Geliebte Herausforderung: Simone und Dirk Lewald engagieren sich im Bottroper Sport

Anzeige
Seit rund fünf Jahren unterstützt das Ehepaar Lewald die Adleraner Leichtathleten wo es kann. (Foto: Michael Kaprol)
 
Dirk und Simone Lewald bei der Arbeit im Jahnstadion, das mittlerweile getrost als „zweites Zuhause“ bezeichnet werden darf. (Foto: Michael Kaprol)

Freitag als Übungsleiter im Bottroper Jahnstadion, Samstag als Trainer und Verbandsbeauftragter beim Landesfinale in Düsseldorf, Sonntag als Kampfrichter und Jurymitglied beim Bundesfinale in Rhede – ein ruhiges Wochenende hört sich vermutlich anders an.

Dennoch sieht Dirk Lewald keineswegs abgehetzt oder gar gestresst aus, als er sich auf einen der hellbraunen Stühle im Multifunktionsraum zwischen Dieter Renz Halle und Jahnstadion fallen lässt. Vielmehr legt sich ein Lächeln auf seine Lippen. Vor allem dann, wenn er beginnt über die Leichtathleten des DJK Adler 07 zu erzählen.

Dem Verein, bei dem er als Jugendlicher das ABC jener Sportart erlernte und sich im Sprint und Weitsprung bewies. Dem Verein, dem er als junger Berufsanfänger etwa 20 Jahre lang den Rücken kehrte. Und dem Verein, zu dem er vor gut fünf Jahren zurückfand und sich nun ehrenamtlich engagiert. Mit Herz und Hand. Mit Leidenschaft und Akribie. „Unsere Kinder haben irgendwann bei Adler mit der Leichtathletik begonnen. Als ich eines Tages im Stadion stand und mir der Geruch der warmen Tartanbahn in die Nase stieg, dachte ich an früher und fand: Das war doch eine geile Zeit“, erinnert sich Dirk Lewald.

Und um diese neu aufleben zu lassen, sprang der 41-Jährige zunächst als Trainer ein, wenn mal Not am Mann war. Doch dieser anfängliche „Aushilfsjob“ gehört längst der Vergangenheit an. Stellvertretender Abteilungsleiter, Übungsleiter der U12 und U16 Schüler, Pflege des Internetauftritts, Pressearbeit, Organisieren von Veranstaltungen. Zudem Beauftragter für Kinderleichtathletik im Jugendausschuss des Landesverbands Nordrhein. Ob das nicht ein wenig zu viel sei? „Naja, sagen wir mal so, es ist verdammt viel“, lächelt der Bottroper und fügt hinzu: „Wenn man jedoch was macht, das man mag, dann ist es keine Belastung."

„Wir wollen über den Sportverein etwas zur Gesellschaft beitragen und Menschen dadurch die Möglichkeit geben, sich wohl zu fühlen.“

Zumal die Leichtathletik und Adler 07 bei den Lewalds auch längst zum gemeinsamen, familiären Hobby geworden sind. Denn ebenso wie Dirk Lewald engagiert sich auch Ehefrau Simone tatkräftig im Verein. Einstiegsaufgabe Kassenwartin hieß es für die 41-Jährige. „Unsere Abteilungsleiterin Ingrid Henning meinte: Mach das mal, das ist gar nicht so viel Arbeit“, blickt die Bottroperin lachend zurück. Gesagt, getan und noch viel mehr. Über die Vereinsmanager-C-Lizenz und den Übungsleiterschein erweiterte Simone Lewald ihre Kompetenzen, trainiert seit etwa zwei Jahren die U8-Miniadler und kümmert sich bei Vereinsveranstaltungen um die Organisation des Caterings. Adler 07 in Hülle und Fülle also. Doch wer nun meint, im Hause Lewald drehe sich alles um die Leichtathletik, wird schnell eines Besseren belehrt. „Wir sind eine ganz normale Familie, bei uns zu Hause hängen keine Fahnen vom Verein im Wohnzimmer und wir sprechen auch beim Abendessen nicht über Leichtathletik“, erklärt Dirk Lewald augenzwinkernd. Sein Tagesablauf ist dennoch ein wenig mehr als bei anderen vom Adlerdasein geprägt.

So kann es schon mal sein, dass der 41-Jährige, der sich mit einem Helferteam auch um die Ausrichtung von großen Veranstaltungen wie der Bottrop Gala oder zuletzt dem Tetraeder Treppenlauf kümmert, eine Nachtschicht am heimischen Rechner einlegt – und zwar völlig selbstlos. „Das, was man investiert, kriegt man zurück“, ist sich der Ehrenamtler gewiss. Sei es das Lob seitens der Läufer, die sich beim Treppenlauf pudelwohl und bestens betreut fühlten oder aber ein riesiger Sonnenblumenstrauß zum 40. Geburtstag von den Adleraner Leichtathletikkids, der das Ehepaar Lewald im vergangenen Jahr fast zu Tränen rührte. „Das sind Bilder, die sich einprägen“, betonen die beiden Sportbegeisterten unisono. Schöne, unvergessliche Erlebnisse also, die die ein oder andere brenzlige Situation schon mal in Vergessenheit geraten lassen.

So wie vor rund zehn Tagen, als die beiden Bottroper am Sonntagmorgen um kurz vor sechs mit dem Auto Richtung Halde fuhren, um die letzten Vorbereitungen für den dort stattfindenden Tetraeder Treppenlauf zu treffen. Doch alles, was sie dort zunächst sahen waren Blitz, Donner, strömender Regen, eine Laufstrecke, die einer Seenplatte glich und Zelte, die Mühe hatten, den Wassermassen Stand zu halten. „Dirk tat mir da wirklich leid. Ich habe gesehen, wie viel er im Vorhinein für dieses Event getan hatte“, so Simone Lewald. Eine Herausforderung, eine hohe Hürde, die die Adleraner dennoch in den Griff bekamen. Gemeinsam mit den anderen Helfern.

Und so konnte auch Dirk Lewald am Ende wieder gelassen und entspannt lächeln. Auch wenn sich ein ruhiges Wochenende vermutlich anders anhört.


Derzeit läuft zum neunten Mal die bundesweite Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck. Mehr dazu hier.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.