Bottroperin liebt es handgemacht

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Beim Anblick dieser Stofftiere, die Iris Konkolewski und ihre Tochter Sina Hentzel alle selbstgenäht haben, düfte nicht allein Kindern das Herz aufgehen. Foto: Kappi

Im Handarbeitsunterricht hatte Iris Konkolewski eine fünf. Doch seit der Geburt ihrer Tochter liebt sie die Nähmaschine - und fertigt auch riesige Stofftiere für die Enkelkinder. "Irgendwann hat mich das Nähfieber gepackt", sagt die 63-Jährige. Und Tochter Sina hat sie längst mitinfiziert. "Sie kann das noch besser als ich", gibt die gelernte Staudengärtnerin zu.

Enkeltochter Mia hat zu ihrem fünften Geburtstag ein Einhorn bekommen. 1,30 Meter hoch, 90 Zentimeter lang. "Das war gar nicht so arbeitsintensiv, in zehn Stunden habe ich das genäht", blickt Iris zurück. "Enkeltochter Luna wünscht sich jetzt auch so ein Stofftier. Im Moment fertige ich gerade eines in einem kleineren Format. Aber das ist viel mehr Frickelarbeit und wird wahrscheinlich eher länger dauern."
An manchen Tagen steht die Bottroperin schon um 5 Uhr morgens auf den Beinen und setzt sich an die Maschine. "Dann ist alles noch so schön ruhig. Nähen ist Entspannung, da kann man abschalten. Und man hat nur Unikate."
Nach der Geburt von Sina waren es zuerst nur Höschen und Röckchen, die sie für das Baby und später für das Kleinkind gefertigt hat. Als vor sieben Jahren Enkelkind Luna geboren wurde, hat es mich voll erwischt. Da hatte gerade in Bottrop ein neuer Stoffladen aufgemacht und wir hatten eine riesige Auswahl."
Ein Sitzsack, etwa ein Meter breit und fast zwei Meter hoch, war das erste große Nähmaschinen-Objekt. "Der war ganz bunt und aus Baumwollstoff. Gefüllt wurde der mit Styroporkügelchen. Das war eine Heidenarbeit. die da hinein zu bekommen. Das Teil hatte außerdem ein ziemliches Gewicht. Danach haben wir nur noch Füllwatte verwendet." Eine Katze-fängt-Maus-Spieluhr, aber auch Kleidchen, T-Shirts, Sweatshirts und sogar Socken folgten.
Oberteile kauft sich Iris Konkolewski nur noch selten. Auch hier sind ihr die handgefertigten Unikate am liebsten. Ein paar Kleider hat sie sich auch schon genäht. "Reißverschlüsse einzunähen ist etwas schwieriger, eine Näherin hat mir gezeigt, wie das geht. Heute stellt das kein Problem für mich da. Knopflöcher nähen hingegen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber da gibt es gute Alternativen."
Für ihren Bully-Club hat sie bereits Rucksäcke selbst gemacht. "Man kann alles nähen", ist sie überzeugt. Wenn das ihrer Handarbeitslehrerin von damals hören würde ...
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