der Transparente, die Redebeiträge auf der Auftakt- sowie Abschlusskundgebung und der bunte, lautstarke und friedliche Demonstrationszug. Nicht nur die bundesweiten Montagsdemos, sondern auch viele andere Organisationen und auch Parteien nahmen teil", berichtete einer der Moderatoren, der vor Ort war.

"Es gab Wortbeiträge von verschiedenen Vertretern der Umweltbewegung. Sie forderten eine sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und informierten über die Folgen des menschen- und umweltgefährdenden Fracking", sagte eine Rednerin.


Der andere Moderator erwähnte die Situation der Norgren-Belegschaft aus Großbettlingen (Schwaben) , die derzeit im Streik gegen die Verlagerung nach Tschechien stehen: "Vertreter der Belegschaft schilderten, durch den Sicherheitsdienst des Unternehmens massiv unter Druck gesetzt zu werden. Sie machten in diesem Zusammenhang klar, dass die Arbeiter, Arbeitslosen und Hartz IV-Betroffenen weiter zusammenstehen müssen gegen Arbeitsplatzvernichtung, Verstärkung der Leiharbeit und Niedriglöhnen. Teile der Produktionsstätte in Großbettlingen sind bereits demontiert, dennoch wird für den Erhalt der Arbeitsplätze gekämpft.

Die Bochumer Montagsdemo beschloss, eine entsprechende Solidaritätserklärung an die Belegschaft von Norgren zu senden.

Ein weiterer Redner und Teilnehmer der Herbstdemo schildete: "Die 10. Herbstdemonstration bekam solidarische Grüße von der Bewegung „Sans papiers“ aus Frankreich. Zeitgleich zur Herbstdemonstration in Berlin gingen in Paris Tausende überwiegend Jugendliche auf die Straße gegen das skandalöse Verhalten der Polizei, die Kinder von Sanspapiers aus Schulausflügen verhaftet, um sie abzuschieben. Mit „Hoch die internationale Solidarität“-Chören wurden zwei libysche Flüchtlinge aus Hamburg begrüßt, die vom Schicksal tausender Flüchtlinge berichteten, die über Lampedusa nach Europa kommen".

Nach einem musikalischen Intermezzo wechselte das Thema zu örtlichen Problemen. Eine Montagsdemonstrantin, die Mitglied der Partei MLPD ist, verlas eine Protesterklärung über die Schikanen des Werkschutz von Opel bei einer Wahlwerbung auf dem nicht umzäunten Opel-Betriebsgelände. "Der Geschäftsführung von Opel war diese Werbung ein Dorn im Auge, deshalb wurde mit allen Mitteln versucht, dies zu kriminalisieren. Die Polizei wurde gerufen. Ich erhielt eine Vorladung von der Polizei, in dem ich mich wegen angeblichen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und sogar wegen Landfriedensbruch äußern sollte. Daraufhin habe ich eine Protesterklärung für die Presse verfasst".

"Landfriedensbruch liegt nicht vor, da das Gelände, auf dem die Wahlwerbung stattfand, Eigentum von Opel ist. Auch Hausfriedensbruch ist fraglich, da das Grundstück nicht umzäunt und damit öffentlich zugänglich ist", informierte einer der Moderatoren.

Alle solidarisierten sich mit dieser Montagsdemonstrantin. Diese Protesterklärung wird an die Presse weitergeleitet.

Ein Mitarbeiter von Opel stellte klar: "Wir wehren uns weiter gegen die Werkschließung und kämpfen um jeden Arbeitsplatz. Dabei lassen wir uns von Drohungen der Geschäftsleitung bzw. vom Werkschutz nicht beeinflussen!"

Nach einigen weiteren Redebeiträgen endete die Montagskundgebung mit der üblichen Abschlusshymne. Am nächsten Montag geht es um den jüngsten Bischofsskandal wegen Geldverschwendung und dem Einfluss der Kirche auf die
Gesellschaft.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer
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1 Kommentar
9.015
Christoph Nitsch aus Bochum | 22.10.2013 | 21:11  
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