1. Shotokan Tag im DKV: Training im Zeichen des Tigers

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  Bochum: lohringhalle | Am 10.10.2015 fand der erste Shotokan-Lehrgang dieser Art auf Bundesebene statt – mit den ganz großen Trainern der größten Stilrichtung im DKV: Bernhard Milner (9. Dan), Roland Lowinger (8. Dan), Klaus Sterba (8. Dan), Antonio Dionisio (7. Dan), Detlef Herbst (7. Dan), Klaus Bitsch (6. Dan, Bundestrainer Kumite im DKV) und Wolfgang Brockers (5. Dan). Mindestens 200 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und sind voll und ganz auf ihre „Kosten“ gekommen, obwohl das so nicht stimmt, denn der Lehrgang war kostenlos, Büffet mit Freibier am Ende inklusive. Da nicht alle Teilnehmer den ganzen Tag mitgemacht hatten, und eine Anmeldung nicht erforderlich war, lässt sich die genaue Zahl auch nicht ermitteln.
„Gebündelt Wissen und Werte des Shotokan an die Basis, an die Breitensportler und deren Trainer weiterzugeben“, so Roland Lowinger, war das Ziel dieses anregungsreichen Tages. Das Konzept hierfür hatte er zusammen mit Bernhard Milner ersonnen, um Ersatz zu schaffen für den Shotokan-Cup, der in diesem Jahr ausgefallen war. Sie wollten den Mitgliedern trotzdem etwas mitgeben, Impulse für die Stilrichtung setzen, an einheitlichen Standards arbeiten und die „Shotokan-Familie“ weiter zusammenschweißen. Entsprechend lagen die Trainingsschwerpunkte in den Bereichen Kihon, Kata und prüfungsrelevante Kumiteformen.
Shotokan ist mit 56% der Mitglieder die größte der rund 20 Stilrichtungen im DKV, zum Vergleich: 22% betreiben stiloffenes Karate (SOK), 6% Goju-Ryu.
Aber der Reihe nach: am Vorabend hatten Detlef Herbst, Josef Neuberger und Mohammed Abu Wahib die große Shotokan-Prüfungskommission mit ihren Leistungen überzeugt und wurden mit den Urkunden zum 7., 6. und 5. Dan ausgezeichnet.
Am Morgen des 10.10. wurden die Teilnehmer vom siebenköpfigen Trainerteam, das zusammen auf 50 (!!) Dan-Grade kommt, begrüßt und den Prüflingen wurde in großer Runde gratuliert. Nach gemeinsamem Aufwärmen wurde parallel in 3 Gruppen nach Graduierung (7.-4. Kyu/3.-1. Kyu/ab Dan) trainiert. Für jede Gruppe waren 5 Einheiten im Angebot, das so geschickt eingeteilt war, dass jeder Teilnehmer einmal bei jedem Großmeister – manchmal traten sie auch als Trainerteam auf – trainieren konnte. Und in jeder Einheit wurden die Besonderheiten des Shotokans herausgestellt und die vielen Facetten aus wechselnden Blickwinkeln beleuchtet.
Ein gemeinsames Angebot für alle Gruppen fand in der Mittagspause statt: Wolfgang Brockers referierte über die Entwicklung des Shotokan Karate. Immerhin rund 50 Teilnehmer folgten seinem außerordentlich kenntnisreichen Vortrag, der mit der Situation in Okinawa vor gut 100 Jahren begann. Über Gichin Funakoshi, der als Begründer der Shotokan-Stilrichtung gilt, erfuhren wir, dass er es strikt abgelehnt hatte, sein Karate als eigenen Stil oder Shotokan-Karate zu bezeichnen. Für ihn gab es nur ein einheitliches Karate. Es waren seine Schüler, die das Karate ihres verstorbenen Lehrers von dem Karate anderer Schulen abgrenzen wollten. Wolfgang Brockers ging des Weiteren auf die Rolle Nakayamas und der JKA ebenso ein wie auf Kanazawa, erklärte die Entwicklung von DKB, DJKB und DKV und zeigte am Ende die typischen Kennzeichen der heutigen Stilrichtung in Abgrenzung zu anderen Stilrichtungen auf.
Diese typischen Kennzeichen rückte auch Bernhard Milner in der Abschlusseinheit, die sich ebenfalls an alle Teilnehmer gemeinsam richtete, in den Fokus: Ganzkörperspannung, Ganzkörperbewegung, Fokussierung auf den Punkt und das bei tiefen Ständen und großen Bewegungen.
Und danach wurde das Büffet eröffnet: Schweinebraten, Currywurst, Salate und viele Brotsorten, dazu Bier oder alkoholfreie Getränke – sehr zur Freude der beim vielen Trainieren hungrig und durstig gewordenen Gäste. Dieser gemütliche Teil des Tages wurde zu Gesprächen mit den Trainern, mit Vereinskollegen oder alten Bekannten genutzt – wie bei einem Familientreffen halt.
Viele Teilnehmer, die aus allen Teilen der BRD angereist waren, waren voll des Lobes über diesen bislang einzigartigen Lehrgang – und sie würden sich über eine Neuauflage im kommenden Jahr sehr freuen. „Ein überaus positiver Einstieg“, urteilte auch Roland Lowinger am Ende und kündigte eine Fortsetzung im kommenden Jahr an – vielleicht mit weiteren Shotokan-Dan oder auch –Kyu-Prüfungen und Prüferausbildungen an.
Ich denke, mit diesem DKV-Training im Zeichen des Tigers haben Bernhard Milner und Roland Lowinger ein Erfolgsmodell erfunden, das begeistert und auf jeden Fall fortgesetzt werden sollte.
Barbara Höfer
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