Jury entscheidet über Museumsanbau

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Der Entwurf mit der prägnanten Auskragung des Architekturbüros Annette Gigon und Mike Guyer erhielt den ersten Preis.

Die Gewinner des Architekturwettbewerbs für den Erweiterungsbau des Museums Quadrat kommen aus Zürich. Eine Jury hat sich nach eine rund zwölfstündigen Beratung für den Entwurf des Büros Annette Gigon und Mike Guyer entschieden.

Ihre Idee eines markanten Baukörpers, der sich nordöstlich an das bestehende Gebäude anschließt, ist der Jury die Prämie in Höhe von 30.000 Euro für den ersten Platz wert.

Die Prämie in Höhe von 20.000 Euro für den Zweit-Platzierten erhält das Büro Bruno Fioretti Marquez Architekten aus Berlin. Anerkennungen von jeweils 10.000 Euro erhalten die Bochumer Schürmann Spannel AG sowie die Leismann AG aus Biel. Eine weitere Anerkennung Höhe von 5.000 Euro geht noch nach Stuttgart an Dauner Rommel Schalk Architekten.

Insgesamt wurden 25 Entwürfe für den Erweiterungsbau eingereicht, die bis zum 3. Februar im Museum Quadrat gezeigt werden. Bei der Eröffnung der Ausstellung weist Oberbürgermeister Bernd Tischler auf die Wettbewerbsbedingungen hin. „Neben den funktionellen und gestalterischen Anforderungen des Museums, waren auch hohe Anforderungen aus städtebaulicher und denkmalpflegerischer Sicht zu berücksichtigen“, so Tischler.

Baudezernent Klaus Müller hebt hervor, dass die beiden erstplatzierten Entwürfe sich gestalterisch an das denkmalgeschützte Ensemble anlehnen und dennoch eine eigene architektonische Formsprache entwickeln. „Die Fassade aus dunklem Stahl knüpft an das bestehende Gebäude an“, so Müller zu den Plänen aus Zürich. Zu Gunsten der Ausstellungsflächen im Inneren wird die Fassade nur durch wenige Fenster unterbrochen. Gemäß der Wettbewerbsvorgaben werden Innenräume durch natürliches Licht von oben beleuchtet. Durch die Oberlichter in einem zackenförmigen Sheddach fällt das Licht in die sechs vorgesehenen Ausstellungsräume. Eine Auskragung an der Dachform gibt dem Gebäude eine eigenwillige Form und sorgt für den optimalen Lichteinfall. Im Untergeschoss sind Seminarräume mit einem direkten Zugang in den Park vorgesehen.

Für den Entwurf von Annette Gigon und Mike Guyer muss der Teich am Museum etwas nach Süden verlegt werden. Nach Ansicht der Jury sei dies ein hinnehmbarer und vertretbarer Aufwand, so Müller.
Auch der zweitplatzierte Entwurf von Bruno Fioretti Marquez Architekten nimmt die Gestaltung des bestehenden Gebäudes auf. Das auf einen Stahlrahmen gestützte Gebäude sieht eine schwarze Klinkerfassade vor. Durch einen kurzen Verbindungsgang ist der quadratische Bau an die bestehende Halle für die Josef Albers-Werke angeschlossen. Im geplanten Neubau sind die Räume für Wechselausstellungen kreuzförmig und auf unterschiedlichen Ebenen angelegt.

Klaus Müller will jetzt mit den Preisträgern über die Details verhandelt. Dazu gehörten technische Fragen und mögliche Veränderungen bei der Raumkonzeption. Wichtig zu klären sei zudem die Vorgabe, bei einer Auftragserteilung den Kostenrahmen von zehn Millionen Euro nicht zu überschreiten.

Bis April sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein. Das Konzept wird dann abschließend in der Politik beraten und beschlossen. Kulturdezernent Willi Loeven rechnet noch in diesem Jahr mit dem Beginn der Bauarbeiten. „Ziel ist es durchaus, in 2018 ein Zeichen zu setzen“, sagt Loeven mit Verweis auf das Ende des Steinkohlebergbaus.
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