50. Crash Kurs mit 200 Augusta-Pflegeschülern

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Die Zahl der Verkehrstoten im Bereich des Polizeipräsidiums Bochum ist von 15 (2014) auf acht in 2015 gesunken. Eine gute Nachricht. Man ruht sich aber nicht auf diesen Lorbeeren aus, sondern arbeitet weiter daran, die Schreckenszahlen klein zu halten. Im Kunstmuseum an der Bergstraße fand der 50. „Crash Kurs NRW“ statt. Mit dieser gemeinsamen Veranstaltung, die üblicherweise in Schulklassen stattfindet, wollen Notärzte, Feuerwehr, Seelsorger und Polizei bei jungen Fahrern unter 25 Jahren das Bewusstsein für Sicherheit schärfen.
19 Prozent aller Unfälle werden von dieser Altersgruppe verursacht, die aber an der Gesamtbevölkerung nur einen Anteil von acht Prozent hat. „Dieser Tatsache“, sagt Projektleiter Polizeihauptkommissar Siegfried Klein, „wollen wir mit dem Crash Kurs entgegenwirken.“ Mit (gestellten) Videos schocken die Veranstalter – aber die Notfall-Experten warten den Berichten von ihrer Arbeit dann mit echten Fotos auf, die bei einigen der Teilnehmer nicht nur für einen Kloß im Hals sorgten.
Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier hatte rund 200 Pflege-Auszubildende der Augusta Kliniken und eine Reihe anderer Schüler im voll besetzten Saal begrüßt. Sie betonte, dass ihre Kollegen keinen der Anwesenden bei einem Unfall antreffen wollen und rief zu steter Vorsicht und Besonnenheit auf. Notarzt Dr. Thorsten Schleifer, Oberarzt in der Anästhesiologischen Klinik des Augusta, ergänzte die Aussage der Polizeipräsidentin. Er wolle die jungen Auszubildenden im Saal durchaus gerne im Krankenhaus wiedersehen. „Aber bitte nur als Kollegen. Nicht als Patienten.“
Die Originalbilder von zwei nur noch als Blechhaufen identifizierbaren Autos schockieren wirklich. Nicht nur, weil man weiß, dass sich noch junge Menschen darin befinden, die zum Teil direkt am Unfallort (in Bochum und Herne) verstarben. Einer der Unfälle nahe dem Cranger Kirmesgelände endete für den Fahrzeuglenker und zwei Beifahrer tödlich. Der Aufprall hatte einen kleinen Anhänger quer über eine breite Straße regelrecht geschossen.
Die Gruppe hatte vorher getrunken, gefeiert und sich dann gestritten. Da waren sie noch zu viert. „Einer von den Vieren hat überlebt“, schildert Carsten Turmann vom Verkehrsunfallkommissariat und wird nachdenklich. „Der ist nach dem Streit nicht mit ins Auto gestiegen und kann nun als einziger noch zur Cranger Kirmes fahren.“ ef
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