Ein Kinoriese von innen

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Theaterleiter Stefan Hennen gab dem Stadtspiegel einen exklusiven Einblick in die UCI Kinowelt.
 
Heute gibt es kaum noch Mitarbeiter, die einen analogen Filmprojektor bedienen können.
Bochum: UCI |

„Ich bin quasi das Mädchen für alles“, sagt Stefan Hennen, über seinen Beruf. Er ist Theaterleiter der UCI Kinowelt im Ruhr Park und damit zuständig für 14 Kinosäle, 120 Mitarbeiter und jede Menge Popcorn und Nachos. Dem Stadtspiegel gab er Einblicke, die für den gemeinen Kinogänger weitestgehend unsichtbar bleiben.

Durch eine unscheinbare Seitentür gelangt man in ein Treppenhaus, das zu Büroräumen, Lagern, Projektionsetage und einer riesigen Belüftungsanlage im Obergeschoss führt. „Auch hinter den Kulissen des Kinos spielt sich viel ab“, erklärt Stefan Hennen und gewährt einen Blick auf die Lagerbestände. Die können sich sehen lassen. Säcke voller Popcornmais reihen sich an Kisten mit Nachos und Getränkesirup. „Wir haben eine eigene Popcornküche, in der wir täglich frisch produzieren“, so der Theaterleiter.

Weiter geht es in die oberste Etage. Hier befindet sich ein gigantisches Belüftungssystem, das ebenfalls zentral gesteuert werden kann.
Das Herzstück bilden die Projektionsräumlichkeiten, in denen sich die Umrüstung von analoger Filmvorführung auf digitale Wiedergabe noch gut erkennen lässt. „Die Umstellung begann für uns 2009 und wurde 2011 abgeschlossen. Heute arbeiten wir mit einem Theater Management System (TMS), das uns ermöglicht, das Wochenprogramm auf einen zentralen Server zu übertragen. Von hieraus werden die einzelnen digitalen Projektoren gespeist“, erklärt Hennen. Zudem ist ein Werbeserver vorhanden, der mithilfe des Filmplanmoduls zugeschaltet wird. Früher auf 35 Millimetern, werden die Filme heute via Festplatte, Satellit oder Breitbandverbindung angeliefert. „Selbstverständlich sind unsere Kinofilme verschlüsselt, sodass sie nur für bestimmte Kinos mit vorgegebener Spielzeit freigegeben sind“, erklärt der Herr über das Multiplexkino, dem man seine Leidenschaft für den Film sofort anmerkt.
Die 1991 erbaute UCI Kinowelt wurde 2004 umgebaut. Aus ehemals 18 Kinos wurden 14 Säle, die nach und nach für das Kinoerlebnis der Zukunft umgerüstet wurden. „Ich selbst habe als Student mit dem Popcornverkauf angefangen. Nachdem ich den Studiengang Elektro- und Informationstechnik an der TFH Georg Agricola absolviert hatte und meine Diplomarbeit zur Digitalisierung in Kooperation mit dem UCI geschrieben hatte, übernahm ich 2006 die Theaterleitung“, erinnert sich Stefan Hennen.

iSense Kinosaal inklusive 360-Grad-Sound


Der Job wird nicht langweilig, denn das Kino erfindet sich laufend neu. Mit einem „iSense Kinosaal“ kann der Zuschauer den Film inklusive 360-Grad-Sound erleben. Außerdem verfügen acht Säle über die 3D-Wiedergabemöglichkeit.
„Uns ist es wichtig, dass wir Kino neben der Filmvorführung auch noch anders erlebbar machen. So entstand in den eigenen Reihen die Idee, die Säle auch für Gamer zur Verfügung zu stellen. Anfang März gibt es beispielsweise ein FIFA-16-Turnier“, erläutert der Kinoleiter den Wandel des Kinoriesen.
Auch für Kinofans, die regelmäßig den Blick auf die große Leinwand genießen wollen, hat das UCI-Team etwas Neues auf Lager. Mit der Unlimited Card gibt es ab sofort eine Kino-Flat, mit der man alle Filme zu einem Preis sehen kann.
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