Suppenküche Kolüsch öffnet wieder ihre Pforten

Ab Dienstag, 11. Dezember, bietet die Suppenküche Kolüsch wieder warme Mahlzeiten für Bedürftige an. | Foto: Michael Kaprol
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  • Ab Dienstag, 11. Dezember, bietet die Suppenküche Kolüsch wieder warme Mahlzeiten für Bedürftige an.
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Das Bottroper „Restaurant der Herzen“, die Suppenküche Kolüsch, öffnet am kommenden Dienstag, 11. Dezember, wieder seine Türen im Barbaraheim und bietet Menschen in Not eine warme Mahlzeit und ein offenes Ohr an.

Es ist 10 Uhr am Donnerstagmorgen, als in den Räumen der Evangelischen Sozialberatung (ESB) an der Kirchhellener Straße bereits reges Treiben herrscht. Dort wird klappernd Besteck sortiert. Auf einem Küchentisch stehen noch Kaffeemaschinen herum. Nebenan werden Gläser, Teller, Tassen und Schüsseln eingeräumt und gut verpackt, um sie später auf einen Hänger zu laden.

Doch wer jetzt denken mag, dass bei den Beteiligten aufgrund dieser eher häuslichen Tätigkeiten Unmut aufkommt, sieht sich schwer getäuscht. Ein Lächeln auf den Lippen und ein Leuchten in den Augen ziert die Gesichter von Erich Skoda, Petra Beßler, Holger Kowallik, Igor Baier und Markus Küppers. Die fünf Bottroper gehören zum Team der ehrenamtlichen Helfer, das zurzeit gemeinsam mit den hauptamtlichen ESB-Mitarbeitern mitten in den Vorbereitungen für die Suppenküche Kolüsch steckt.

„Am Montag geht es mit dem Hänger zum Barbaraheim. Dort wird dann alles nochmal durchgespült“, erzählt Sozialarbeiterin Claudia Kretschmer. Von Hektik oder gar Stress scheint jedoch keine Spur zu sein. „Wir sind ein eingespieltes Team. Jeder Handgriff sitzt“, lächelt sie. In drei Tagen ist es dann endlich soweit. Denn dann wird das Bottroper „Restaurant der Herzen“ wie es fast schon liebevoll genannt wird, wieder seine Pforten am Unterberg 12a öffnen und Menschen in Not eine warme Mahlzeit in der kalten Jahreszeit bieten - und dies bereits zum 20. Mal.

Mehr als nur eine
reine Essensausgabe

„Das hätten wir anfangs auch nicht für möglich gehalten“, blickt Claudia Kretschmer zurück. Begonnen hatte damals alles in einem Abbruchhaus. Tische und Stühle kamen dort rein. Grünkohl wurde serviert. Etwa 20 Gäste nahmen zu dieser Zeit das Angebot wahr. Mittlerweile sind es bis zu hundert. Ein Erfolg oder eher traurige Gewissheit? „Meine Gefühle sind hier sehr ambivalent“, sagt die Sozialarbeiterin, „durch die Verteuerung der Energie sind leider immer mehr Menschen auf Mahlzeitendienste für Bedürftige angewiesen. Die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich und das Geld wird früher knapp.“ Und knapper wird für die Evangelische Sozialberatung und die Suppenküche Kolüsch, die seitens der Bevölkerung eine große Unterstützung durch Spenden erfährt, auch ab dem nächsten Jahr der städtische Zuschuss. Dieser werde im Rahmen der Sparmaßnahmen von 8000 auf 4000 Euro halbiert.

Doch die Suppenküche Kolüsch ist seit jeher auch weit mehr als ein reiner Mahlzeitendienst. Zu ihr gehören ebenso die Geselligkeit, Gemeinschaft, eine menschenwürdige Atmosphäre und natürlich ein offenes Ohr. „Menschen haben oft nicht den Mut in eine Beratungsstelle zu gehen und über ihre Probleme zu reden“, weiß Petra Beßler, die zum Team der Helfer gehört, „in der Suppenküche Kolüsch ist die Hemmschwelle dafür niedriger.“ Selbst ist sie seit 14 Jahren in dieser Einrichtung tätig. Eine Zeit, die sie bislang wohl nie bereut hat. „Es ist so, als ob man jedes Jahr aufs Neue alte Freunde wiedertrifft. Ich habe selbst viel Hilfe von der ESB erfahren und möchte nun etwas davon zurückgeben.“

Und beginnen kann sie damit gemeinsam mit den anderen Kollegen am kommenden Dienstag. Aufgetischt wird dann, ganz traditionell, Grünkohl mit Mettwurst.

Informationen
> Vom 11. Dezember bis zum 15. März bietet die Suppenküche Kolüsch Bedürftigen werktags von 12.30 bis 14 Uhr einen wechselnden Mittagstisch
> Mehr Infos gibt es unter www.koluesch.de

Ab Dienstag, 11. Dezember, bietet die Suppenküche Kolüsch wieder warme Mahlzeiten für Bedürftige an. | Foto: Michael Kaprol
Das Team der ehrenamtlicher Helfer steht bereits in den Startlöchern. | Foto: Michael Kaprol
Autor:

Nina Heithausen aus Bottrop

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