VfL gegen Fortuna Düsseldorf - Quaschner im Interview: "Es wird ordentlich zur Sache gehen"

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Nils Quaschner traf zuletzt in Nürnberg für den VfL und fordert für das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf vor allem viel Leidenschaft. Foto: Molatta
 
Arbeitsteilung: Nils Quaschner spielt in der Regel auf der Außenbahn, Peniel Mlapa im Sturmzentrum. Foto: Molatta
Bochum: Vonovia Ruhrstadion |

Mit viel Leidenschaft hat sich der VfL Bochum beim 1:0-Sieg in Nürnberg drei Punkte geholt. Genau so soll es auch am Freitag (3.3., 18.30 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf sein, fordert Torschütze Nils Quaschner im Interview . Ein Gespräch mit dem 22-jährigen Offensivspieler über sein goldenes Tor, die Leistung beim ersten Auswärtserfolg seit Ende September und die anstehende Aufgabe gegen die Fortuna.

Nils Quaschner, am Freitag kommt mit Fortuna Düsseldorf die schlechteste Mannschaft der Rückrunde an die Castroper Straße. Wie schätzen Sie dieses Spiel ein?
Nils Quaschner: Grundsätzlich hat Fortuna viel Qualität im Kader. Aber wenn du ein paar Spiele hintereinander nicht gewinnst oder wenige Punkte holst, dann kratzt das natürlich am Selbstbewusstsein. Das kennen wir ja selbst auch. Zum Glück erleben wir gerade genau den umgekehrten Fall und können das Spiel am Freitag mit Selbstvertrauen angehen. Schwer wird’s trotzdem, zumal es ja quasi ein Duell gegen eine Mannschaft aus der Nachbarschaft ist – tabellarisch wie örtlich. Ich denke, wir können uns darauf einstellen, dass es ordentlich zur Sache geht und wir wieder viel Leidenschaft zeigen müssen.

Es ist quasi ein Nachbarschaftsduell, dazu das Spiel zweier ehemaliger Erstligisten – haben Sie die Hoffnung, dass es dieses Mal voller wird im Stadion als zuletzt?
Natürlich wäre es schön für uns, wenn am Freitag möglichst viele Zuschauer kommen. Wenn man keinen attraktiven Fußball zeigt, kann man verstehen, dass der eine oder andere vielleicht mal zu Hause bleibt. Aber mit unseren zwei Siegen in Folge hoffe ich schon, dass wir viele Fans ins Stadion locken. Ich bin auf jeden Fall überzeugt, dass wir wieder eine tolle Stimmung haben werden.

Ist eine entsprechende Kulisse gerade auch für die jungen Spieler eine zusätzliche Motivation und Hilfe?
Auf jeden Fall! Und es ist nicht nur für die jungen Spieler, sondern auch für die älteren und erfahrenen Profis jedes Mal auf Neue wieder ein echter Adrenalinkick.

Sie selbst dürften gegen Düsseldorf wieder auf der offensiven Außenbahn auflaufen. Haben Sie sich mit dieser Rolle inzwischen richtig angefreundet oder zieht es Sie immer noch eher in die Spitze?
Es ist natürlich eine andere Position, als ich sie eigentlich gewohnt bin. Es sind andere Laufwege, ich muss viel mehr mit nach hinten arbeiten und bin oft selbst mit am eigenen Strafraum. Dass ich mehr defensiv arbeiten muss, ist sicher der größte Unterschied. Damit muss man erst mal klar kommen, aber ich habe ja jetzt schon einige Wochen Zeit gehabt, mir diese Rolle anzueignen. Und offensiv habe ich trotzdem eine gewisse Freiheit, auch mal in die Tiefe zu gehen.

Zuletzt in Nürnberg hat Ihr Traumtor dem VfL den Auswärtssieg beschert. Wie haben Sie selbst den Treffer erlebt?
Nils Quaschner: Ehrlich gesagt habe ich es im Spiel selbst gar nicht so als Traumtor wahrgenommen. Jan Gyamerah hat sich außen gut durchgesetzt und dann Ball schön nach innen gelegt. Ich habe ihn richtig satt getroffen und er ist oben rechts eingeschlagen - perfekt.

Haben Sie daran geglaubt, dass dieser Treffer am Ende für drei Punkte reicht?
Bis zu diesem Zeitpunkt in der 35. Minute hatten wir die erste Halbzeit ganz gut im Griff. In der zweiten Halbzeit haben wir die Nürnberger dann ins Spiel kommen lassen und waren nicht mehr so konsequent. Aber wir haben das Ergebnis mit Leidenschaft und Kampf über die Zeit gebracht.

Der VfL hatte schon häufiger Probleme, nach einer Führung die drei Punkte tatsächlich mitzunehmen. Ist Ihnen das in dieser Partie auch durch den Kopf gegangen?
Da wir das schon ein paar Mal erlebt haben, hatte jeder den Vorsatz im Kopf, dass uns das nicht noch einmal passiert. Mit dem Sieg über Würzburg aus der letzten Woche im Gepäck haben wir dann eine gewisse Selbstsicherheit und auch das nötige Selbstbewusstsein gehabt, um so ein Spiel endlich auch mal zu gewinnen.

Sie haben Kampf und Leidenschaft angesprochen – ist es das, was diese Bochumer Mannschaft im Moment ausmacht und charakterisiert?
Das denke ich schon. Und es ist sicher generell in der 2. Liga auch ein gutes Mittel, um dagegen zu halten und, wie in diesem Fall, bei einem Vorsprung das Ergebnis über die Zeit zu bringen und die drei Punkte dann mit nach Hause zu nehmen.

Der VfL hat mit dem Erfolg endlich mal zwei Spiele in Folge gewonnen. Wie sehr trübt es die Stimmung, wenn der Trainer sich öffentlich trotzdem unzufrieden äußert?
Er hat ja Recht. Spielerisch können wir es auf jeden Fall bedeutend besser. Aber bei unserer Besprechung einen Tag nach der Partie hat uns der Trainer dann auch zu unserem Sieg gratuliert.

Gertjan Verbeek hat vor allem das Pass- und Positionsspiel kritisiert. Haben Sie eine Erklärung, warum es im Training gut aussah – und im Spiel dann eben nicht?
Das kann man so klar kaum beantworten. Es gibt ja auch umgekehrt die Situation, dass du unter der Woche nicht so gut trainierst und am Wochenende klappt es dann auf einmal. In dem Fall war es aber wirklich so, dass wir sehr gut trainiert hatten. Das haben wir auch so empfunden, das hat auch jeder einzelne Spieler gespürt. Auf dem Platz in Nürnberg lief es dann nicht so, wir hatten zu viele Fehlpässe. Der Gegner allerdings auch, und so verlief die Partie insgesamt eher schleppend.

Eine letzte persönliche Frage: Sie sind von RB Leipzig ausgeliehen, der VfL hat eine Kaufoption. Sehen Sie selbst Ihre Zukunft über diese Saison hinaus in Bochum?
Natürlich macht man sich als Spieler auch seine Gedanken. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich mich beim VfL sehr wohl fühle. In der Mannschaft passt es, ich habe Freunde gefunden hier und spiele gerne in Bochum.
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