Wenn Kadaver Party machen

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So, das HB-Männchen muss mal wieder stänkern. Dieses mal geht es um Werbung und Fleisch:

Nein, ich bin kein Vegetarier. Aber ich mag Tiere. Nicht nur auf dem Teller. Deswegen versuche ich, mir bewusst zu machen, dass jedes Stück Fleisch, das auf dem Teller landet, ein Lebewesen war.
Klar, es macht keinen Spaß, sich Schweinchen Babe vorzustellen, bevor die Zähne ein zartes Schnitzel zerreißen. Aber wenn wir schon kaum noch Bezug zur Wurst haben, dann schadet das Nachdenken nicht. Es wird immer selbstverständlicher, dass Fleisch im Kühlregal wächst. Ein ehemaliges Lebewesen sieht in dem eingeschweißten Stück Aas kaum noch jemand.
Die Distanz zum Tier lässt vieles vergessen. Zum Beispiel das Leid, welches Tiere in der Massentierhaltung ausgesetzt sind. Fleisch und Wurst sind billiger als vegetarische Varianten. Möglich ist das nur, weil die Tiere gequält werden.
Damit darüber kaum noch jemand nachdenkt, gibt es zum Glück Werbung. Wurst ist witzig! Das hätte der neue Slogan der BiFi sein können. Denn der Hersteller wirbt in seinem Spot mit einer drollig animierten Mini-Salami mit dürren Ärmchen, großen Augen und riesiger Klappe.
Irgendwie ist das allerdings schon makaber. Erst wird ein Tier geschlachtet, püriert und dann in Zigarrenform gepresst, nur um als quicklebendiger Kadaver vermarktet zu werden. Muss das denn sein? So geht der letzte Bezug zum Lebewesen, das hinter und in der Wurst steckt, gänzlich verloren. Obwohl… Gänzlich vielleicht nicht. Denn wer zweimal hinsieht und einmal eine Körperwelten-Ausstellung besucht hat, der kann in der Wurst auch ein Plastinat des Leichenpräparators Gunther von Hagens sehen. Guten Appetit!
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