Bücher erleben und miteinander reden

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Das Projekt Willkommen in Bottrop – Flüchtlingskinder und Integration wurde jetzt vorgestellt. Foto: Noc
Willkommen in Bottrop – Flüchtlingskinder und Integration

Die neue Projektreihe „Willkommen in Bottrop – Flüchtlingskinder und Integration“ soll Jungen und Mädchen ein freundliches Miteinander ermöglichen. Das Team der Stadtteilarbeit der „Lebendigen Bibliothek“ will mit interaktiven Vorlesungen, Büchern und Spielen die Kinder mit dem deutschen Alltag vertraut machen und den Abbau von Vorurteilen fördern.

Von Angelika Noc

Die Mitarbeiterinnen Dietlinde Kamp-Kalus und Gabriele Kühlkamp haben die Projektreihe erarbeitet, die von Oktober bis März nächsten Jahres umgesetzt werden soll. Finanziert wurde das Projekt von Regionalverband Ruhr mit 4.000 Euro aus dem Förderfond „Interkultur Ruhr“. „Wir haben gemeinsam überlegt, wie wir die Fördergelder verwenden. So haben wir uns entschlossen, in Medien zu investieren“, sagt Gabriele Kühlkamp. Die Projektreihe soll in 16 Kindergärten und acht Grundschulen durchgeführt werden. „Bilder kennen keine Grenzen, das versteht jedes Kind. Wichtig ist es dabei, vor Ort zu sein“, weiß Dietlinde Kamps-Kolus. Unterstützt wird das Team von Annegret Zeiger. Die Lese-Expertin stellte bereits in einem Welheimer Kindergarten die Geschichte „Der wunderbarste Platz auf der Welt“ vor. Dabei geht es um den Frosch Boris, der aus seinem Teich flüchtet und sich eine neue Heimat sucht. Auf unterhaltsame Art wird in dem Buch Freundschaft und Mut vermittelt. „Durch die Geschichten sind die Kids in der Lage, sich in die Situation zu versetzen. Darüber zu reden hilft an ganz vielen Stellen“, weiß die Lese-Expertin. Auch Bildtafeln sollen in den Kindergärten zum Einsatz kommen. So werden Geschichten dargestellt, die auch Kindern mit geringen Sprachkenntnissen das Erzählen und das gemeinsame Entdecken ermöglichen. Sie sollen so die kulturellen Unterschiede und den gegenseitigen Respekt kennen lernen.
In den Grundschulen geht es darum, die Lehrer sinnvoll zu unterstützen. So entstand die Idee der Willkommenskiste, in der sich Bücher und Fotokarten befinden. Bibliotheksleiter Jörg Dieckmann wird die Kiste und Flyer in acht Grundschulen persönlich übergeben. Die Autorin und Literaturpädagogin Heike Wulf aus Dortmund wird in den Grundschulen vorlesen. Das Buch „Am Tag als Saida zu uns kam“ handelt von einem Flüchtlingsmädchen aus Marokko. Hier erfahren die Schüler, was es heißt, die Heimat zu verlieren. „Kinder lieben es, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Das Vorlesen ist mein Thema. Es geht darum, ihnen begreiflich zu machen, sich mit Toleranz zu begegnen. Dabei helfen Bücher. So können sie besser nachempfinden, was andere fühlen“, weiß Heike Wulf.
Wenn unterschiedliche Kulturen zusammenkommen sind Bilder und Geschichten unerlässliche Hilfsmittel. Dazu ist der persönliche Kontakt mit den Jungen und Mädchen enorm wichtig. „Kinder fragen gerne und hören aufmerksam zu. Sie sind offen für neue Themen. In Schulen und Kindergärten spielt das Thema Flüchtlinge zurzeit eine große Rolle“, wissen die Mitarbeiterinnen der Lebendigen Bibliothek. Mit ihrem Projekt ermöglichen sie den Kindern gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen.
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