Silvester mit Hund - Und Nun?

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Mobile Hundeschule & Verhaltenspraxis Heike Hillebrand, wünscht Allen Zwei- und Vierbeinern, ob mit Fell, Panzer oder Gefieder, einen ruhigen, gesunden Jahreswechsel.
Managementmaßnahmen an Silvester
Silvester kommt- unaufhaltbar und jedes Jahr zur gleichen Zeit. Wie kann man trotzdem jedes Jahr aufs Neue überrascht, empört und unvorbereitet sein? Für ein greifendes Training ist es leider viel zu spät, das hätte man unter professioneller Anleitung spätestens im August diesen Jahres starten müssen. Was kann man nun noch tun, um seinem Tier zu helfen?
Im Folgenden finden Sie einigen Managementmaßnahmen, die natürlich kein Ersatz für ein greifendes Training sein können, aber ihrem Tier Hilfe und Erleichterung bereiten könnten.

-Hunde und Katzen am Silvestertag bzw. ab Beginn der „Knallerei“ im Haus
lassen, das kann je nach Region ab dem Verkauf von pyrotechnischen Spielereien
sein. Der Verkauf beginnt deutschlandweit drei Tage vor Silvester.
-Hunde nur angeleint und gut gesichert ausführen, um die Gefahr durch
Erschrecken wegzulaufen oder Knallkörper aufzunehmen, auszuschließen.
-Wenn Ihr Hund den Gassigang aus Angst verweigert, akzeptieren Sie es und
lassen ihn nur kurz zum Lösen in den Garten bzw. vor die Haustür.
-Richten Sie einen sicheren Raum in Ihrer Wohnung ein, möglichst schalldicht,
dunkel und mit dem Platz/Korb, Wasser, besonderer Kauartikel (für Katzen-
Katzentoilette) Ihres Tieres ausgestattet, ein.
-Lassen Sie Ihr Tier nicht alleine, wenn es Ihre Nähe sucht, lassen Sie dies
unbedingt zu. Trösten ist nicht nur erlaubt sondern Pflicht, allerdings ist darauf
zu achten, was und wie tröstet man den eigenen Hund? Mag er Berührung/
Körperkontakt, ist es wichtig den Hund in seiner Angst nicht zusätzlich
körpersprachlich zu bedrohen. Die wissenschaftliche Erklärung zum „Social Support“, lieferte fundiert und einleuchtend Dr. rer. nat. Ute Blaschke-Berthold
in einem Artikel. Er ist auf meiner Facebookseite „Mobile Hundeschule und Verhaltenspraxis Heike Hillebrand“, zum Nachlesen, verlinkt.
-Tiere, die unter der Geräusch- und Geruchskulisse derartig leiden, dass Sie
gesundheitsgefährdet sind(Kreislaufkollaps), kann man mit einem
Beruhigungsmittel vom Tierarzt kurzfristig helfen. Wichtig ist eine
ausführliche Beratung des behandelnden Tierarztes, ob und wie z.B.: Alprazolam
ein Medikament der Benzodiazepinengruppe( Diazepam/ Valium) verabreicht
werden kann und welche Nebenwirkungen möglich sind. Niemals mit
Psychopharmaka aus dem eigenen Hausgebrauch ohne medizinische Beratung das
eigene Haustier behandeln oder ein Tier, das über Tabletten ruhig gestellt
wurde, ohne Aufsicht lassen.
-Ängstlichen Tieren können künstlich hergestellte Pheromone, wie das
sogenannte „DAP“ dog appeasing pheromone( „Feliway“ für Katzen) helfen. „DAP“
wurde dem Pheromon nachempfunden, das von Hündinnen ab 3-5 Tage nach der
Geburt ihrer Welpen produziert wird. Es wird in Talgdrüsen in der mittleren
Furche der Gesäugeleiste erstellt und erreicht seine Wirksamkeit erst durch
die Tätigkeit von Bakterien. Es beruhigt die Welpen, damit sie weder sich
gegenseitig, noch ihre Mutter verletzen beim Säugen, zudem fördert es die
soziale Bindung. Wichtig ist es das „DAP“ als Spray, etwa eine Stunde bevor
Ihr Hund seinen Korb betritt aufzubringen, damit die Trägerflüssigkeit (hier Alkohol) sich vorher verflüchtigen kann. „DAP“ gibt es auch als Diffusor, den
man in eine Steckdose einbringen kann und der seinen Wirkstoff dann nach und
nach in die Raumluft abgibt oder als Halsband.
- Ähnlich ist die Wirkweise von Zylkène®.ein Produkt auf dem deutschen Markt,
das man über seinen Tierarzt oder das Internet beziehen kann. Zylkène®
enthält natürliches a-Casozepin, ein Extrakt, das aus dem Milcheiweiß Casein
aus Magermilch gewonnen wird. Dem Casein, das in der hypoallergenen,
milchzuckerfreien Nahrungsergänzung wirkt, hat man in verschiedenen
Versuchen eine beruhigende Wirkung nachgewiesen. Mit der Anwendung dieses Mittel sollte man möglichst 4-7 Tage vor dem eigentlichen Ereignis beginnen und es noch ein Zeit darüber hinaus geben. Auch hier müsste Ihnen Ihr Tierarzt beratend zur Seite stehen können.
- Theanin( wird aus grünem und schwarzen Tee gewonnen) ist ein relativ neues Mittel, dass zur Angstbekämpfung eingesetzt wird. Hierzu gibt es noch wenige Studien vornehmlich aus dem asiatischen Raum. Erhältlich ist Theanin über das Internet. Zu nennen wäre aus dieser Sparte noch Tryptophan als Nahrungsergänzung und Johanniskraut als hömöopathisches Mittel zur Angstlösung, natürlich gehört zu all diesen Mitteln eine kompetente Beratung vom Tierarzt und/ oder Tierheilpraktiker.
-Als zusätzliche Hilfe, hat sich für viele(nicht für alle) Hunde, das sogenannte
„Thundershirt“ von Wolters, erwiesen. Auch hier wäre es angezeigt, das Shirt
schon einige Zeit vor erstem Einsatz positiv auf zu trainieren. Das Shirt
bezieht seine beruhigende Wirkung, bei beispielsweise Trennungsangst,
Geräuschangst(Gewitter/ Silvester), über seinen gleichmäßigen
Druck(Akupressur) auf die Haut und der damit hervor gerufenen Ausschüttung
von Oxytocin (Hormon, das soziale Bindung und Entspannung fördert).
-Bitte denken Sie daran, am Silvestermorgen ist es meistens noch nicht vorbei,
die Straßen sind noch nicht von Feuerwerksmüll, Scherben und Alkoholresten in
Bechern/ Flaschen geräumt. Mit Böllern und Knallgeräuschen, muss man noch
einige Zeit rechnen, bis auch der Letzte (verbotenerweise) seine Knallvorräte
abgebrannt hat, vergehen mancherorts drei Tage.
-Einige Tiere sind noch Tage nach Silvester traumatisiert, beobachten und
schützen sie ihre Fellnasen besonders gut in dieser Zeit, um schnell reagieren
zu können.


Ich wünsche uns Allen einen friedlichen, ruhigen Wechsel ins Neue Jahr mit Rücksichtnahme auf allen Seiten. Abschaffen kann und möchte ich diese alte Tradition nicht, aber zumindest kann man gut vorbereitet sein, um während dieses Ereignisses seinem Tier möglichst viel Erleichterung zu schaffen.
Frohes Neues, Heike Hillebrand.
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