30 Jahre gelebte Städtepartnerschaft - Die Gesellschaft Bochum-Donezk feiert Geburtstag

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Familien in Donezk freuen sich über Kleidung und Spielzeug aus Bochum. (Foto: Gesellschaft Bochum-Donezk)
 
Die Medikamentenlieferung aus Bochum ist nach langem Weg in Donezk angekommen. (Foto: Gesellschaft Bochum-Donezk)

"Wirklich feiern können wir angesichts der Kriegssituation in der Ukraine zwar nicht, aber wir wollen unsere Verbundenheit mit den Menschen in Donezk ausdrücken", blickt Waltraud Jachnow, Gründungsmitglied der Gesellschaft Bochum-Donezk und mittlerweile Ehrenvorsitzende, mit gemischten Gefühlen auf die 30 Jahre währende Partnerschaft zurück.

Begonnen hat alles im März 1987, noch vor der offiziellen Unterzeichnung der Städtepartnerschaft im Rathaus. Was folgte, war ein überaus lebhafter Austausch in allen Bereichen. Verändert hat sich die Partnerschaft mit dem Zerfall der UdSSR 1991. "Durch die Veränderung der politischen Situation, die die Selbständigkeit der Ukraine zur Folge hatte, traten für die Gesellschaft andere Aufgaben in den Vordergrund", so Waltraud Jachnow.
Besuche auf Bürgerebene zu organisieren, war nur noch eingeschränkt möglich, dafür war die humanitäre Hilfe für bedürftige Familien, Waisenkinder und alte Menschen - insbesondere auch ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter - ein Hauptaspekt. "Wir beschaffen Medikamente für die leukämiekranken Kinder, organisieren Transporte und unterstützen Essen auf Rädern. Zusätzlich helfen wir nun auch Flüchtlingskindern, für die sich sonst niemand verantwortlich fühlt", so die Zweite Vorsitzende, Monika Grawe.
"Die zahlreichen Hilferufe, aber besonders auch die Dankschreiben, die wir auch nach so vielen Jahren bekommen, zeigen uns, dass wir mit unserer Hilfe immer noch bittere Not lindern. Denn es gibt zwar inzwischen auch Ukrainer, die viel Geld haben, aber es gibt noch viel mehr, die unsere Unterstützung dringend benötigen", hofft Waltraud Jachnow, dass die Gesellschaft auch künftig durch Spenden unterstützt wird, um weiterhin humanitäre Hilfe leisten zu können.
Das 30-jährige Bestehen der Gesellschaft Bochum-Donezk wird in dieser Woche mit drei Veranstaltungen begleitet. Am heutigen Mittwoch, 29. März, wird um 18 Uhr im Metropolis Kino am Hauptbahnhof der Film "Die Partitur des Krieges" gezeigt. Ein Film, der das Leben zwischen den Fronten beleuchtet. Im April 2015 unternahmen der Kameramann Tom Franke und der aus dem Donbass stammende Komponist und Geiger Mark Chaet einen Grenzgang durch die Ostukraine und ließen ein unmittelbares Bild entstehen.
Eröffnet wird der Abend durch Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. "Er begleitet die Gesellschaft schon lange, hat auch die Schirmherrschaft übernommen und damit ein Zeichen gesetzt, dass die Stadt Bochum auch weiterhin an der Partnerschaft mit Donezk interessiert ist", so Waltraud Jachnow.
Am morgigen Donnerstag, 30. März, folgen eine Lesung mit musikalischer Begleitung und aktuelle Berichte von Gästen aus Donezk in der Evangelischen Stadtakademie, Westring 26c. Zu Gast ab 19.30 Uhr sind Sergej P. Jakubenko sowie Natscha Kaftannikaova, mit denen die Bochumer seit 30 Jahren eng verbunden sind.

Vier Bilder werden versteigert

Eine große Jubiläumsfeier gibt es nicht, wohl aber eine besondere Aktion, um die Hilfe für Donezk weiter im Fluss zu halten. Am Sonntag, 2. April, werden um 17 Uhr im Bochumer Kulturrat, Lothringer Straße 36c, vier Bilder - alle mit Motiven aus Gerthe - zugunsten der notleidenden Menschen in Donezk versteigert.
Die Bilder stammen von Donezker Künstlern, die 1991 und 1993 Stipendiaten des Bochumer Kulturrates waren: Taras Schewtschenko (1929-2015), Stellvertretender Vorsitzender des Donezker Künstlerbundes, war 1991 im Rahmen der Städtepartnerschaft einige Wochen zu Gast beim Bochumer Kulturrat. Eines der damals von ihm gemalten Bilder ging in den Besitz von Bernd Figgemeier vom Bochumer Künstlerbund, zwei in den des Bochumer Kulturrats über.
Das erste Bild hat den Titel "In Gerthe" und ist eine Kreidezeichnung, Mindestgebot 250 Euro. Die „Gerther Impressionen I und II“ sind in Acryl auf Leinwand erstellt, Mindestgebot je Bild 350 Euro.
Anatolij Dereza (*1952, lebt in Donezk), Vorsitzender des Donezker Künstlerbundes, war 1993 einige Wochen in Bochum. Von ihm stammt das Bild „Elisabethkirche“.
Die Bilder sind zu sehen unter www.bochum-donezk.de. Angebote können vorab abgegeben werden unter: auktion@bochum-donezk.de.
Die Originale sind in der Bochumer Sparkasse, Zweigstelle Gerthe, Hans-Sachs-Straße, zu sehen.
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