Das wertvolle Gefühl, Menschen zu helfen

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Stefan Heußner rettete als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Günnigfeld mit seinen Kollegen Menschen aus der brennenden Uniklinik Bergmannsheil. Fotos (2): Marc Keiterling
 
Zwischen seinen Einsätzen am Brandort schlüpfte Heußner, Objektleiter der Stadtspiegel Bochum und Wattenscheid, in seinen Anzug und ging seinem Job nach.

Neben der Berufsfeuerwehr waren in der Nacht zum Freitag am Bergmannsheil auch zahlreiche Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren im Einsatz. Die werden bei Vorliegen einer solchen Großschadenslage aus ihrem alltäglichen, ihrem beruflichen Leben temporär herausbeordert. Exemplarisch schildert hier Stefan Heußner, Objektleiter der Stadtspiegels in Bochum und Wattenscheid, den Verlauf des frühen 30. September. Heußner ist seit 22 Jahren aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Günnigfeld.

Um 3.08 Uhr meldete sich bei ihm der Funkmelder und signalisierte die Einsatznotwendigkeit. "Dann heißt es: auf dem schnellsten Wege rein in die Einsatzkleidung und hin zum Brandort. Man macht sich schon kurz Gedanken darüber, was nun auf einen zukommt. Der Fokus liegt jedoch darauf, möglichst rasch zum Einsatz zu kommen", erklärt der 38-Jährige.
Es gibt sechs Abstufungen der Alarmierung, bezeichnet mit F0 bis F5. Heußner: "F0 steht für Vorfälle wie einen brennenden Papiercontainer. F5 markiert entsprechend das andere Ende der Skala." Ein Flugzeugabsturz in ein Gebäude etwa wäre ein solcher Fall. Der Brand im Bergmannsheil wurde mit F3 markiert. "Als wir uns mit unserem Einsatzfahrzeug der Klinik näherten, schoss es mir durch den Kopf: Das hier ist eher F4 als F3. In der Straße, auf der wir anfuhren, war noch kein weiteres Rettungsteam eingetroffen. An den Krankenhausfenstern in der sechsten Etage standen Personen, die um Hilfe schrieen", beschreibt Stefan Heußner die Szenerie.


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Mit Bettlaken durch das Treppenhaus getragen


Der Günnigfelder Löscheinsatzführer - mit der Einsatzleitung der Berufsfeuerwehr vor Ort verbunden - erteilte seinen zehn Leuten dann den Befehl: Personenrettung. Mit den Löscharbeiten waren von der anderen Gebäudeseite bereits andere Löschzüge beschäftigt. "Unter Atemschutz sind wir dann durch das Fluchttreppenhaus hinauf in die sechste Etage. Hier haben wir dann die Krankenzimmer in diesem Gebäudeteil durchsucht und die Patienten herausgeholt. Viele waren immobil, konnten nicht selbst laufen. Da nicht sofort Liegen zur Verfügung standen, haben wir die Menschen liegend in Bettlaken transportiert. So ging es auch durch das Treppenhaus nach unten, hier haben wir Hilfe durch Klinikmitarbeiter und Polizeibeamte erhalten", schildert Heußner das weitere Vorgehen. Zur direkten Brandbekämpfung wurde der Günnigfelder Zug nicht mehr herangezogen, dies übernahmen andere Wehren.
Gegen 7 Uhr am Morgen war Stefan Heußner wieder daheim, nahm einen schnellen Bekleidungswechsel vor und besuchte wenig später einen Geschäftskunden. Am Nachmittag dann legte er erneut seine Einsatzkleidung an und begab sich zur Unglücksstelle, wo er mit seinen Günnigfelder Kameraden unter anderem die Brandwache durchführte.

Für aktive Mitglieder dankbar


"Es ist für alle Kollegen eine hohe körperliche und auch psychische Belastung. Besonders dann, wenn du ja auch noch in deinem Beruf eingebunden bist. Doch das Gefühl, Menschen zu helfen, ist auch ein sehr wertvolles", schließt Heußner.
Übrigens: Die Freiwilligen Feuerwehren sind für jedes aktive Mitglied dankbar. In Nordrhein-Westfalen liegt die Altersobergrenze für Erwachsene bei 60 Jahren, der Eintritt ist bis zu diesem Alter möglich. Kinder können sich ab dem sechsten Lebensjahr beteiligen, für die Jugendfeuerwehr gilt eine Altersuntergrenze von zehn Jahren. Weitere Infos gibt es im Netz unter www.feuerwehr-bochum.de.
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1 Kommentar
Beatrix Gutmann aus Essen-Süd | 04.10.2016 | 07:39  
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