Handball: Klasse Abschluss der Riemker Herren – trotzdem abgestiegen - Samija zu Schalke

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Sein letztes Saisonspiel absolvierte am Samstag Marijo Samija für Teutonia Riemke. Eigentlich hieß es, der Top-Torschütze seiner Mannschaft beendet seine Karriere. Doch der 31-Jährige wird laut Ralf Anischewski, Trainer des HSG Schalke 04/96, nächste Saison für den Gelsenkirchener Landesligisten auflaufen. (Foto: Werner Sure)
Bochum: Heinrich-Böll-Halle |

Stehende Ovationen für einen Absteiger – das gibt es wohl nur in Riemke. Einfach grandios die Unterstützung seitens der Fans, die ihrer Mannschaft trotz des so gut wie feststehenden Abstiegs am letzten Spieltag noch einmal in großer Anzahl und mit toller Unterstützung zur Seite standen. Gekommen waren sie wohl auch, um drei Riemker Urgesteinen einen gebührenden Abschied zu bereiten: „Sie sind von innen wie außen grün-weiß“ betonte Alfred Schiske. Gemeint waren Marijo Samija, Dennis Schröder und Lat Al-Youssef, die ihre Handballschuhe nach einer langen Karriere an den Nagel hängen. Bei Marijo Samija scheint das nicht ganz der Fall zu sein, denn er trägt laut Schalke künftig ein blau-weißes Trikot.

Gemeinsam mit ihren Teamkollegen stellte das Trio dann noch einmal eindrucksvoll unter Beweis, dass sie durchaus die Klasse besitzen, um in der Oberliga konkurrenzfähig zu sein. Und hätten sie diese Leistung ein wenig öfter abrufen können, die Teutonen hätten mit dem Abstieg rein gar nichts zu tun gehabt. Genutzt hat der 35:21 (14:12)-Kantersieg gegen die HSG Gevelsberg Silschede am Ende nichts mehr. Kontrahent Augustdorf sicherte sich durch einen Erfolg in Spenge ebenfalls den Sieg und damit die Minimalchance auf den Klassenerhalt – für die Riemker geht es nach nur einer Saison wieder zurück in die Verbandsliga.

Grandiose 2. Halbzeit

Doch das, was die Riemker insbesondere nach dem Wechsel aufs Parkett zauberten, lässt für die neue Saison hoffen, auch wenn es gilt, mit Marijo Samija den routinierten Top-Torschützen zu ersetzen. Warum die Gäste aus Gevelsberg, für die es in der Partie um nichts mehr ging, unnötig Gift in die Partie brachten, bleibt ihr Geheimnis. Die Teutonen ließen sich dadurch nicht anstecken, sie behielten kühlen Kopf und spielten zum Abschluss ihre wohl beste Halbzeit in dieser Saison. 14:12 stand es zur Pause, nach der das Team von Timo Marcinowski so richtig aufdrehte.

"Schnapper" Sven Erzfeld in Hochform

Sven Erzfeld brachte mit einer sensationellen Leistung die gegnerischen Angreifer schier zur Verzweiflung. Selbst schuld - kann man da nur sagen, denn zu der hatten die Gevelsberger den Schnäpper quasi selbst "angestachelt". In dem Keeper brodelte es, nachdem die Gäste-Angreifer in schöner Regelmäßigkeit Würfe in Kopfnähe platzierten. Das mögen Torhüter ganz und gar nicht - Sven Erzfeld zahlte es seinen Kontrahenten mit einer Vielzahl von Glanzparaden heim. Zudem stand die Abwehr bestens, in dieser Spielzeit ansonsten die Achillesferse der Teutonia, und im Angriff wurde mitunter brillant gezaubert. Da gelangen plötzlich Spielzüge, die die gesamte Saison über ins Leere liefen, die beiden Flügelflitzer Andreas Driesel und Christian Bouali spielten effektiv ihre Schnelligkeit aus, Merlin Braithwaite traf ebenso wie Marijo Samija fast nach Belieben aus dem Rückraum und so gab es nach 60 Minuten den höchsten Saisonsieg zu feiern und den verdienten eingangs erwähnten Applaus seitens der treuen Riemker Anhänger.

Teut. Riemke: Erzfeld, Stecken; Braithwaite (8), Aufermann (2), Samija (8/1), Al-Yousef (2), Lüning, Bouali (2), Driesel (6), Müller (5), Kramer (1), Wild (1), Bergermann, Schröder
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