Seniorenbüro hat schon über 100 Senioren für das Smartphone fit gemacht

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Neues Wissen: (v.l.) Kursleiter Georg Stark zeigt Friedhelm Koch (79) und Ursula Dorpmund (70) einige Smartphone-Funktionen für Fortgeschrittene.
Bochum: Albert-Schmidt-Haus |

Zahlreiche Kontakte sind dadurch auch offline entstanden – Neue Infoabende am 17. und 22. Januar

„Ich bin glücklich, dass ich mich getraut habe, diesen Kurs zu besuchen.“ Ursula Dorpmund ist 70 Jahre alt, hatte früher einen technischen Beruf im Labor und auch der Umgang mit dem Laptop ist ihr nicht fremd. Aber das bewährte Klapphandy vom Discounter gegen ein Smartphone tauschen? Das ist alles viel zu kompliziert! Doch seit sie eins der vom Seniorenbüro Bochum-Mitte organisierten Seminare besucht hat, sieht Ursula Dorpmund die Geräte anders.

„Der Alltag gelingt etwas leichter, ich kann viele Dinge mal eben machen, ohne am PC sitzen zu müssen“, sagt sie. Als Vorsitzende von SV Eintracht Grumme 1919 erreichen sie die Spielergebnisse bequem und zeitnah. Ein Schlüsselerlebnis war allerdings ein kurzfristiger Gleiswechsel eines gebuchten Zuges von Berlin nach Bochum. Wer die Bahn-App auf dem Handy hatte, wurde rechtzeitig informiert – Ursula Dorpmund irrte durch den Hauptbahnhof und las den Hinweis viel später zuhause als Mail auf ihrem Computer. „Wenn ich jetzt keinen Kurs mache, mache ich es nie mehr“, sagte sie sich anschließend.

Georg Stark heißt der Mann, der im Auftrag des Seniorenbüros Mitte inzwischen schon über 100 ältere Menschen fit für Tablet und Smartphone gemacht hat. Im Hauptberuf arbeitet er in der IT-Branche, auch als Coach. Die Kursteilnehmer bescheinigen ihm „eine Engelsgeduld“. „Die meisten haben Angst, etwas falsch zu machen. Wenn aber erst einmal klar ist, dass alles durch Schieben und Drücken möglich ist und wo sich der Zurück-Knopf befindet, verschwindet die Scheu“, sagt er. „Ich versuche, Zuversicht und Neugier zu vermitteln. Einfach mal loslegen und Knöpfe drücken!“

Wer sich traut, erlebt etwas, das weit ins soziale Leben hineinreichen kann: Senioren fühlen sich 20 Jahre jünger, fühlen sich mitgenommen und integriert in die Kommunikation der Familie. Kontakte werden gestärkt, alte leben wieder auf. Der Mensch wird mutiger, zieht größere Kreise.

Wie Friedhelm Koch. Der 79-Jährige liebt das Radfahren und hat dank Smartphone-Kauf und -Kurs jetzt immer eine interaktive Karte mit Satellitennavigation dabei. So kann er sich neue Strecken erschließen und dabei sogar viel befahrene Straßen vermeiden. Außerdem hat Koch den digitalen Austausch für sich entdeckt, leitet gerne interessante Links, Texte und Bilder in die Messenger-Gruppe des Kurses weiter.

Dort ist eigentlich täglich etwas los. Alle vier bis sechs Wochen dann treffen sich einige der Teilnehmer auch im echten Leben zum Offline-Stammtisch. So hat das vermeintlich oberflächliche Smartphone das geschafft, was auch ein Hauptziel des Seniorenbüros ist: Menschen zusammenzubringen.

Neue Infoabende zu den bald startenden Smartphonekursen des Seniorenbüros Bochum-Mitte finden statt am Mittwoch, 17. Januar, und Montag, 22. Januar, jeweils um 17.30 Uhr im Albert-Schmidt-Haus, Heuversstraße 2 (Nähe Springerplatz). Anmeldung bei Georg Stark unter 01573/6444601.
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