Altenpflegeschüler stellen Alltagsszenen von Demenzpatienten nach - aktuelle Fotos!

Altenpflegeschüler des Caritas-Fachseminars Dorsten stellen von Demenz geprägte Alltagssituationen dar und wollen helfen, den Blickwinkel zu ändern. (Foto: Michael Kaprol)
 
(Foto: Michael Kaprol)
Im Rahmen der Demenzwoche, die vom 16. bis 23 Juni stattfindet, wollen Altenpflegeschüler aus Dorsten in der Bottroper Fußgängerzone Alltagssituationen darstellen, die durch Demenz geprägt sind.

Hier gibt es einige Fotos zur Aktion, eingestellt von Franz Burger.

Ein kleiner Saal im KWA Stift Urbana im Stadtgarten. Eine Reihe älterer Herrschaften wuselt mit Besen, Kehrblech, Handfeger und Staubwedel durch den Raum. Mittendrin ein neugieriger Hund, der an seiner Leine zerrt. „Darf ich dort in der Ecke auch mal eben sauber machen?“, bittet eine betagte Dame, während sie mit ihrem Staubtuch über einen Schrank wischt. Dann trottet sie den anderen hinterher, die mittlerweile durch die Hintertür verschwunden sind.Lautes Klatschen und anerkennender Beifall erklingt.

Soeben haben die Altenpflegeschüler des Caritas-Fachseminars Dorsten ihre Generalprobe zum „Straßentheater-Flasmob“ erfolgreich hinter sich gebracht. Eine Aktion, die im Rahmen der Demenzwoche am Mittwoch, 20. Juni, von 10 bis 16 Uhr in der Fußgängerzone der Innenstadt zu sehen sein wird. Von den Kosmetikerinnen des Berufskollegs zu Senioren geschminkt, wollen die Schüler dort Alltagssituationen darstellen, die durch Demenz geprägt sind – eben so wie jene Szene, die sie gerade eben erstmals vor Publikum in der Seniorenresidenz präsentiert haben.

In fremder Umgebung Ordnung schaffen

„Demenzkranke führen oftmals Akionen aus, die wir aus unserer Sicht als irrational empfinden, die aber für sie in dem entsprechenden Moment notwendig und logisch sind“, erklärt die Organisatorin der Demenzwoche, Barbara Josfeld. So sei es für demente Menschen eine ganz typische Handlung, in einer ihnen fremden Umgebung Ordnung zu schaffen, ja gleichsam aufzuräumen oder zu putzen. „Sie nehmen dort eine Unordnung wahr, die sie dann auch in sich selbst wieder finden und haben das Bedürfnis diese zu beseitigen. Demenzpatienten wollen in ein geordnetes System und suchen Mechanismen, um dieses fühlen zu können.“

Mit ihrem „Straßentheater“ wollen die Schüler des Caritas-Fachseminars Aufmerksamkeit erregen, wachrütteln und zum Nachdenken anregen. Die Bürger sollen durch die teils überspitzten, teil provozierenden Darstellungen zur Demenz angesprochen werden und erfahren, wie diese den eigenen Alltag prägen kann. Aber nicht nur das.

Aufklären und den Blickwinkel ändern

Vielmehr wünschen sich die angehenden Altenpfleger, dass sich vor allem der Blickwinkel auf die oftmals verschwiegene Thematik ändert. „Bei dementen Personen werden häufig nur die Defizite gesehen. Dass sie trotz ihrer Krankheit zu sinnvollen Dingen fähig sind, bleibt meistens unerwähnt“, betont die Lehrbeauftragte Gabrielle Bötticher. Ein direktes Hineinversetzen in die Welt der Demenz, wie auch Pflegeschülerin Annina Ross glaubt, scheint nahezu unmöglich. Sie mit anderen Augen zu sehen dagegen schon.

Demenzwoche:
Während der Bottroper Demenzwoche gibt es spezielle Innenstadt-Führungen unter dem Titel „Bottrop früher und heute“. Angeschaut werden historische Fotos in den Schaufenstern auf der Hoch- und Hansastraße. Die einstündigen Rundgänge finden vom 18. bis 23. Juni, 16 Uhr, St. Cyriakus-Kirche, statt. Anmeldung beim Stadtarchiv, Tel. 703754.
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4 Kommentare zum Beitrag
3.374
Franz Burger aus Bottrop am 08.06.2012 um 16:59 Uhr  
2.485
Nina Heithausen aus Bottrop am 11.06.2012 um 20:33 Uhr  
3.374
Franz Burger aus Bottrop am 11.06.2012 um 20:57 Uhr  
3.374
Franz Burger aus Bottrop am 20.06.2012 um 15:30 Uhr  
2.485
Nina Heithausen aus Bottrop am 20.06.2012 um 15:36 Uhr  
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