Wie ein Anruf im „Pavillon“ das Leben wieder ins Lot bringen kann

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Andrea Röper ist Teamleiterin im „Pavillon“.
Bochum: Pavillon |

Kontakt- und Beratungszentrum der Suchthilfe unterstützt Abhängige individuell

Mehr Sport, gesündere Ernährung, weniger Alkohol – klassische Vorsätze für das neue Jahr und schon schwer genug umzusetzen. In den Bochumer „Pavillon" aber kommen Menschen, die ihre Pläne wegen einer Suchterkrankung nicht alleine verwirklichen können. Das Kontakt- und Beratungszentrum der Inneren Mission – Diakonisches Werk Bochum hilft mit unterschiedlichen Angeboten.

„Unsere Schwelle ist bewusst niedrig", sagt Andrea Röper, seit Herbst neue Teamleitung im „Pavillon". Montags bis donnerstags von 12.30 bis 16 Uhr steht der Flachbau an der Maximilian-Kolbe-Straße/Ecke Schmidtstraße zum lockeren Kaffeetrinken zur Verfügung, zum Kennenlernen und zum Austausch mit anderen Betroffenen. „Suchtkranke Menschen, die uns die ersten Male besuchen, sind oft überrascht, dass wir sie herzlich und offen begrüßen", sagt Andrea Röper. Diese Wertschätzung bekämen die wenigsten von ihnen im Alltag. „Wer mit Alkohol lustig ist, den lädt man gerne ein. Wer dadurch abstürzt, der wird schnell ausgestoßen."

Immer mittwochs um 16.30 Uhr trifft sich die offene Informations- und Austauschgruppe, die im kleinen Rahmen auf den einzelnen Betroffenen eingeht. Ergotherapie, Kochgruppe und Spielegruppe schaffen Interaktion und Struktur.

Um Ausgeglichenheit und innere Ruhe geht es in der Entspannungsgruppe, die sich immer donnerstags von 16.30 bis 17.30 Uhr trifft. Mit leichter Gymnastik und Elementen aus Meditation und Tai Chi lernen die Teilnehmer, ihren Körper wieder richtig wahrzunehmen. „Suchtkranke Menschen haben meist die Achtsamkeit für sich selbst verlernt. Es ist unser Ziel, dass sie zurückkehrt“, sagt Andrea Röper.

Die staatlich anerkannte Sozialarbeiterin und ihr Team betreuen auch die fast immer stark mitbetroffenen Angehörigen und machen Hausbesuche, wenn es notwendig ist.

Der „Pavillon“ ist in ein Netzwerk von Hilfeleistungen wie betreutes Wohnen, stationäre Wohneinrichtungen und Krankenhäuser eingebunden. Wichtig ist: Um die kostenlose Unterstützung zu bekommen, muss niemand bereits abstinent leben, nur die Bereitschaft mitbringen zu kommunizieren und das Problem anzupacken. Ein Anruf unter 0234/961080 könnte für Betroffene daher tatsächlich ein guter Vorsatz für 2017 sein.
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Sabine Schemmann aus Bochum | 11.01.2017 | 11:42  
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