Kapitän Celozzi nimmt VfL Bochum in die Pflicht: „Keine Zeit für Alibis!“

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Stefano Celozzi führte den VfL Bochum gegen Nürnberg mal wieder als Kapitän aufs Feld. Foto: Molatta
Bochum: Vonovia Ruhrstadion |

Den Tabellenführer weitgehend im Griff gehabt, gut mitgespielt – aber wieder keine drei Punkte geholt: Der VfL Bochum hat auch gegen den 1. FC Nürnberg den Befreiungsschlag verpasst und steckt weiter in akuter Abstiegsgefahr. Kapitän Stefano Celozzi, erstmals seit zwei Partien wieder in der Startelf, appelliert im Interview an den Teamgeist: „Wir werden nur gemeinsam aus dem Tabellenkeller herauskommen.“


Stefano Celozzi, wie ordnen Sie das Unentschieden gegen Nürnberg ein: War es eher ein gewonnener Punkt oder waren es eher zwei verlorene Zähler?

Wir müssen in unserer Situation jedes positive Erlebnis mitnehmen. Es war aber leider nur ein kleiner Schritt. Seit Wochen stehen wir nach jedem Spiel da und können immer sagen, dass wir gut gespielt haben, aber unter dem Strich haben wir einfach zu wenige Punkte. Leider ist es auch gegen Nürnberg wieder nicht gelungen, dreifach zu punkten.

Was gefehlt hat, war wieder einmal ein eigener Treffer. Die mangelnde Torgefahr scheint weiterhin das größte Problem des VfL Bochum zu sein.
Das ist ja seit Wochen so. Wir stehen da alle gemeinsam in der Verantwortung und in der Pflicht. Gegen Nürnberg hatten wir auch wieder viele Standardsituationen, da kann man auch mal zum Erfolg kommen. Aber auch das ist uns nicht gelungen. Trotzdem müssen wir das Positive mitnehmen und weitermachen. Wir können alle die Tabelle lesen. Wir wissen, dass die Situation prekär ist. Da gilt es jetzt, so schnell wie möglich so viele Punkte wie möglich zu sammeln.

Was kann Robin Dutt mit der Mannschaft im Training machen, um dieses Offensivproblem zu lösen?
Der Trainer weiß genau, woran er mit der Mannschaft arbeiten muss. Das hat er bei den ersten Einheiten schon getan und das wird er auch in den nächsten Wochen tun. Aber es ist auch kaum Zeit, er hat die Mannschaft nun mal mitten in der Saison übernommen. Wir können jetzt nicht mehr viel Neues einstudieren. Schließlich sind wir fast schon in der Endphase der Saison. Da geht es jetzt mehr darum, noch das Optimum herauszuholen. Das versucht der Trainer mit uns.

"In Ingolstadt dreifach punkten!"


Gehört zu den positiven Aspekten, die man jetzt mitnehmen kann in die nächsten Aufgaben, dass man immerhin gegen den Spitzenreiter der 2. Liga auf Augenhöhe agiert und einen Punkt mitgenommen hat?

Natürlich, das gehört dazu. Nürnberg hat eine sehr gute Mannschaft, die in der Tabelle zurecht da steht, wo sie steht. Was für uns übrigens auch gilt: Auch wir stehen zurecht dort, wo wir stehen. Es wäre fulminant gewesen, wenn wir gegen den Tabellenführer hätten dreifach punkten können. So müssen wir eben das wenige Positive mitnehmen, auch wenn es leider nur ein Punkt ist. Jetzt müssen wir schauen, dass wir am nächsten Montag in Ingolstadt dreifach punkten!

Ist es für den VfL ein zusätzliches Problem, dass diese Bochumer Mannschaft eigentlich für den Aufstieg zusammengestellt wurde? Oder anders gefragt: Kann diese Mannschaft Abstiegskampf?
Natürlich hatten wir uns viel vorgenommen für diese Saison und sind dann eher unerwartet in den Abstiegskampf hinein geraten. Aber die Mannschaft nimmt diesen Abstiegskampf an. Das hat sie gegen Nürnberg gezeigt und das hat sie auch in den letzten Spielen auf dem Platz gezeigt. Wir werden auch nur gemeinsam aus dem Tabellenkeller herauskommen. Wir müssen immer weitermachen und dürfen uns nicht unterkriegen lassen. Wir haben öfter Themen in dieser Saison und auch in den letzten Wochen gehabt, wo wir immer auch hätten Alibis für uns finden können. Aber dafür ist jetzt nicht die Zeit. Wir müssen Punkte sammeln und das wird schwer genug!

Sie selbst standen gegen Nürnberg nach zwei Spielen mal wieder in der Startelf, und dann auch noch auf Ihrer eigentlich gewohnten Position als Rechtsverteidiger - zufrieden?

Natürlich, ich spiele gerne - und auch auf dieser Position.


INFO:
* Gegen Nürnberg agierte der VfL auf Augenhöhe, verbuchte 51 Prozent Ballbesitz und eine fast identische Passquote (79%, FCN 80 %).
* Die Bilanz von 9:6-Torschüssen und 8:3-Ecken spricht für Bochum.
* Auch 14 Flanken sind eine gute Ausbeute – es haperte aber wieder mal an der Verwertung.
* Stefano Celozzi war mit einer Quote von 75 Prozent bester Zweikämpfer seiner Mannschaft.
* In der Tabelle rangiert der VfL nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor Greuther Fürth, das punktgleich auf dem Relegationsabstiegsplatz 16 steht.
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