Zukunftsakademie als Arbeitsplatzbeschaffungsmodell?

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Die Zukunftsakademie an der Humboldtstraße wirkt inhaltlich wie eine Baustelle.
Jens Lücking wünscht sich konkrete Inhalte und Ziele

Der Festakt zur Eröffnung der Zukunftsakademie NRW (ZAK), die ihren Sitz in Bochum hat, brauchte Zeit – fast fünf Stunden lang dauerte kürzlich die Veranstaltung in den Kammerspielen des Schauspielhauses und hinterließ mehr Fragen als Antworten. "Mir ist es nicht klar geworden, wohin die Reise gehen soll", resümierte Jens Lücking, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger, den Abend.

Lücking ist sich sicher, dass es den meisten der rund 400 geladenen Gästen nicht anders ergangen sei. "Die Wortbeiträge vom NRW-Kulturstaatssekretär Bernd Neuendorf und vom Geschäftsführer des ZAK, Timo Köster, drehten sich zu sehr ums Allgemeine. Da ist mir zu viel 'work in progress' im Spiel – eben Arbeit im Fluss ohne konkretes Ziel." Interkultur, Kulturelle Bildung, Stadtgesellschaft – das seien die Pfeiler, die die neue Institution – eine Idee, die im Kulturhauptstadtjahr geboren wurde – an der Humboldtstraße tragen sollen. "Die Aufgabe der Zukunftsakademie ist es aber wohl nicht, junge Migranten in Theaterprojekte einzubinden oder Strategien zu entwickeln, mehr Migranten an Kultur teilhaben zu lassen", hat Lücking herausgehört.

Vielmehr soll das ZAK ein Raum des Diskurses über zukunftsrelevante Themen und Fragestellungen sein, ein landesweites Laboratorium für Projekte mit Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten. "Was immer das auch sein soll, da muss aber noch kräftig am Inhalt und an der programmatischen Transparenz gearbeitet werden, sonst entsteht sehr schnell der Eindruck, dass sich bei der Zukunftsakademie eventuell nur um ein finanziell gut ausgepolstertes Arbeitsplatzbeschaffungsmodell für Soziologen handelt", mahnt Lücking an.
Träger der Zukunftsakademie NRW sind das Land NRW, die Stiftung Mercator, die Stadt Bochum und das Schauspielhaus Bochum. Die finanzielle Austattung in Höhe von rund 500.000 Euro teilen sich das Land und die Stiftung. Die Stadt Bochum übernimmt die Betriebskosten für das Haus an der Humboldtstraße in Höhe von jährlich 100.000 Euro. Geplant ist zudem, dass das Tanzprojekt "Renegade" Mitmieter wird.
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Volker Dau aus Bochum | 09.12.2013 | 18:09  
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