Vitaly Janelt startet in Bochum durch: „An ihm wird der VfL noch viel Freude haben“

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Aufmerksam, präsent und erstaunlich souverän: Mit 18 Jahren feierte Vitaly Janelt ein starkes Debüt im VfL-Trikot. Foto: Molatta
 
Vitaly Janelt ist im Mittelfeld variabel einsetzbar, spielt am liebsten in zentraler Rolle. Foto: Molatta
Bochum: Vonovia Ruhrstadion |

Im Schnelldurchgang vom talentierten Jugendspieler zu einer echten, personellen Alternative für die Profis: Vitaly Janelt ist mit 18 Jahren der aktuelle Shootingstar in den Reihen des VfL Bochum.

Als Christian Hochstätter im Winter den 18-jährigen Vitaly Janelt aus Leipzig an die Castroper Straße lotste, hatte er die aktuelle Spielzeit allenfalls im Hinterkopf. „Vitaly ist jemand, den wir perspektivisch verpflichtet haben. Wir erwarten von ihm nicht, dass er uns morgen direkt weiterhilft“, erläuterte der Sportvorstand damals dem Stadtspiegel. Eigentlich für den Sommer geplant, habe man den Transfer vorgezogen, damit „der Spieler ein halbes Jahr die Möglichkeit hat, sich in Ruhe beim VfL zu integrieren, sich an unserer Art des Trainings zu gewöhnen und in Training und Spielen weiter dazu zu lernen.“

Keine drei Monate später hat der Mittelfeldspieler bereits drei Einsätze in der 2. Liga absolviert und konnte dabei fast rundum überzeugen. Janelt hat sich im Eilverfahren an Trainingsinhalte und Pensum unter Gertjan Verbeek angepasst und sich mit starken Eindrücken im Nachwuchs für den berühmten Sprung ins kalte Profiwasser aufgedrängt. Gegen Sandhausen stand der gebürtige Hamburger nicht nur erstmals im Kader, sondern feierte zur zweiten Halbzeit auch gleich seine Premiere im defensiven Mittelfeld der Bochumer, als Dominik Wydra angeschlagen raus musste.

Starkes Debüt: Abgeklärt und präsent

Der Youngster präsentierte sich erstaunlich abgeklärt, wirkte stets präsent und strahlte fast auf Anhieb eine Souveränität aus, die erstaunt. „Er hat vorher nur U19 gespielt – dann so zu spielen und diese Ruhe am Ball zu haben, das hat mir sehr gut gefallen“, lobte und staunte Verbeek zugleich. Verdienter Lohn: In den folgenden Partie gegen Kaiserslautern und Heidenheim stand Janelt sogar in der Startelf. Er präsentiert sich selbstbewusst, fordert den Ball, gibt dem Mittelfeld mehr Struktur. In seinen Offensivaktionen hat er sicher noch Luft nach oben. Doch dass ein 18-Jähriger das seit Wochen eher einfallslose und wenig effektive Angriffsspiel der gestandenen Bochumer Mannschaft rettet, wäre auch mehr als zu viel verlangt.

Entsprechend zeigt sich auch Vitaly Janelt selbst mit seinem Profi-Einstand und seiner bisherigen Zeit im Ruhrpott zufrieden: „Es war ein guter Anfang, ich habe mich von der ersten Minute an wohl gefühlt und bin gut reingekommen.“ Und so abgeklärt, wie er sich auf dem Platz präsentiert hat, ist der hochtalentierte Kicker dann wohl auch wirklich. „Ich habe mir wenig Gedanken gemacht und habe einfach mein Spiel gespielt“, gab er nach seinem Debüt entspannt zu Protokoll.

Es ist ein stückweit auch dieses Selbstbewusstsein und diese Unbekümmertheit, die dem VfL gut zu Gesicht stehen können. Dass der 18-Jährige es damit nicht übertreibt, darauf wird nicht nur Gertjan Verbeek ein waches Auge haben. Denn Janelt kann durchaus auch mal über die Stränge schlagen, das hat er in seiner Zeit bei RB Leipzig gezeigt. Ein überzogener Zapfenstreich, eine Shisha-Pfeife im Trainingslager der U19-Nationalelf, ein Brandfleck auf dem Hotelteppich – das waren die Schlagzeilen im Herbst vergangenen Jahres, die Janelts Karriere jäh unterbrachen. Bis dahin hatte er in der Regionalliga und in der A-Junioren-Bundesliga seine Duftmarken gesetzt. Jetzt flog er aus der Nationalmannschaft, RB Leipzig warf ihn aus der Nachwuchsakademie.

"Gerade junge Leute dürfen Fehler machen"

Pech für Janelt, Glück für den VfL: Christian Hochstätter nutzte das Vakuum und verpflichtete den variabel einsetzbaren Mittelfeldspieler bis 2018 auf Leihbasis plus Option. „In meinen Augen kann ein 18-Jähriger auch mal eine Shisha rauchen, ohne dass er dafür büßen muss. Er hat ja nichts gemacht, dass unbedingt gegen seine Verpflichtung gesprochen hätte“, brach der Sportvorstand eine Lanze für Janelt. „Gerade junge Leute dürfen mal Fehler machen – nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb. Wichtig ist, dass sie dazu lernen.“

In einem war sich Hochstätter schon damals ganz sicher: „Wenn ich den Jungen Fußball spielen sehe, dann kann ich mir gut vorstellen, dass der VfL an ihm noch viel Freude haben wird. Vitaly gehört in seiner Altersklasse zu den Besten, die der deutsche Fußball auf seiner Position zu bieten hat.“ Und das beweist Janelt gerade eindrucksvoll – vielleicht das nächste Mal schon am Ostersonntag (16.4., 13.30 Uhr) wenn der VfL Bochum gegen Greuther Fürth endlich wieder drei Punkte einfahren will.
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