Handwerkerprojekt in Bochum bietet Möglichkeiten für Kinder, mit echten Werkzeugen zu arbeiten

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Neben dem Handwerk stehen auch eine Fühstückspause und freies Spielen auf dem Plan. Am Ende der Woche können die Kinder auch ihre Schnitzmesser von zu Hause mitbringen und schärfen. Stumpfes Werkzeug ist allgemein gefährlicher als scharfes. (Foto: Veranstalter)
 
Es gibt für die fleißigen Handwerkerkinder auch ein wenig Werkzeugkunde, damit sie wissen, was sie benutzen, und die passenden Fachbegriffe kennen. (Foto: Veranstalter)

Schnitzen, raspeln und schmirgeln – all das und vieles mehr, was zum Umgang mit Holz gehört, lernen die Kinder beim Handwerkerprojekt unter der Leitung von Lisa Peterkord.

Die einwöchigen Kurse finden in dem Werkraum der Rudolf Steiner Schule in Langendreer statt, der dafür optimal ausgerüstet ist. Neben Sägen, kleinen Äxten und allerlei anderem nützlichen Werkzeug finden sich dort auch mehrere Werkbänke, in die die Materialien zum Bearbeiten auch eingespannt werden können. „Wir nutzen ausschließlich richtige Werkzeuge, die auch stets geschärft sind“, erzählte Peterkord. „So lernen die Kinder neben dem verantwortungsvollen Umgang mit den Geräten auch, dass sie nicht einfach hier herumtoben dürfen, da das zu gefährlich wäre.“

Boot mit Mast oder Baumhaus mit Rutsche

Die Kinder, die zwischen sieben und elf Jahren alt sind, können sich selbst aussuchen, was sie gerne herstellen möchten. So wird in der einen Ecke ein Boot mit Mast und Segeln gebaut und an einem anderen Tisch ein Baumhaus mit Rutsche, ein Insektenhotel oder auch kleinere Gegenstände wie Speere oder Brieföffner. „Die Kinder haben jede Menge Ideen und vieles ist auch von der Form des Holzstückes abhängig, das dann vor ihnen liegt“, erklärte Peterkord. Sie achtet besonders darauf, dass die Gruppen nicht zu groß sind, damit sie die Kinder besser betreuen kann und ihnen gerecht wird. „Daher ist die Anzahl der Kinder pro Gruppe meist auf acht beschränkt.“ Dabei ist die Nachfrage sehr groß: Alle Kurse, die in den Ferien noch stattfinden, sind bereits belegt. „Mittlerweile haben wir hier ein recht großes Einzugsgebiet, weil sich mein Angebot herumspricht. Ich muss nicht mal Werbung machen“, freut sich Peterkord. Sie hat vor zwölf Jahren angefangen, diese Art von Kursen in allen Ferien anzubieten, um eine sinnvolle Beschäftigung für die Kinder zu erreichen. Außerdem sei ihr das Handwerken für Kinder ein besonderes Anliegen. „Die Teilnehmer an den Kursen lernen nicht nur, zu schnitzen und wie man etwas leimt, sondern auch, wie sie einen Akkuschrauber benutzen oder Nägel richtig in das Holz hämmern. Das kann im Alltag immer nützlich sein.“ So sei der Kurs auch kein Üben um des Übens willen, sondern diene dazu, die Kinder zu befähigen, ihre Ideen mit Holz umzusetzen. Regelmäßige Kurse hält Peterkord deshalb auch außerhalb der Ferien in Zusammenarbeit mit dem Sankt Vinzenz-Kinderheim Bochum ab.
Abgesehen davon gibt es für die Kinder auch ein wenig Werkzeugkunde, damit sie wissen, was sie benutzen, und die Fachbegriffe kennen. „Am Ende der Woche können die Mädchen und Jungen auch ihre Schnitzmesser von zu Hause mitbringen und wir schärfen sie dann am Abziehstein, vorausgesetzt, die Eltern erlauben das.“ Denn generell sei die Arbeit mit stumpfen Geräten gefährlicher als mit geschärften.

Werkzeugkunde und Fachbegriffe

Zwischendurch wird außerdem auch eine Frühstückspause eingelegt, auf die freies Spielen auf dem Gelände der Schule folgt. Die Kinder können dann zum Beispiel Fußball spielen oder klettern, bis dann schließlich der Kurs bis um 15 Uhr weitergeht.

Sinnvolle Beschäftigung für Kinder

Das Holz für die Kurse besorgt Peterkord selbst, indem sie bei sich zu Hause Hecken schneidet, da Holzstücke oder Äste mit den benötigten Maßen meist gar nicht gekauft werden können. „Außerdem kann auch nicht jede Art von Holz von Hand bearbeitet werden. Hasel und Weide zum Beispiel sind geeignet, während Eiche zu hart und Eibe giftig ist“, weiß Peterkord.
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