Impro-Theater Emscherblut spielt Krimi, Drama und Western in der Lehmkuhle

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Das Schild „Lebensgefahr“ wird die Zuschauer hier zum Stop-Ruf animiert haben. Ob die Schauspieler hieraus einen Krimi oder lieber ein Drama inszenieren - sie werden die Lacher auf ihrer Seite haben. (Foto: Michael Kaprol)
Bottrop: Lehmkuhle |

Drama, Western und/oder Krimi können die Bottroper am Sonntag, 1. September, um 18 Uhr erleben. Das Impro-Theater Emscherblut gibt in der Lehmkuhle ein rund eineinhalbstündiges Stelldichein.

„Wir gehen in die Region und lassen uns überraschen. Jeder dieser Abende ist einzigartig“, sagt Gert Rudolph vom Impro-Theater Emscherblut. Seit vier Jahren ist das Impro-Theater in Bottrop zu sehen. Fertige Drehbücher gibt es keine: „Wenn wir Sonntag am Parkplatz Einbleckstraße, Ecke Essener Straße Richtung Waldweg und Emscherbrücke starten, haben wir ein Wissen über den Stadtteil im Kopf“, verrät Schauspieler Holger Voss.

Vertrautes in einem neuen Licht

Das Publikum kann entscheiden, welcher Ort sich für ein kleines Schauspiel eignet. „Einfach Stopp rufen und kurz sagen, was das Auffällige, Faszinierende dort ist und schon wird eine Theaterszene gespielt“, sagt der Schauspieler. Welches Genre – Krimi, Drama oder Western – es wird, wird kurzfristig entschieden. Ob es sich bei der Szene um etwas Historisches handelt oder um eine Geschichte, die an diesem Ort hätte passieren können, wechselt. Fiktion und Realität werden vermischt. „Dadurch erscheint Vertrautes in einem anderen Licht, der wohlbekannte Ort wird ein neuer“, so Gert Rudolph.

Emschernixe ist nicht die Loreley

Bei den Geschichten, die rund um die Emscher spielen, darf die „Emschernixe“ nicht fehlen. „Mit der schönen und blonden Loreley hat die aber wenig gemein – sie ist eher das Gegenteil von ihr“, grinst Rudolph. Es ist die einzige Geschichte, die nicht komplett improvisiert ist. Ein Emscherquizz wird zu Beginn des Treffens verteilt. „Da wird abgefragt, was man so alles weiß, wo der Nebenfluss des Rheins seinen Ursprung hat, wo er entlang läuft, dass dort mal Wildpferde gelebt haben und so weiter“, gibt Rudolph einen kleinen Einblick.
Das Publikum gibt den Spielort vor, wird aber selbst nicht zum Akteur. „Es kann aber durchaus passieren, dass Spaziergänger, die zufällig vorbei kommen, mit in das Schauspiel einbezogen werden. Eineinhalb bis zwei Stunden dauert das Improvisationstheater. Etwa zwei Kilometer Wegstrecke werden zurückgelegt. „Wir hatten auch schon Gäste, die mit einem Rollator unterwegs waren, auch für die sind wir nicht zu schnell“, so Rudolph.

Straßentheatertradition

Ein paar Campingstühle und einen Bollerwagen mit etwas Mineralwasser hat die Truppe dabei. „Einige Gäste packen sich auch gerne ein Butterbrot und vielleicht ein kühles Getränk ein“, weiß Holger Voss. Vier Schauspieler und zwei Musiker werden am 1. September ab 18 Uhr aktiv. Treffpunkt ist der Parkplatz Einbleckstraße. Der Eintritt ist frei. Nach alter Straßentheatertradition wird im Anschluss ein Hut zum Sammeln einer Spende herumgereicht.
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