Video: Stau-Party am frühen Morgen - Stadtspiegel-Team munterte Staugeplagte auf

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Das Stauteam aus Bochum und Wattenscheid verbreitete bei den teils genervten Autofahrern mit heißem Kaffee, frischen Brötchen, Luftballons, Gewinnspiel und Ausgaben des Stadtspiegels gute Laune. (Foto: Molatta)
  Morgens um sechs Uhr ist die Welt durchaus noch in Ordnung - zumindest wenn eifrige Stadtspiegelmitarbeiter aus Bochum und Wattenscheid staugeplagten Berufspendlern mit heißem Kaffee, frischen Brötchen und ein paar netten und aufmunternden Worten ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. So geschehen heute am frühen Morgen, als sich die Blechlawine zäh auf den Umgehungsstraßen Richtung Autobahn quälte.

Die Sperrung der A40 Richtung Essen sorgte vor allem an der Kreuzung Harpener Hellweg und Am Ruhrpark für lange Schlangen vor den Ampeln. Doch an diesem Morgen wurde den Autofahrern das Warten im Stau ein wenig "versüßt". Der ein oder andere schien mit den Gedanken noch in den heimischen Federn, als die Staubegleiter dezent an die Scheibe klopften, um Kaffee und Brötchen zu reichen oder fix die Scheibe von Schmutz befreiten.
Gaben einige durch eisernes Starren auf ihr Handy deutlich zu verstehen, dass sie um die Uhrzeit lieber nicht angesprochen werden wollten, so wurde die Aktion insgesamt durchweg positiv aufgenommen. Und das Stadtspiegel-Staubegleiterteam bekam einen Eindruck von den Menschen, die morgens zwischen 6 und 9 auf den Straßen Bochums unterwegs sind. Da war das Pärchen, das seinen Flug Richtung Antalya wohl verpasst hat, weil sie die Nachricht über die Sperrung nicht mitbekommen hatten. "Unser Flieger geht um 8.15 Uhr", klagten die beiden gegen 7.15 Uhr. "Das werden wir wohl nicht mehr schaffen."

Oder die allen Vorurteilen entgegentretende Studentin, die sich nicht erst am frühen Nachmittag aus dem Bett rollt, sondern in aller Frühe Richtung Uni Essen auf den Weg machte, um sich auf eine Seminararbeit vorzubereiten. Die anscheinend verwöhnten Bezirkspolizisten waren ein wenig enttäuscht über die trockenen Brötchen - ihnen wären belegte lieber gewesen. Die zahlreichen Handwerker in ihren Transportern oder Kleinlastwagen auf dem Weg zur nächsten Baustelle nahmen dankend Kaffee und Brötchen an. Und dann gab es noch den 1958 aus Schlesien nach Bochum gekommenen älteren Herren, der den "tollen Einfall" des Stadtspiegels honorierte und darüber plauderte, wie damals die A40 gebaut wurde: 1958 waren die Abschnitte zwischen Wattenscheid und Bochum und zwischen der Bochumer Stadtgrenze und Dortmund-Lütgendortmund fertig. 1960 wurde der Ruhrschnellweg auf dem damaligen Bochumer Stadtgebiet eingeweiht. Und mit zwei Brötchen im Gepäck - für ihn und seine Frau - konstatierte er, dass die Menschen hier "abhängig von den Autobahnen sind."

Dankbar wurden auch die Ratschläge der ortskundigen Staubegleiter zu weiteren "Schleichwegen" angenommen, um den Stau zu umgehen. Und die Hinweise, dass sie den Stau in wenigen Minuten und zwei, drei Ampelphasen hinter sich gebracht haben, sorgte gemeinhin für erleichterndes Aufatmen.
Abschließendes I-Tüpfelchen: Dem Medienkollegen von Radio 98,5 verhalf der Stadtspiegel gleich zu einer kleinen morgendlichen lokalen Meldung: Er verbreitete die Nachricht über die Staubgeleiter des Stadtspiegels über den Äther.
Und die Wattenscheider Tafel konnte der Stadtspiegel auch noch glücklich machen. Denn die rund 300 - von insgesamt 2000 - übriggeblieben Brötchen brachte Stadtspiegel-Objektleiter Dietmar Dost gleich Richtung Wattenscheid, wo die Tafel-Mitarbeiter sie direkt verteilen konnten.

Das Video zur Aktion
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3 Kommentare
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Haldun Tuncay aus Essen-Süd | 20.09.2013 | 11:12  
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Volker Dau aus Bochum | 20.09.2013 | 21:37  
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Heini Bergmann aus Bochum | 20.09.2013 | 22:30  
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