DFB-Pokal: VfL Bochum will in Stuttgart "kratzen und beißen"

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Jens Todt. Foto: Molatta
DFB-Pokal statt Liga-Alltag, Riesenchance statt Abstiegskampf: Beim VfB Stuttgart will der VfL Bochum am heutigen Mittwoch (27.2., 19 Uhr) im Viertelfinale des Pokals als krasser Außenseiter einen großen Kampf abliefern. Dietmar Nolte sprach im Vorfeld der Partie mit VfL-Sportvorstand Jens Todt.


Jens Todt, stört das Pokalspiel in Stuttgart mitten im Abstiegskampf nicht eher?
Todt: Solange wir englische Wochen haben, muss auch einiges gut und richtig gelaufen sein. Daher stört uns das überhaupt nicht. Im Gegenteil: Es ist ein Highlight für den Verein und für die Mannschaft. Und eine gute Chance, sich auf dieser Ebene noch einmal mit einer Mannschaft mit einer ganz anderen Qualität zu messen. Das macht uns richtig Spaß!

Was trauen Sie Ihrer Mannschaft in diesem Vergleich mit einem Erstligisten zu?
Todt: Wir wissen, dass wir in diesem Spiel krasser Außenseiter sind. Aber wir wollen die Stuttgarter so lange wie möglich ärgern, am besten 90 Minuten lang. Und natürlich wollen wir unsere Chance nutzen.

Kann es ein Vorteil sein, dass Bochum dieses Spiel relativ locker angehen kann? Schließlich hat die Mannschaft nichts zu verlieren.
Todt: Wir stehen jetzt im Viertelfinale des DFB-Pokals, da geht man nicht locker rein. Es gilt zu kratzen und zu beißen, wenn auch nur im übertragenen Sinne. Dieses Spiel ist eine Riesenchance für uns, ein Bonbon für unsere Fans. Der VfB hatte in dieser Saison in der Bundesliga zuhause auch schon mal ein paar Probleme und nicht immer überzeugt. Das ändert aber nichts daran, dass wir krasser Außenseiter bleiben.

Sie haben die Probleme des Gegners angesprochen. Wirklich überzeugen konnte der VfB in dieser Saison bisher nicht.
Todt: Das stimmt, Stuttgart hatte zeitweise ähnliche Probleme wie wir, nur auf einem viel höheren Niveau. Auf der anderen Seite haben sie zuletzt auch wieder Erfolge gehabt und sind im Europapokal weiter gekommen. Sie befinden sich in den letzten Spielen eher wieder im Aufwind.

Worauf muss der VfL besonders achten?
Todt: Der VfB Stuttgart kann überragend offensivstark sein. Das ist eine Mannschaft, die an guten Tagen gegen wirklich jeden gewinnen kann. Sie haben mit Ibisevic, Traore, Harnik und dahinter noch mit Gentner eine ganz starke Offensive. Wenn diese Jungs einen guten Tag erwischen, wird es für uns unfassbar schwer. Aber vielleicht erwischen sie am Mittwoch nur einen mittelmäßigen Tag - und wir einen richtig guten.

Der DFB-Pokal bietet Bochum nicht nur sportlich eine große Bühne. Was würde ein Erreichen des Halbfinales finanziell für den Verein bedeuten?
Todt: Es wäre ein ganz großer Schritt, was unsere Finanzen betrifft. Ein Halbfinale bedeutet eine garantierte Einnahme von einer Million Euro. Da wir konservativ und seriös planen, ist diese Summe im Etat natürlich vorher nicht eingeplant gewesen. Das Spiel am Mittwoch ist daher nicht nur ein echtes sportliches Highlight, sondern auch eine gute Chance, unseren Etat weiter zu entlasten. Und diese Chance wollen wir nutzen!
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