Riemke auf Auswärts-Tour: Handballteams nehmen Fans mit nach Verl und Spenge

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Björn Minzlaff und Sven Erzfeld hatten mit starken Leistungen großen Anteil am Sieg ihrer Teutonia gegen Tabellenführer Bielefeld. (Foto: Schröder)
 
Tanja Berens war im Spiel gegen Everswinkel kaum zu halten. Mit neun Treffern war sie erfolgreichste Torschützin. (Foto: Foto: Schröder)
Die beiden Handballmannschaften des SV Teutonia Riemke machen in dieser Saison wieder ganz besonders viel Spaß. Insbesondere die heimische Böll-Halle verwandelt sich aktuell für die Gästeteams wieder in die „Böll-Hölle“. Und an diesem Wochenende wollen die Grün-Weißen die klasse Stimmung mit auf Reisen nehmen. deshalb wurde für die Auswärtsfahrt am heutigen Samstag ein Bus gechartert. Um 14.30 Uhr startet der Tross vom Riemker Markt. Zunächst geht es um 17 Uhr nach Verl, wo die Damen dem Favoriten ein Bein stellen wollen. Danach geht es weiter ins 30 km entfernte Spenge, wo die Herren um 19 Uhr ihre ersten Auswärtspunkte holen wollen. Beide Teams gehen mit dem Selbstvertrauen aus den Heimspielen des vergangenen Wochenendes, die wiefolgt verlaufen sind:

Grandioses Torwartduo

Eine bessere Antwort auf die Pleite der Vorwoche in Volmetal hätten Riemkes Oberligahandballer nicht geben können. In einer mitreißenden Partie bezwangen sie mit jeder Menge Dusel in der Schlussphase und zwei überragenden Torhütern den bis dato noch ungeschlagenen TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck 31:30 (18:13).
Eine Viertelstunde Anlaufzeit brauchte die Teutonia, ehe ihr Spiel so richtig Fahrt aufnahm. Nachdem man bereits einige gute Chancen liegengelassen hatte und 5:7 zurücklag, leitete Andreas Driesel mit vier Treffern in Folge die Wende ein. Der blitzschnelle Linksaußen profitierte dabei wieder einmal von den punktgenauen Pässen seines Keepers Sven Erzfeld, der sich pünktlich zum Spiel als einsatzfähig zurückgemeldet hatte.Dessen zahlreiche Glanzparaden sowie eine grandiose Abwehrleistung waren dann auch der Grundstein für die überraschend deutliche 18:13-Führung zur Pause, die mit drei weiteren Treffern direkt nach dem Wechsel sogar auf 21:13 ausgebaut werden konnte.
Riemke spielte bis dahin wie aus einem Guss, der Favorit zeigte sich dagegen vor allem in der Defensive erstaunlich anfällig. Das sollte sich in der Folgezeit allerdings ändern. Bielefelds Coach stellte seine Abwehr um, ließ den siebenfachen Torschützen Merlin Braithwaite kurz decken und brachte die Teutonia damit völlig aus dem Konzept. „In dieser Phase haben wir die Ruhe verloren, waren zu ideenlos im Angriff und haben es überdies versäumt, wenigstens in der Abwehr weiter engagiert zu Werke zu gehen“, musste Trainer Timo Marcinowski mit ansehen, wie die Gäste Tor um Tor aufholten. Nur gute zehn Minuten brauchten die Bielefelder für eine 10:3-Serie, mit der sie dieBegegnung beim 23:23 erstmals wieder ausglich. Kurze Zeit später gingen sie sogar mit 26:24 in Führung.
DochRiemke fing sich wieder, wehrte sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage und hatte die richtige Antwort parat. Andreas Driesel von außen, Christian Bouali vom Siebenmeterpunkt und Marijo Samija mit einem Doppelschlag aus dem Rückraum brachten Riemke zurück in die Spur und ihre Mannschaft mit 28:26 (52.) wieder in Front. Es folgte eine hochdramatische Schlussphase, in der es die Fans in der bestens gefüllten Böll-Halle nicht mehr auf den Sitzen hielt.Riemke legte vor, Bielefeld zieht nach und hat in der letzten Minute alle Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden. Denn beim 31:30 fliegt zunächst Riemkes Richard Kramer vom Feld. Kurz darauf die Doppelbestrafung für Riemke: Strafwurf und Zeitstrafe für Marijo Samija. Doch Björn Minzlaff wird zum Helden und pariert den Siebenmeter. 20 Sekunden gilt es noch in doppelter Unterzahl bei eigenem Ballbesitz zu überstehen. Doch die Teutonen vertändeln den Ball, Bielefeld mit der letzten Großchance zum Ausgleich – aberFortuna steht den Riemkern bei: Der Ball landet neben dem Tor.

Tanja Berens in Topform

Punktgewinn oder Punktverlust? So ganz wussten Riemkes Oberligahandballerinnen nicht, ob sie sich über das 29:29 (15:13) gegen den SC DJK Everswinkel freuen oder ärgern sollten.
Die erste Hälfte gehörte klar den Riemkerinnen. Aus einer sicheren Abwehr heraus, in der Silvia Klaile durch ihr konsequentes und engagiertes Auftreten herausragte, lief auch das Spiel nach vorne gut. Großes Manko: Riemke erlaubte sich zuviele Abspielfehler, machte zu wenig aus seinen vielen Chancen und hätte bereits zur Pause deutlicher als 15:13 führen müssen. Dass sich so etwas rächen kann, ist eine alte Sportlerweisheit. So erging es dann auch den Riemkerinnen, die es nach dem Wechsel nicht verstanden, sich weiter abzusetzen, sondern ihren Vorsprung verspielten – zusätzlich bedingt durch den plötzlichen Umschwung der Schiedsrichter. Bestach das Duo in der ersten Hälfte noch durcheine tadellose Leistung, so häuften sich in der zweiten Halbzeit die Fehlentscheidungen. Riemkes Spielerinnen zeigten sich sichtlich irritiert. Doch zum Glück hielten Silvia Klaile mit ihrer grandiosen Defensivleistung und die bestens aufgelegte Tanja Berens mit ihren insgesamt neun Treffern die Teutonia weiter im Spiel. +
Dennoch gerieten die Riemkerinnen in der Schlussphase erstmals in Rückstand, die Begegnung geriet ihnen zu entgleiten, ehe Jenny Güntner in der Schlussminute zum 29:29 ausglich. Dabei sollte es dann auch bleiben, weil die Schiedsrichter Tanja Berens 30 Sekunden vor dem Schlusspfiff einen klaren Strafwurf versagten. Auf dem Weg zu ihrem zehnten Tor und dem Siegtreffer für ihre Mannschaft würde die Außenspielerin für jeden sichtbar beim Wurf behindert, doch der Pfiff blieb aus und die Teutonia musste sich mit einem Punkt begnügen.
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