Schneefegen - Lust oder Last?

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Die weißen Tage sind wunderbar, ein Schwarzweißbild der Bäume am Straßenrand, wenn nur…. wenn das Schneefegen nicht wäre.
Mein Hauswirt schickte eine ein Din A 4 seitige Aufforderung mit fettgedruckter amtlicher Verordnung , damit alle Hausbewohner ihren so überaus wichtigen Pflichten minuziös nachkamen.
Gut, es schadete nicht, richtig in Schweiß zu geraten, dachte ich, sah es als sportliches Event an, dass mir nicht gerade Vergnügen, aber eine gewisse Befriedigung einbrachte. Ich gab mein Bestes.
Mein Nachbar kam, als ich mit dem Schippen fertig war, aus dem Haus und fummelte an der Mülltonne herum.
Er sieht das Schneeschippen als seine Domäne an und kontrollierte verstohlen die Präzision meiner Bemühung. Erfreut wird er nicht gewesen sein, aber er sagte nichts.
Aber… trotzdem stellte ich mir bei meiner Tätigkeit die Frage nach dem höheren Sinn der Angelegenheit. Wenn nämlich sämtlicher Schnee beseitigt, Salz gestreut ist und es erneut schneit, entsteht eine Matsche, die weitaus gefährlicher, sprich, rutschiger ist als eine geschlossene Schneedecke.
In den Bergen würde man auf so etwas Abstruses wie Bürgersteige säubern, gar nicht erst kommen. Da gibt es dicke Winterstiefel mit Profil, eventuell Spikes.

Manche Mitbürger machen aber daraus eine überaus wichtige Aufgabe, wie die nachfolgenden Zeilen zeigen:

--- „Im Moment bin ich mit Schneeräumen ausführlich und sehr intensiv unter Zuhilfenahme diverser Werkzeuge beschäftigt. Die da wären ein großer und kleiner Besen, eine alte, abgenutzte Schneeschaufel aus der Garage sowie eine neue von Aldi. Diese habe ich bei mir im Flur stehen. Dabei wende ich verschiedene Techniken an.
In der Grundstellung nehme ich den Besen, breit, und fege den Schnee vom Haus weg Richtung Autoabstellplatz. Dies ist unter Berücksichtigung der technischen Eigenschaften des etwas älteren Besens und der liegenden und noch fallenden Schneemenge nur in einem relativ schmalen Abschnitt der Straße sowie des Hauseinganges möglich.
Nach Durchdenken der Problemstellung und einer Testreihe hat es sich als primär praktikabel herausgestellt, nach zwei Mal fegen einmal die Schneeschaufel zum Einsatz zu bringen.
An der Stelle befinde ich mich gerade. – Optimierungsversuche der theoretisch und manuell möglichen Schneeräumquote.
Die Versuchsreihe befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium, so dass Aussagen über das voraussichtliche Endergebnis der Studien rein hypothetischer Natur sind.---“

So kann man das Ganze also auch angehen. Ich interviewte noch einige Zeitgenossen über das Problem des Festschnees und Schneematsches, und sie gaben mir recht, dass die Gewohnheit im Flachland wohl eher von mittelmäßiger Panik beherrscht wurde, was ich verwunderlich fand, weil….
… viele Leute vom Flachland fahren gerne mal in die Berge und genießen dort den wunderbaren knirschenden Schnee unter ihren Füssen, so richtig winterlich.
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