Kommentar: Ein Sterben auf Raten

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Erst jetzt wird so richtig deutlich, wie groß die Sorgen beim TV Wattenscheid 01 schon seit geraumer Zeit sind. Da kündigen die Stadtwerke Bochum an, das Absenken ihres Sponsorings - entgegen eines Beschlusses aus dem Jahre 2013 - zu verlangsamen. Freude kommt deshalb rund um den Olympiastützpunkt dennoch nicht auf. Weil die Entscheidung lediglich die Wirkung hat, schmerzliche personelle Konsequenzen etwas weiter in die Länge ziehen zu können. Im Klartext: Passiert kein mittleres Wunder, wird sich am hochgeschätzten Leichtathletik-Standort ein Sterben auf Raten vollziehen. Die Rechnung kann sehr leicht aufgemacht werden: weniger qualifizierte Trainer, Gefährdung der qualitativen Arbeit, nachlassende Förderung, schnelles Abwandern talentierter Sportler. Letzteres nur, wenn sie zuvor überhaupt noch ausgebildet werden konnten. Was in Wattenscheid geleistet wird, ist ein Dienst an der Gesellschaft. Junge Menschen erhalten die Gelegenheit, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Sie werden sinnvoll beschäftigt, erfahren eine echte Persönlichkeitsschulung. Erfolgserlebnisse sind motivierend und inspirierend. Auf der Sportanlage und im Leben. Ein Sponsoring an dieser Stelle hat einen ungleich höheren gesellschaftlichen Wert, als die städtische Mitfinanzierung eines Profi-Fußballbetriebs. Was eine Vielzahl existenziell sorgenfreier Zweitliga-Kicker per anno einstreicht, davon können selbst deutsche Spitzen-Leichtathleten oft nur träumen. Bochum besitzt mit dem TV 01 ein Juwel, dessen sollte sich die Stadt mit ihren Gesellschaften bewusst sein.
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