"Die Reise unseres Lebens" - Buch über 15 Wochen in Afrika erschienen

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Es waren einige der schönsten Momente ihres Lebens - aber auch einige der schlimmsten. 15 Wochen waren Christina Kleinheins und Paul Schulte in Ost- und Südafrika unterwegs. Nun haben sie das Erlebte in einem Buch veröffentlicht: „Geparde streicheln“.

Es ist der 2. August 2011, als die Leiterin des Bottroper Planungsamtes und ihr Lebensgefährte ins Flugzeug steigen, das sie nach Nairobi in Kenia bringt. Seit Monaten haben sie auf diesen Moment hingefiebert, haben Routen geplant, Unterkünfte, Auto, Fahrer und Guide gebucht. „Wenn möglich, sollte nur eine Zeltwand zwischen uns und der Wildnis sein.“ Einen Monat lang sind sie in dem ostafrikanischen Land und seinem Nachbarstaat Tansania unterwegs. Vor allem die wilden Tiere und die spektakulären Landschaften wollen sie ganz intensiv erleben. „Es war die Reise unseres Lebens“, sagen beide heute.

Sie beobachten riesige Gnu-Herden vom Heißluftballon aus, Löwen in der Serengeti, erleben, wie ein Elefant in aller Seelenruhe durch ihr Camp schlendert. „Das ist etwas ganz anderes, als diese Tiere im Zoo zu sehen“, sagt Paul Schulte. „Ergriffenheit“ ist das Wort, das beiden einfällt, wenn sie ihre Gefühle in solchen Momenten beschreiben sollen. „Da denk ich oft: So ist das im Paradies“, ergänzt Christina Kleinheins.

Weiter führt es die beiden nach Südafrika, dort sind sie allein, ohne Fahrer und Reiseführer unterwegs. Majestätische Wale, buckelige Nashörner, Zebras und Antilopen - so viele, dass man den Überblick verliert. Dazu eine wunderschöne Landschaft.Doch dann, nach sieben Wochen im Paradies, passiert das Schreckliche. Paul Schulte erkrankt schwer an Meningitis, und einige Tage ist völlig unklar, ob er dies überstehen wird. Alle Reisepläne sind vergessen. Stattdessen liegt er in East London im Krankenhaus. „Ich war wirklich kurz davor, das nicht zu überleben“, erzählt der ehemalige Fotojournalist. „Der Blick auf viele Dinge ändert sich dadurch.“

Auch nachdem Paul Schulte das Krankenhaus verlassen kann, muss er sich noch lange erholen, bis die Reise weitergehen kann. Und in diesen Tagen gab es dieses faszinierende Erlebnis, das dem Buch schließlich seinen Namen gab. In einem kleinen Wildreservat konnten Christina Kleinheins und Paul Schulte drei Geparden hautnah erleben. Die Tiere waren mit der Flasche aufgezogen worden - Berührungsängste mit Menschen gab es für die schönen Katzen also nicht. Vielleicht waren eher anders herum die zweibeinigen Besucher etwas scheu.

„Wir waren in ihrem Gehege und unser Begleiter hat die drei herangepfiffen“, erinnert sich Paul Schulte. „Die waren wie Hauskatzen, haben uns angestupst, wenn wir aufgehört haben sie zu streicheln und haben sich auf den Rücken geworfen, damit wir ihnen den Bauch kraulen konnten.“ Christina Kleinheins ist sich sogar fast sicher, die Flecken im Fell der Tiere fühlen zu können. „Es war so faszinierend, dieses gegenseitige Vertrauen zu erleben“, sagen beide.

Doch gerade in Südafrika und durch die schwere Krankheit haben die beiden Reisenden aus Deutschland nicht nur faszinierende Begegnungen mit Tieren erlebt, sondern auch viele wunderbare Menschen getroffen - Ärzte, die Belegschaften der Häuser, in denen sie in diesen Tagen lebten. Und auch diese haben ihren Blick auf die Welt und auf das tägliche Leben daheim verändert. „Wir nehmen vieles gelassener“, sagen beide. „So eine Reise hinterlässt Spuren. Und wenn nicht, hat man etwas falsch gemacht.“

Das Buch „Geparde streicheln“ ist im Verlag „Shaker media“ erschienen und kostet 19,90 Euro.

Christina Kleinheins hat die Erlebnisse in Form eines Reisetagebuches festgehalten.

Paul Schulte hat rund 36.000 Fotos geschossen, ein kleiner Teil davon findet sich in dem Buch wieder. Angedacht ist aber auch die Veröffentlichung eines Bildbandes.
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