VfL unterliegt Ingolstadt - Fabian: "Setzen uns zu sehr unter Druck!"

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Patrick Fabian spricht Klartext. Foto: Molatta

Der VfL Bochum steckt nach der 0:1-Heimniederlage gegen Ingolstadt wieder im Abstiegskampf. Patrick Fabian betreibt im Interview Ursachenforschung und sucht nach Lösungen.

Patrick Fabian, der gute Saisonanfang kehrt sich ins Gegenteil. Erst gab es die Niederlagen trotz guter Spiele, langsam stimmt auch die Leistung nicht mehr. Woran liegt es?
Patrick Fabian: Wir sind selbst sicher am meisten enttäuscht und wütend, wie dieses Spiel gegen Ingolstadt gelaufen ist. Wir haben verunsichert gespielt. Ich hatte gedacht, dass wir besser ins Spiel kommen, wenn wir die sicheren Bälle spielen, und dann daraus mehr Druck nach vorne entwickeln. Aber nach vorne war es in Gänze sicher viel zu wenig.

Ist der VfL in der gleichen Situation wie vor einem Jahr- steckt man wieder mitten im Abstiegskampf?
Fabian: Tabellarisch ist das sicher so, dass wir wieder unten drin stehen. Das muss man so akzeptieren. Wir werden in den zwei Wochen bis zum nächsten Spiel viel aufzuarbeiten haben. Aber ich lasse mir die gesamte Leistung in dieser Saison jetzt auch nicht schlecht reden.

Was meinen Sie genau?
Fabian: Es kann nicht sein, dass wir nach zwei gewonnenen Spielen ein Kandidat für den Aufstieg sind und nach zwei, drei Niederlagen der Abstiegskandidat Nummer eins.

Was muss jetzt passieren?
Fabian: Wir müssen wieder dahin kommen, wo wir vor drei, vier Wochen waren. Die Mannschaft ist sicherlich insgesamt nicht so erfahren, dass sie Rückschläge immer mal eben so wegsteckt. Es ist aber noch früh in der Saison und ich werde bestimmt jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken und sagen, wir sind schon abgestiegen. Ich habe immer gesagt, wir sollen nicht am Anfang irgendetwas erzählen und Träumereien haben. Sondern nach zehn, 15 Spielen gucken, wo wir stehen. Jetzt sehen wir, wie der Alltag in der Zweiten Liga ist. Da gewinnt man gegen keinen Gegner mal eben so die Spiele. Kurioserweise haben wir gegen die Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte sogar relativ gut ausgesehen und sicher gewonnen.

Was ist in den drei, vier Wochen passiert, die Sie gerade angesprochen haben?
Fabian: Wir haben uns in dem guten Spiel gegen Aalen nicht mit einem Sieg belohnt. Alle sind nach vorne gerannt, alle wollten die drei Punkte – und dann verlierst du so ein Spiel. Danach haben wir in Frankfurt gut gespielt, aber auch nicht gewonnen. Diese Rückschläge haben sich dann schon in der letzten Woche in Sandhausen ausgewirkt, als wir unsere Leistung nicht mehr bringen konnten. Wir sind eine Mannschaft mit wenig Erfahrung. Vielleicht setzen sich einige nach zwei, drei Rückschlägen selbst zu sehr unter Druck. Vielleicht nagt das zu sehr und man geht gehemmt in das nächste Spiel.

Was empfehlen Sie Ihren Mitspielern?
Fabian: Ich kann nur sagen, dass wir dieses Gefühl nicht haben dürfen. Es bringt nichts, zu viel nachzudenken. Dann macht man nur noch mehr Fehler und verkrampft. Wir müssen wieder zu dem unbeschwerten Spiel und zu der Überzeugung zurückkommen, die uns bis vor drei Wochen noch so stark gemacht haben.

Verunsicherung lässt sich auf Knopfdruck aber nicht abstellen. Hilft da die Pause?
Fabian: Ich hoffe, dass uns das spielfreie Wochenende gut tut. Wir sollten alles sacken lassen, einfach mal nicht auf die Tabelle gucken und mal abschalten. Danach können wir hoffentlich wieder befreiter an die nächsten Aufgaben gehen.

Leichter wird es nicht unbedingt: Auswärts warten Aue und Cottbus, daheim geht es sogar gegen die Aufstiegsfavoriten Kaiserslautern und Köln.

Fabian: Wenn wir den Kopf frei bekommen, ist es auch egal, welcher Gegner kommt. Wir haben ja gesehen, dass wir gegen jeden verlieren, aber auch jeden schlagen können. Also ist es egal, wer auf der anderen Seite steht. Wir müssen wieder unsere Punkte holen und alles dafür tun. Elf Punkte nach zehn Spielen sind definitiv viel zu wenig und sicher auch nicht unser Anspruch. Aber was sollen wir machen? Den Betrieb einstellen? Sicherlich nicht! Ich habe persönlich in meiner Karriere trotz aller Rückschläge nie aufgegeben. Wir kommen da wieder raus – aber nur zusammen!
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