Lotsinnen des Gesundheitsamtes aus dem „Team Frühe Hilfen“ unterstützen über 300 Familien im Jahr

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Die Stellen des Teams werden zu etwa achtzig Prozent vom Bund gefördert. Ungefähr 320 Familien mit 400 Kindern nahmen die kostenlose Hilfe im letzten Jahr in Anspruch. (Foto: Stadt Bochum, Referat für Kommunikation)

Hell ist der Raum im Gesundheitsamt am Westring, in dem das „Team Frühe Hilfen“ Besucher empfängt.

Draußen rauscht schnell und laut der Verkehr vorbei, drinnen bieten Familienkinderkrankenschwester Antje Spielmann und Familienhebamme Christiane Knott einen ruhigen Beratungsort für Mütter, Väter, Schwangere und Kinder, die sich in einer besonderen Lebenssituation befinden, zum Beispiel weil sie allein erziehend oder Eltern von Mehrlingen sind oder aber wenig Unterstützung aus dem privaten Umfeld haben.

Förderung von Beziehungen und guter Ernährung

Circa 320 Familien mit rund 400 Kindern haben im letzten Jahr die vertrauliche und kostenlose Hilfe des „Teams Frühe Hilfen“ angenommen. Das Aufgabenfeld ist vielfältig: Förderung der Eltern-Kind-Beziehung und –Bindung, Ernährungs- und Stillberatung, Entwicklungs- und Gesundheitsförderung und den individuellen Bedürfnissen angepasste Geburtsvorbereitung sind nur ein kleiner Auszug aus den Angeboten.

Ärzte und Kliniken zählen zu den zahlreichen Partnern

Die Hauptaufgaben sind Familienberatung und individuelle Netzwerkarbeit. Zu den Netzwerkpartnern zählen Beratungsstellen, Gynäkologen, Kinderärzte, Kliniken und Sozialarbeiter. Bei Bedarf vermittelt das Team weitere Hilfe. Dabei geht es vor allem um Prävention. „Wir wünschen uns frühen Kontakt – am besten schon in der Schwangerschaft, um belastende Situationen schon im Vorfeld zu verhindern“, so Christiane Knott. Dabei verstehen die Mitarbeiterinnen sich als Lotsinnen in Gesundheitsfragen im Familienalltag, die sich darüber freuen, wenn Familien die Hilfe zur Selbsthilfe annehmen und umsetzen. „Es ist eine unglaubliche Stärke, wenn die Familien erkennen, dass Hilfe anzunehmen keine Schwäche ist, sondern die eigentliche Stärke“, so Antje Spielmann.

Netzwerkarbeit und Unterstützung

Zwei Familienkinderkrankenschwestern und drei Familienhebammen bilden ein Team, das sich ergänzt. Sie gehören zum Gesundheitsamt und betreuen Kinder bis zum sechsten Lebensjahr. Dabei beziehen sie alle Familienmitglieder mit ein. In der Schwangerschaft, im Wochenbett und während des ersten Lebensjahres unterstützen vor allem die Familienhebammen, bei medizinischen Problemen ziehen sie die Familienkinderkrankenschwestern hinzu. Mit Beginn des zweiten Lebensjahres übernehmen dann die Familienkinderkrankenschwestern die Betreuung.
Neben den festen Sprechzeiten im Gesundheitsamt mittwochs zwischen 13 und 15 Uhr sowie individuellen Terminvereinbarungen gibt es seit September letzten Jahres regelmäßige Sprechstunden in großen Flüchtlingsunterkünften, die sehr gut angenommen werden. Der Schwerpunkt liegt in der Elternberatung bei Hausbesuchen. Christiane Knott: „Wir arbeiten mit allen Sinnen. Das hilft uns dabei, für jede Familie die passende Hilfe zu finden.“

Achtzigprozentige Förderung

Wer Kontakt zum „Team Frühe Hilfen“ aufnehmen möchte, kann sich unter Tel.: 910 – 30 76 oder – 15 61 melden und einen Termin vereinbaren oder eine Mail schreiben an gesundheitsamt-mukibude@bochum.de. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.bochum.de/team-fruehe-hilfen sowie unter www.fruehehilfen.de.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert die Stellen des „Teams Frühe Hilfen“ zu etwa achtzig Prozent. Sie sind Teil der Bundesinitiative „Frühe Hilfen“, deren Ziel es ist, dass Kinder von Anfang an faire Chancen auf eine gesunde Entwicklung haben. Dazu gehören Willkommensbesuche, Elternkurse, Informationsmaterialien, Beratungen und auch Hilfen zur Erziehung.
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