Ich lerne für das Leben. ARD Tatort Winterberg 1966. Eine etwas geflunkerte Schulstory

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Kamera läuft.
Hin und wieder lasse ich Geschichten auf die Menschheit los. Auch schon während meiner Schulzeit. So bat mich unser Klassen Lehrer ein Ein Personenstück für unsere Schulabschluss Fahrt Winterberg 1966 zu schreiben. Thema ich lerne für das Leben. Da ich über eine lebhafte Fantasie verfügte stimmte ich begeistert zu. Da das ganze auch noch von der ARD live aufgezeichnet werden sollte gab es nur noch aufgeregte Leute in meinem Umfeld. Mama sagte:, Gudrun zwinkere bitte für Vati mit dem linken Auge und für mich dem rechten Auge damit wir wissen das du an uns denkst. Schwester Erika sollte ich direkt in die Kamera hinein winken. Na sicher mit beiden Armen wie ich sie kenne.Noch bevor es Richtung Winterberg ging vergab ich an Mitschüler und Lehrer noch einige Körperteile. Schultern zucken, Hinterkopf kratzen, Arme heben und senken dann Arme frei für meine Schwester. Allen denen ich weniger zu getan war würde ich etwas Husten wollte ich immer schon. Nun ging es auf große Fahrt eine schöne Landschaft flog an mir vorbei. Aber im Gedanken war ich schon mit meinem Projekt beschäftigt. Gleich nach der Ankunft ereilte mich noch ein telefonischer Anruf des damaligen Ministers (Schule und Weiterbildung) mit der Bitte, eigens für das Ministerium zu niesen. Ich gelobte auch das. War ja eine wichtige Angelegenheit. Die Aufregung wuchs. Die Proben liefen bestens. Bis auf ein paar Muskelzerrungen ging es eigentlich. Ich entschied mich für legere Kleidung angesichts der vielen Verrenkungen. Viele Hände drückten die meinen. Hals und Beinbruch Wünsche wies ich aber zurück . Schien mir doch nicht ganz angebracht. Am Premieren Abend war ich natürlich entsprechend aufgeregt. Das Fernsehteam stand bereit. Licht aus Spot an. Kamera. Kamera. Eins und Zwei und Drei.
Kamera läuft schrie Jemand. Oh es ging los. Fast entglitt mir der Text. Denn ich hustete , winkte, ruckte , zuckte, trampelte, wackelte und fuchtelte. Vor Aufregung und Hitze nieste ich geradezu Zwanzigmal Mal. Na das Ministerium würde sich freuen. Nun zum eigentlichen Text. Ich lerne für das Leben. Zwischen zwei Zeilen bemerkte ich einen schweißgebadeten Kameramann und einen Regisseur mit erhobenen Stuhl in der Hand. Ihn hielt mit viel Mühe ein Regie-Assistent vor den schlimmsten zurück . Danke dafür. Ich hatte begriffen, ich war durch gefallen. Ich begriff überhaupt sehr schnell. Aber die Schulfreunde jubelten. Schrien welch eine Leistung und wie sie geniest hat mit ihrer zauberhaften Stubsnase, Hey wie gefiel euch der Vortrag rief ich? Sagt schon wie gefiel euch mein Vortrag? Ich lerne für das Leben. Du hast einen Vortrag gehalten? Wann war denn das? Über wen? Über das Leben? Warum? Völlig ratlose Gesichter um mich herum. Alles grinste. Unser Pauker wo war denn unser Pauker oh, oh sein Gesichtsausdruck etwas blass um die Nase ließ mich ahnen was die Zukunft für mich vorgesehen hatte. Ich hatte soeben für das Leben gelernt.
Anmerkung. Die Fahrt nach Winterberg und das Stück gab es. Aufgenommen wurde mit einer Schmalfilmkamera voll im Trend damals und war eine freundliche Leihgabe von Opa.
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2 Kommentare
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 22.10.2015 | 14:49  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 02.11.2015 | 18:20  
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