Blau-weiße Tierzähmung: Der VfL Bochum begeistert seine Treuen und macht Lust auf einen versöhnlichen Abschluss

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Agil, sicher auf der Linie und schnell im Umschaltspiel nach vorne: Manuel Riemann wusste auch gegen Paderborn zu gefallen. (Foto: Molatta)
 

Er ist ein echter "Bochumer Junge", VfL-Fan durch und durch, hat Deutsch und Sozialwissenschaften auf Lehramt studiert, doch nach dem ersten Staatsexamen siegte die Liebe zum runden Leder. Seine Scudetto-Fußballabende sind deutschlandweit bekannt und genießen mittlerweile Kultstatus, ebenso wie seine zahlreichen Bücher rund um den Fußball. Sein Buch »Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben – es ist das Einzige« war der erfolgreichste Fußballroman 2008 und wurde für das »Fußballbuch des Jahres 2009« der »Deutschen Akademie für Fußballkultur« vorgeschlagen. Er schreibt regelmäßig für die verschiedensten Print-Medien - heute mit einem guten Gefühl nach dem 4:0-Sieg seines VfL gegen Paderborn auch für den Stadtspiegel und den Lokalkompass. Infos zu Ben Redelings unter: www.scudetto.de

Von Ben Redelings: Es könnte eine erfolgreiche Woche der Zähmung wilder Tiere werden. Am Freitagabend startete der VfL mit der ersten Mission und konnte den handzahmen »Tiger», so der Spitzname des SC Paderborn Trainers Stefan Effenberg, in den Käfig sperren. Ohne große Gegenwehr der Ostwestfalen spielte sich der VfL in der ersten Halbzeit in einen wahren Rausch. Die Zuschauer verfolgten das Spektakel mit zuerst erstaunten, später nur noch mit glücklich strahlenden Gesichtern. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten die Blau-Weißen endlich einmal wieder vorbehaltlos überzeugen.
Auch der Wechsel auf der Torhüter-Position machte sich bemerkbar. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die solch einen Tausch rechtfertigen. Egal mit wem man nach dem Spiel auch sprach, alle hatten bei der Bewertung der Torhüter-Leistung von Manuel Riemann eine Szene aus der ersten Halbzeit im Kopf. Und es war noch nicht einmal eine großartige Parade, an die sich die Besucher der Partie erinnerten. Vielmehr war es eine Situation, bei der in der Vergangenheit den VfL-Zuschauern oftmals das Herz in die Hose rutschte. Denn bei Rückpässen auf Andi Luthe hatten alle Bochumer stets unwillkürlich ein Gefühl: Angst! Nicht so am Freitagabend. Als zwei Paderborner auf Manuel Riemann zustürmten, stockte niemandem im Stadion der Atem. Unbewusst dachten alle: Der macht das schon!
Wenn dieses Gefühl auch seine Mitspieler haben, dann hat sich dieser Wechsel – der nach dem unbedachten Facebook-Eintrag des ehemaligen Stammkeepers Luthe ohnehin dauerhaft sein dürfte – schon gelohnt. VfL-Trainer Gertjan Verbeek mag mit diesem Tausch auch mehr bezweckt haben als den einfachen Wechsel auf einer Position. Man darf gespannt sein, ob er auch zu einem längerfristigen Mentalitätswechsel führen wird.
Bereits am heutigen Mittwochabend muss sich der VfL erneut beweisen. Diesmal geht es im Münchener Olympiastadion gegen die Löwen zur zweiten Tierzähmung der Woche. Einige Hundert VfL-Fans werden vor Ort das Spiel unseres Vereins verfolgen. Und die allermeisten sind guten Mutes. Ein Sieg gegen den TSV 1860 München würde nicht nur der Vereinskasse sehr gut tun, sondern vor allem auch die Stimmung vor dem letzten Spiel des Jahres gegen die Zebras aus Duisburg noch einmal deutlich heben. Nach einem sehr intensiven blau-weißen Jahr und einem bunten Strauß von Gefühlen dürfte es zur Winterpause ruhig noch einmal ein Bündel blühender Tulpen geben.
Vielleicht verteilt der VfL zum versöhnlichen Abschluss des Jahres dann auch noch einen Strauß dieser Tulpen an Trainer Gertjan Verbeek und die Pressevertreter. Man wünscht als Außenstehender allen einen etwas entspannteren Umgang miteinander. Oder, um es mit den Worten des Ex-Bundestrainers Berti Vogts zu sagen, der einmal in Anlehnung an Verse von Peter Rosegger dichtete: "Ein bisschen mehr Freude und weniger Streit, ein bisschen mehr Güte und weniger Neid, ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass, ein bisschen mehr Wahrheit, das wäre doch was." In diesem Sinne: Frohe, blau-weiße Weihnachtstage! Agil, sicher auf der Linie und schnell im Umschaltspiel nach vorne: Manuel Riemann wusste auch gegen Paderborn zu gefallen. Foto: Molatta
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