Beitrag zur Verkehrswende

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Die Stadt Bottrop fördert die Anschaffung von Fahrrädern, Pedelecs und E-Bikes für ihre Beschäftigten und spart im Gegenzug Sachkosten für Dienstfahrten

Die Stadt stellt zur Finanzierung zunächst rund 10.000 Euro zur Verfügung

Bottrop. Seit Beginn des Junis erhalten die Bediensteten der Stadt Bottrop eine finanzielle Unterstützung, wenn sie sich ein Fahrrad, Pedelec oder E-Bike anschaffen.
Dabei galt es allerdings einige Hürden zu nehmen, denn geltende Tarifvertrag (TVöD) und das Beamtenrecht lassen gängige Modelle nicht zu. Ein Dilemma, mit denen auch andere Städte und öffentliche Arbeitgeber seit Jahren kämpfen. Zusammen mit dem Personalrat entwickelte die Stadt nach eigenen Angaben daher ein eigenes Dienstradmodel.
Zwei städtische Mitarbeiter, die von dem neuen Angebot Gebrauch gemacht haben, sind Reimund Keysberg, Mitarbeiter im städtischen Stadtplanungsamt und Mirco Bartsch, der bei der Bottroper Berufsfeuerwehr tätig ist. Bartsch kommt jeden Morgen von Dorsten nach Bottrop. Keysberg wohnt in Gladbeck. "Ich habe bereits seit langem mit der Anschaffung eines Fahrrades geliebäugelt, aber bislang vor den hohen Kosten zurückgeschreckt", sagt er. "Dass die Stadt Bottrop nun den Mitarbeitern ein solches Angebot macht, finde ich klasse. Da habe ich nicht lange überlegt."
Federführend für dieses Projekt sind Markus Müller vom Fachbereich Personal und Organisation sowie Gerwin Conrad, Mobilitätsmanager Stadt Bottrop bei der Koordinierungsstelle Integrierte Stadtentwicklung / InnovationCity. Sie haben nicht nur dieses Modell entwickelt, sondern gelten auch als Ansprechpartner für die Mitarbeiter. Mit im Boot ist auch Uwe Sieg vom städtischen Planungsamt.
Jeder Bedienstete der Stadt Bottrop erhält auf Antrag einen einmaligen Zuschuss in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises - maximal jedoch 250 Euro. Im Gegenzug verpflichten sich die Bediensteten das Rad innerhalb der nächsten zwei Jahre für dienstliche Zwecke einzusetzen. Auf Wunsch wird ihnen ein zinsloses Darlehen in Höhe von bis zu 2.560 Euro, mit einer Laufzeit bis zu 20 Monaten gewährt.
Einen maximalen Zuschuss in Höhe von 25 Prozent des Kaufpreises, höchstens jedoch 625 Euro können Bedienstete beantragen, die aktuell ihren Privat-Pkw in einem Umfang von mehr als 500 Kilometer im Jahr für dienstliche Zwecke einsetzen und künftig auf die Nutzung des Dienst- oder Privat-Pkw verzichten. Entscheiden sie sich für die höhere Bezuschussung, entfällt künftig die Kilometergelderstattung für ihren Pkw.
Damit geht die Verwaltung einen Schritt weiter, als vergleichbare Jobradmodelle. "Zum einen wollen wir durch das eingesparte Kilometergeld das Modell natürlich zumindest teilweise gegenfinanzieren", sagt Technischer Beigeordneter Klaus Müller. "Viel wichtiger aber ist, dass wir einen möglichst konsequenten Umstieg der Beschäftigten vom Auto auf das Rad erreichen und einen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Die verschiedenen Verkehrsmittel müssen künftig stärker kombiniert werden. Dies wird ohne eine grundsätzliche Änderung unseres Mobilitätsverhaltens nicht gelingen."
Das Fahrrad spielt gerade im innerstädtischen Bereich eine wesentliche Rolle: 60 Prozent der städtischen Bediensteten wohnen in einem Radius von weniger als fünf Kilometer zur Arbeit. Legt man die für Pedelecs unproblematische Reichweite von zehn Kilometer zugrunde, sind es sogar mehr als 70 Prozent. Würde nur rund die Hälfte auf das Rad umsteigen, würde der Berufsverkehr und die Parksituation spürbar entlastet. "Circa 100 Tonnen CO2 im Jahr könnten so eingespart werden. Und dies berücksichtigt noch nicht, dass viele Beschäftigte wahrscheinlich auch nach Dienstende das Rad nutzen und das Auto stehen lassen werden", sagt Conrad.
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