Ahnenforschung: Einmal die ganze große Familie Schulte Strathaus kennenlernen

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Fast 50 Familienangehörige wollten das Treffen nicht verpassen. (Foto: Michael Kaprol)
 
Maria Ries kann stolz auf sich sein: In ihren zwei Ahnenheften findet sich die Familiengeschichte bis ins 18. Jahrhundert lückenlos wieder. (Foto: Michael Kaprol)
Bottrop: Feldhausen |

Vater, Mutter, Geschwister, Onkel, Tanten, Oma und Opa kennt man. Cousins und deren Kinder vielleicht auch noch. Maria Ries kann ihre Verwandtschaft nicht nur bis zu ihrem Ur-Ur-Urgroßvater zurückverfolgen, sie kennt auch die Cousins und Cousinen bis in den x-Grad.

Maria Ries hatte zum Sippentreffen Schulte Strathaus eingeladen. Das hat bereits Tradition: 1963 hat ihr Vater das zum ersten Mal getan. Die 84-Jährige kann die Geschichte ihrer Familie grob bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen.

„Als ich im Jahr 1950 heiratete, war es für eine Frau überhaupt nicht möglich, den Geburtsnamen zu behalten. Ich hätte gerne weiterhin Schulte Strathaus geheißen“, sagt die Feldhausenerin.
Ihr Vater war Beamter und sehr an Ahnenforschung interessiert. „Er hat 1935 damit begonnen, eine Chronik zu verfassen“, blickt sie zurück und ergänzt: „Bis 1963 hat er daran gearbeitet, sie war sein Lebenswerk.“ Welche Arbeit dahinter steckt, kann man sich vorstellen. Seit dem Jahr 1388 sind die Ahnen als Lehnsherren des Gutes Strathausen beurkundet. 1766 hat Jan-Hermann Strathaus (1717 -1781) den Hof übernommen, ab hier kann man die Geschichte der Familie in dem Ahnenheft haargenau nachlesen.
„Schulte durften sich damals diejenigen nennen, die im Dorf das Sagen hatten. In Henrichenburg war das damals Jan-Hermann, der sich dann Schulte Strathaus nennen durfte.“ Der erste Urahn, dessen Geschichte hier nachverfolgt werden konnte, hatte nach dem Tod seiner ersten Frau nocheinmal geheiratet. Durch sie kamen weitere Kinder in die Familie und, neben dem Ahnenhof Schulte Strathaus, auch der Domkapitelhof Berger.

Eine Ahnengeschichte
mit Lichtbildern

„Seit 1817 gab es damit zwei Stämme, Schulte Strathaus und Berger, beziehungsweise Strahhaus, die sich sogar fremd wurden. Durch die Familientreffen sollten alle Nachfahren des Urahns wieder zusammengeführt werden.“ Maria Ries hat die Forschungsergebnisse ihres Vaters überarbeitet und in ihrem Ahnenheft übersichtlich angeordnet. „Es ist so schön, seine Wurzeln kennenzulernen und zu sehen, was daraus geworden ist.“ Alle ihre Verwandten sind nun komplett, jeder mit seiner genealogischen Zahl, in die Familiengeschichte eingeordnet. „Als dieses erste Ahnenheft 2005 beim Familientag vorgestellt wurde, gab es mehr als 100 Teilnehmer – alle wollten sehen, wie sie miteinander verwandt sind. Das Heft war sehr gefragt.“
Da es ab den Ahnen der 3. Generation, also den Enkeln von Jan-Hermann oder den Urgroßeltern von Maria Ries, auch Fotos zu sehen gab, entstand bei den Familientreffen der Wunsch, auch die weiteren Generationen bis heute mit Lichtbildern anschaulich werden zu lassen.
„Ich habe von morgens 11 bis abends 11 Uhr daran gearbeitet“, blickt Maria Ries zurück. Das Ahnenheft II beinhaltet 1.500 Personen und 600 Fotos, auf denen die beiden Stämme, Schulte Strathaus und Berger, genannt Strathaus, zu finden sind. „Seit Jan-Hermann Schulte Strathaus sind bis zu zehn Generationen vollständig mit Kindern und Kindeskindern und dazu, ab Clemens I. und Johann Heinrich, der Erstgeborene aus der Generation Berger, sieben Generationen in Folge auf Bildern in der Ahnenaufstellung“, freut sich Maria Ries.
Die Ahnenhefte hat sie drucken lassen. „Das war durch die vielen Farbfotos und die Einbindung nicht gerade preisgünstig. Deshalb sind weitere Drucke von der Feldhausenerin nicht vorgesehen. „Jeder, der Schulte Strathaus heißt, ist mit uns verwandt“, ist die 84-Jährige überzeugt.
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