Bleibende Erinnerung

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Bottrop. Wer schreibt, bleibt: Theo Olbrich hat seine Erinnerungen an seine Jugendzeit und sein Berufsleben notiert und illustriert. Herausgekommen ist ein Werk von fast 200 Seiten.

„Wir waren im Ort als Banausen bekannt“, grinst der krege 87-Jährige, als er an seine Jugend zurückdenkt. Wer in sein Buch blicken kann, wird an einigen Geschichten erkennen, warum. „An meiner Schule wurden ich und ein Schulkamerad zum Kelleraufräumen gebeten. Als wir damit fertig waren, durften wir nicht in die Klasse zurück, weil gerade spontan der Herr Schulrat zu Besuch war und der nicht wissen durfte, dass die Schüler solche Aufgaben erledigten. Wir wurden zurück in den Keller geschickt. Dort entdeckten wir ein gut gefülltes Weinregal. Der Rebensaft sorgte für Gleichgewichtsstörungen“, fasst der Batenbrocker seine Geschichte „Kellergeister“ knapp zusammen. Wie er und seine Messdienerfreunde Messwein getrunken haben, er zusammen mit seinem Bruder einen ganz anderen Aufzug entwickelt hat oder wie er Stimmen aus dem Sarg hörte, sind andere seiner gut 40 munteren Geschichten, die er selbst erlebt hat.
Aber auch die Erinnerungen an seine Kriegsgefangenschaft in Afrika wurden hier verarbeitet. Und eigene, selbstausgedachte Reime, Gedichte und Geschichten. Im Dezember 2011 hat er mit den Aufzeichnungen begonnen, in diesem Dezember waren sie abgeschlossen. „In meiner Gefangenschaft habe ich mir vieles auf Zetteln notiert und dann versteckt - deshalb konnte ich mich hieran sehr gut erinnern. Was mir in meiner Jugend- und Berufszeit passiert ist, fiel mir immer dann ein, wenn ich nicht schlafen konnte.“
Mit Ausnahme der Kriegserinnerungen wurden seine Geschichten liebevoll mit Tusche und Buntstiften illustriert. Sieht kunstvoll aus und er hat es gelernt: „Ich habe vier Jahre angewandte Zeichenkunst studiert.“ Seit mehr als 60 Jahren malt er, in den Räumen der St. Joseph Gemeinde hat er sogar ein eigenes Atelier. „Einige Geschichten könnten Referenten bei der KAB, ARG oder der ZWAR-Gruppe als Vortragsthema dienen“, schlägt Olbrich vor. Es dürfen auch Ausdrucke an interessierte Senioren verteilt werden. „Ich wäre auch bereit, einige Geschichten, nach Einwilligung der Leiterinnen, in Alten- oder Seniorenheimen vorzulesen. Die dürften ihren Spaß haben.“
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