Bochum fordert im Pokal die Bayern - VfL-Kapitän Fabian: "Nicht in Ehrfurcht erstarren!"

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Patrick Fabian, Mannschaftskapitän des VfL Bochum. Foto: Molatta

Am Mittwoch steigt für den VfL Bochum das Spiel der Spiele: Im Viertelfinale des DFB-Pokals fordern die Blau-Weißen den FC Bayern München heraus. Im Interview vor der Partie verrät Kapitän Patrick Fabian, warum er sich auf die Begegnung freut, wie man die Bayern packen kann und welche Bedeutung das Spiel für den Rest der Saison hat.

Patrick Fabian, beim VfL lebt der Traum vom Pokalendspiel in Berlin. Am 10. Februar kommen die Bayern zum Viertelfinale nach Bochum. Was haben Sie eigentlich gedacht, als dieses Los gezogen wurde?
Patrick Fabian: Ich war schon zwiegespalten. (lacht) Lieber hätte ich jetzt einen anderen Gegner gehabt und die Bayern erst im Finale. Man will immer eine Runde weiterkommen. Das ist zwar gegen die Bayern auch möglich, aber wir wissen natürlich, dass sie ein ganz, ganz dicker Brocken sind. Der FC Bayern ist ja nicht nur national, sondern auch international mittlerweile eine riesige Hausnummer. Aber wie sagt man so schön? Der Pokal hat seine eigenen Gesetze! (lacht) Da geht keiner von uns ins Spiel und hat das vorher schon abgehakt.

Gibt eine solche Partie eigentlich auch Ihnen als gestandenem Profi nochmal einen Extrakick?
Fabian: Na klar! Wir hatten die Bayern ja im letzten Jahr zu einem Freundschaftsspiel in Bochum, das war schon etwas Besonderes. Jetzt ein Pflichtspiel, in dem du dich mit solchen Hochkarätern messen kannst – das ist etwas ganz Besonderes. Und das muss man auf dem Platz auch zeigen.

Der VfL Bochum beschäftigt neuerdings mit Heiner Längenkamp auch einen Sportpsychologen und Mentaltrainer. Ist er vor diesem Spiel gegen die Bayern besonders gefordert?
Fabian: Ich persönlich bin sehr offen für mentales Training. Es spielt zunehmend im Sport eine große Rolle und kann aus meiner Sicht in der heutigen Zeit generell nicht schaden. Aber es muss jeder Spieler für sich selbst entscheiden, ob er das in Anspruch nehmen möchte oder ob ihn das weiterbringt. Wenn ich mich dem nicht öffne, kann ein Mentaltrainer erzählen, was er will.

"Wir müssen ihnen das Leben so schwer wie möglich machen"


Kann man ein Spiel gegen die Bayern so beherzt und offensiv angehen, wie es der Spielweise des VfL entspricht?

Fabian: Ich denke, wir sollten nicht in Ehrfurcht erstarren und uns komplett hinten einigeln. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis irgendwann ein Tor für den Gegner fällt. Auf der anderen Seite darfst du auch nicht ins offene Messer laufen. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Wir müssen sehen, dass wir ihnen das Leben so schwer wie möglich machen. Ich denke, dass es auch gut tut, sie schon in ihrem eigenen Drittel ein bisschen zu ärgern. Ein stückweit offensiv verteidigen, aber dabei die kompakte Defensive nicht vergessen, das könnte ein Weg sein gegen die Bayern.

Wie groß ist die Hoffnung, vielleicht von den Bayern etwas unterschätzt zu werden?
Fabian: Es sind alle Spitzensportler und sie sind normaler Weise in jedem Wettbewerb auf den Punkt da. Aber es ist etwas Unruhe durch den bevorstehenden Trainerwechsel da, zudem sind die Bayern in Hamburg nicht überzeugend in die Rückrunde gestartet. Ich glaube schon, dass wir unsere Chance bekommen.

Wir groß ist andererseits bei Ihnen die Sorge, dass dieser Pokalkracher nur fünf Tage nach dem Zweitligastart die Konzentration auf das Alltagsgeschäft stört?
Fabian: Die Konzentration bei uns in der Mannschaft wird das nicht stören. Ich hoffe nur, dass der Fokus sich auch im Umfeld nicht verschiebt und das Spiel gegen die Bayern bei dem einen oder anderen wichtiger wird als unsere anderen Spiele. Wir leben von der Liga, da haben wir noch hohe Ziele. Daher sollte jedem bewusst sein, dass diese Spiele mindestens genauso wichtig sind wie die Partie gegen die Bayern. Da darf man nicht vergessen, was nachher kommt.

Ein Sieg im Pokal könnte dem VfL noch mal eine Schub geben und neue Euphorie auch für den Aufstiegskampf entfachen. Gerade gegen die Bayern kann man aber auch unter die Räder kommen – könnte das einen Knacks geben für die Liga?
Fabian: Ich glaube, das Pokalspiel muss man ganz separat sehen – egal, wie es letztlich ausgeht. Gewinnen wir gegen die Bayern und danach nicht mehr in der Liga, haben wir auch nichts davon. Es ist ein Pokalspiel, ein anderer Wettbewerb. Und genau so müssen wir es auch angehen.
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