Sozialer Aspekt in Bochum kam zu kurz

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Die heutige Veranstaltung "Bochum, wohin des Weges" im Blue Square war sehr interessant und der Raum war prall gefüllt. In der Diskussion ging es vor allem um die positiven Seiten der Stadt Bochum wie durch den Universitätsstandort und die Ausweitung der Universität auf andere Stadtteile wie z.B. dem Blue Square in der Innenstadt. Auch wurde das hohe kulturelle Angebot in Bochum wie z.B. das Schauspielhaus, mehrere freie Theater, die Museen, aber auch die kulturellen Punkte für die Kommunikation wie z.B. das Bermuda-Dreieck angesprochen. Weiterhin wurde im Bereich der IT und der damit verbundenen interdisziplinarischen Kommunikation eine große Zukunftsperspektive gesehen.

Besonderer Schwerpunkt war die Wohnungsbaupolitik. Dr. Markus Bradtke, der neue Stadtbaurat Bochum, äußerte sich wie folgt: "Hier gibt es einen großen Nachholbedarf. Unser Ziel ist es, bis 2030 entsprechend Wohnraum zu bezahlbaren Preisen zu schaffen." Zur Flüchtlingsfrage äußerte sich Dr. Bradtke wie folgt: "Die Unterbringung der Flüchtlinge in Zeltstädten usw. war eine pure Notwendigkeit, weil niemand den Zustrom einschätzen konnte. Kein Wort über die Anmerkung aus dem Publikum, dass in Bochum rd. 9000 Wohnungen leer stehen. Gleichzeitig monierte Herr Dr. Bradtke, dass potentielle Bauherren für die Inanspruchnahme von Wohnungsbauförderungsmitteln zum Sozialamt gehen müssen, wo sie mit Menschen zusammentreffen, die einen Antrag auf einen Wohnberechtigungsschein stellen. "Deshalb wurde die Wohnungsbauförderung von der Bauverwaltung übernommen, denn es ist ein Kontrast zu den Antragstellern im Nadelstreifen und den Leuten, die zum Sozialamt müssen".

Besser kann die Diskriminierung der Transferleistungsempfänger nicht dargestellt werden! Wäre das Sozialamt mit der Wohnungsbauförderung überlastet gewesen, hätte Dr. Bradtke sich wie folgt äußern müssen: "Aus personellen Kapazitätsgründen kann das Sozialamt nicht die Anträge auf Wohnungsbauförderung bearbeiten. Deshalb wurde dieser Aufgabenbereich der Bauverwaltung angegliedert".

Es folgten Redebeiträge zum Umweltschutz und der zügellosen Bebauung des Bochumer Stadtgebietes. "Weitmar-Mark ist zwar noch eine bevorzugte Wohngegend in Bochum, aber wird zunehmend zugebaut, so dass Freiflächen fehlen".

Meine Frage an den Sprecher der Geschäftsleitung der Stadtwerke Bochum, Dietmar Spohn, auf einen Sozialtarif für Bedürftige für Strom und Gas, wurde nicht beantwortet. Ebenfalls äußerte sich niemand auf dem Podium, wie es mit den Arbeitsplätzen in Bochum aussieht und warum Hartz IV - Empfänger vorrangig in Ein-Euro-Jobs gezwungen werden. Lediglich Herr Dr. Schräge erklärte, dass durch das IT-Sicherheits-Konzept Arbeitsplätze geschaffen würden.

Im allgemeinen hatte ich den Eindruck, dass soziale Fragen in der Podiumsdiskussion keine Rolle spielten.

Auf dem Podium waren:

Dr. Markus Bradtke, Stadtbaurat Bochum
Dr. Sven Schäge, Horst Görtz Institut für IT-­Sicherheit an der Ruhr-­Universität Bochum
Romy Schmidt, Leiterin des Prinz Regent Theaters
Dietmar Spohn, Sprecher der Geschäftsführung, Stadtwerke Bochum
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