Versklavte Frauen gibt es auch in Deutschland

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Schwerpunktthema der heutigen Montagsdemo war der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Nach der Begrüßung durch die Moderatoren und einem Montagsdemolied leitete eine Rednerin die Diskussion über dieses Thema ein.

"Der 25. November wird seit 1999 durch die Initiierung der Vereinten Nationen internationaler Aktionstag gegen Gewalt an Frauen bezeichnet. Die Ursache liegt jedoch viel weiter zurück. 1960 wurden drei Schwestern in der Dominikanischen Republik von den Militärangehörigen des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt, vergewaltigt und getötet. Auch heute werden unzählige Frauen in allen Teilen der Welt (auch Deutschland) benachteiligt, diskriminiert, sexuell angegriffen und häufig misshandelt. Dagegen gibt es jedoch immer mehr Widerstand, sei es durch internationale Frauenrechtsbewegungen, Großdemonstrationen oder Streiks. In Deutschland kämpfen ebenfalls viele Frauenorganisationen, z.B. Courage, um ihre Rechte".

Eine weitere Rednerin ergänzte: "In Bangladesh werden die Industriearbeiterinnen auf das brutalste ausgebeutet und misshandelt. Die Fabrikbesitzer haben Schlägertrupps angeheuert, um Widerstand der modernen Sklavinnen im Keim zu ersticken. Die Frauen werden gezwungen, in der Fabrik zu übernachten und oftmals werden sie sogar vergewaltigt. Wenn die Beschäftigten sich gewerkschaftlich organisieren, stehen sie mit einem Bein im Tod. Trotzdem haben sich viele Frauen organisiert und streiken seit vielen Tagen gegen die unsäglichen Arbeitsbedingungen".

"In Indien sind die Frauen "Freiwild" und Vergewaltigung ist dort an der Tagesordnung. Bisher wurde nur in einem Fall ein Sexualverbrecher verurteilt. Indien hat jedoch die stärkste Widerstandsbewegung der Frauen, es kommt zu Massenprotesten", hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

Eine Rednerin schilderte ihre eigenen Erfahrungen in Deutschland mit Gewalt von Männern: "Ich wurde häufig von meinem Mann geschlagen und habe mich zunächst nicht gewehrt. Als er jedoch meine Kinder bedrängte, ließ ich mir das nicht mehr gefallen. Mit Hilfe meiner Nachbarn und der Polizei konnte schließlich mein Peiniger gestoppt werden".

"Besonders schlimm ist die Lage der Frauen in den orientalischen Ländern wie Saudi-Arabien, dem Iran, Afghanistan und anderen islamischen Staaten. Hier werden die Rechte der Frauen mit Füßen getreten", erläuterte einer der Moderatoren.

Ein Mitarbeiter von Opel berichtete von dem Mobbing einer Betriebsratsangehörigen durch andere Mitglieder des Betriebsrates. "Du machst nur Betriebsratsarbeit, weil du keine Kinder hast", solche oder ähnliche Diskriminierungen sind an der Tagesordnung. Der Hintergrund ist die Mobilisierung der Belegschaft für einen Arbeitskampf gegen die Schließung des Opel-Werk I durch diese Betriebsrätin".

Als musikalisches Intermezzo wurde ein Kampflied der Frauenbewegung "Solidarität International" (SI) gesungen. Außerdem gab es eine Sammlung für die um Freiheit kämpfenden Kurden aus Syrien, dem Irak, Iran und der Türkei, die von syrischen und türkischen Truppen von der Außenwelt abgeschnitten sind und dringend Lebensmittel und Medikamente benötigen. Der Erlös dieser Sammlung geht über Solidarität international direkt an den "Türkischen Halbmond", einer Hilfeorganisation in der Türkei ähnlich wie das Deutsche Rote Kreuz.

Danach sprach ein Redner die weiterhin niedrigere Bezahlung der Frauen im Gegensatz zu Männern für die gleiche Tätigkeit an. Eine Rednerin prangerte die Vermarktung der Frau als Sexobjekt an. "Prostitution muss verboten werden", forderte sie.

Zum Schluss schlug einer der Moderatoren vor, wegen der Aktualität das Thema "geplante Online-Überwachung von Hartz IV - Empfängern" bereits in der nächsten Woche zu diskutieren. Dieser Vorschlag war konsensfähig.

Beim Singen der üblichen Abschlusshymne lief ein kleines Kind in die Mitte und klatschte begeistert mit seinen Händchen. Die Mutter machte daraufhin einige Fotos. Eine Montagsdemonstrantin kam mit dem Mikrofon zu dem Mädchen und ermunterte es, auch einmal darein zu sprechen. Doch das Kind hatte davor noch Angst, aber nicht vor den Leuten der Montagsdemo.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer
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