Flüchtlingsunterkunft Kirchhellen: Kinder wollen helfen

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Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder musste zahlreiche Fragen der Kinder der 5a der Sekundarschule Kirchhellen zur neuen Flüchtlingsunterkunft, Auf der Bredde, beantworten. (Foto: Michael Kaprol)

Drei Schüler hatten große Zettel vor sich, einer ein Tablet, mit dem er alles filmte: Vier Kinder aus der Sekundarschule Kirchhellen durften Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder in der neuen Flüchtlingsunterkunft interviewen, die nach Ostern die ersten Gäste erwartet.

„Warum hier, warum aus Holz, wie viele Leute finden Platz und wie lange hat es gedauert, das aufzubauen?“ waren die ersten Fragen, die Nils Hillger, Sarah Menz, Jan-Philipp Groth und Robert Heffterheide stellten. Schnieder erklärte ihnen, dass es eine solche Bauweise ermöglicht, relativ schnell fertig zu werden und dass keine anderen Orte wie Turnhallen belegt werden müssen, die anderweitig gebraucht werden.„In zehn bis zwölf Wochen dürfte alles einzugsfertig sein. Die Häuser haben eine gute Wärmedämmung. In den sieben Gebäuden finden jeweils vier Leute Platz.“ Auf seine Rückfrage, wie viele das denn sind, hatten die Kinder nicht sofort eine Antwort. Schnieder grinste und sagte: „Sagen wir mal: fast 30.“
Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie hörten, was in nur acht Wochen alles erledigt wurde. „Wir hatten 120 Helfer, die beim Anstreichen, der Isolierung oder der Beköstigung aktiv waren. Die Zahl der Helfer zeigt, wie viele Leute hinter dem Projekt stehen. “ Als die Kinder erfuhren, dass ein Haus zwischen 28.000 und 30.000 Euro kostet, und etwas kritisch guckten, erklärte ihnen Schnieder: „Container kosten auch sehr viel. Und das hier ist ersteinmal für fünf Jahre angelegt. Danach werden die Häuser aber immer noch stehen - wir wissen aber noch nicht, wie lange Leute noch fliehen müssen. Wenn man das ganze hochrechntet, ist das immer noch relativ günstig.“
Nur auf eine Frage hatte Schnieder keine Antwort: Wie viel Material verbraucht wurde. „Das hätte ich vorher wissen müssen. Aber die Antwort reiche ich heute im Laufe des Tages noch nach“, versprach er.
Die Kinder waren erleichttert, als er die Frage zum Thema Sicherheit und Angst so beantwortete: „Wenn man Angst vor Angriffen hat, dürfte man ja gar nichts mehr bauen. Diese Häuser sind genauso sicher wie andere Wohnhäuser auch.“
Wenn die Flüchtlinge eingezogen sind, möchten die Kinder gerne erneut vorbeischauen und fragten: „Wie können wir als Schüler helfen und uns engagieren?“ Diese Frage hörte Ludger Schnieder besonders gerne: „Ganz offen mit den Kindern umgehen, die werden sich freuen, neue Kontakte knüpfen zu können.“
„Kinder hier und anderswo“ war das Thema der Gruppenarbeit. Lehrerin Adelina Vöge stellte den Kontakt zum Bezirksbürgermeister her: „Die Fragen haben sich die Kinder ganz alleine überlegt. Ich habe nur bei der Formulierung geholfen.“
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