Tauschbörsen-der kapitalistische Verein mit Linksanstrich

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Es ist nicht schön, wenn man wenig Geld hat und damit zurecht kommen muss. Deshalb hatte jemand die Idee, Tauschbörsen ins Leben zu rufen, die es mittlerweile in ganz Deutschland gibt.
In einen gut ersichtlichen großen Topf wird Plus und Minus der fiktiven Währung aus Tauschgeschäften zwischen den Mitgliedern fiktiv hineingetan und herausgenommen, so dass die Übersicht der Tauschgeschäfte klar zu erkennen ist. Manche Tauschringe erheben auch einen Monatsbeitrag in dieser Währung.
Doch durch dieses Prinzip des gegenseitig bezahlten Tausches ist jeder der Mitglieder meistens akribisch hinter seinem eigenen Gewinn, einem Plus seiner fiktiven Währung her, ja, er rechnet und rechnet auf, und handelt die für ihn beste Gewinnmaximierung in diesem System aus, ob es sich nun um befreundete Mitglieder handelt oder nicht.
Von daher meine ich, dass dieses System auf nicht monetärer Basis ebenso kapitalistisch ist wie einige der linken Mitglieder die sozialistische Kritik an der Gesellschaft darstellen, nämlich materialistisch geprägt und nichts besseres und nichts alternatives, auch wenn sich viele Mitglieder einen ökologischen oder anti-kapitalistischen Anstrich geben.
Ich habe gute menschlich geprägte Tauschgeschäfte, aber auch oftmals gierige Gewinnsucht und minuziöses Aufrechnen erlebt. Auch gerade diejenigen, die den quasi Kommunismus auf ihre Fahnen geschrieben hatten, strebten am meisten nach kapitalistischem Gewinn in diesem System.

Ich meine, wenn man sich gegenseitig helfen will, kann das nichts mit Rechnung und Aufrechnung zu tun haben, gerade wenn auch andere Faktoren, nämlich die freundschaftlichen oder mitmenschlichen eine Rolle spielen.
Die Tauschbörsen sollten nicht die überall gegenwärtige gesellschaftliche Gepflogenheit, möglichst viel Profit zu machen, übernehmen und ich plädiere für eine Art der Nachbarschaftshilfe, die aus freien nicht zu berechnendem Wohlwollen und Menschlichkeit gehandhabt werden, denn was uns ja auch schon lange klar ist: - Wenn wir jemand anderem etwas Gutes tun, tun wir es auch gleichzeitig für uns selbst.
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3 Kommentare
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Christoph Nitsch aus Bochum | 07.04.2017 | 03:01  
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Volker Dau aus Bochum | 08.04.2017 | 19:31  
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Ingrid Dressel aus Bochum | 19.04.2017 | 04:20  
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